Natur & Umwelt

WWA TS zum Chiemsee-Niedrigwasser

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wasserwirtschaftsamt Traunstein wird Steuerung des Chiemsees nicht als eigenes Projekt verfolgen  –  Die langanhaltende Trockenperiode hat den Wasserspiegel des Chiemsees im Frühjahr stark absinken lassen.

Anfang Juni stellte das die Chiemseeschifffahrt, die Bewohner der Inseln und einige Bootsverleiher vor große Herausforderungen: Sie konnten wegen zu wenig „Wasser unterm Kiel“ nicht mehr alle Anlegestellen wie gewohnt anfahren. Dank der Niederschläge seit dem 10. Juni hat sich die Lage momentan wieder entspannt, das Problem wird aber langfristig immer wieder und aufgrund des Klimawandels in Zukunft vermehrt auftreten. Dass es technisch möglich ist, den Wasserstand zu erhöhen, zeigt eine Studie des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein. Allerdings gibt es aus wasserwirtschaftlicher Sicht dazu einige Punkte, die zu beachten sind.

Schwelle im Gewässerbett als Lösungsansatz

Die Studie im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums zeigt, dass es Möglichkeiten gibt, den Wasserstand im Chiemsee bei Niedrigwasser anzuheben, etwa durch eine Schwelle im Gewässerbett der Alz. Bereits eine Anhebung des Wasserspiegels um zehn Zentimeter könnte die Situation bei deutlichem Niedrigwasser entspannen. Die Studie zeigt aber auch auf, dass jedes Hindernis in der Alz sich zugleich ungünstig auf den Wasserstand bei Hochwasser auswirkt. Dies gilt sowohl für ein festes Bauwerk als auch für ein steuerbares Wehr. Aufgrund der Größe des Sees ist eine „Vorabsenkung“ bei drohendem Hochwasser nicht schnell genug möglich.

Im Falle einer vertieften Planung müssten zahlreiche Gesichtspunkte untersucht werden, die in der hydraulischen Machbarkeitsstudie bisher nicht betrachtet wurden. Insbesondere die Auswirkungen auf die Entwässerungsgräben der südlichen Chiemseegemeinden, die Überflutungshäufigkeit angrenzender Flächen, die ufernahen Grundwasserstände sowie die Tier- und Pflanzenwelt – letztere auch hinsichtlich der Alz.

Höherer Wasserstand im Sinne wirtschaftlicher und privater Interessen

Unabhängig von den technischen und rechtlichen Aspekten dient die Anhebung des Chiemseespiegels bei Niedrigwasser nicht wasserwirtschaftlichen Zielen wie dem Schutz vor Hochwasser oder der Verbesserung des ökologischen Zustands unserer Gewässer. Die Anhebung würde vor allem wirtschaftliche und private Interessen unterstützen. Die Wasserwirtschaftsverwaltung kann daher die Steuerung des Chiemsees nicht als ihr eigenes Projekt weiterverfolgen.

Den Nutzern und Anliegern kann dennoch geholfen werden: Für Bootsanlegestellen, Schifffahrtsrinnen und Häfen besteht grundsätzlich die Möglichkeit, verlandete Bereiche zu räumen. Das Landratsamt Traunstein als zuständige Genehmigungsbehörde hat dazu ein Merkblatt bereitgestellt, das auf seiner Website aufgerufen werden kann.

Bericht und Foto: WWA TS –  Niedrigwasser Chiemsee: Immer wieder gibt es Phasen, in denen der Chiemsee sehr wenig Wasser führt. Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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