Kirche

Trauer um Priener Hans Grutsch

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine große Trauergemeinde nahm in der Priener Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ Abschied von Johann Grutsch, der nach kurzer und schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren verstarb. Den Auferstehungsgottesdienst mit Chor-, Orgel- und Trompetenweisen feierte Domkapitular und Monsignore Klaus Peter Franzl, der vormals in Prien als Kaplan in kirchlichen Diensten wirkte.

Wie der Geistliche erinnerte, kam Hans Grutsch als fünftes von sechs Geschwistern in entbehrungsreichen Kriegszeiten in der Südtiroler Gemeinde Stilfs zur Welt, mit 13 Jahren musste er von Zuhause weg und er kam in die Nähe von Meran. „Von schweren Schicksalsschlägen wie Krankheiten und dem Tod von einem seiner Söhne richtete er sich immer wieder auf. In Meran lernte er 1960 seine spätere Ehefrau, die Prienerin Irmgard Obermüller kennen, 1962 zog er nach Prien. Dort war dann 1965 die Hochzeit, die Gründung einer eigenen Familie mit drei Söhnen und der Bau eines eigenen Hauses“. Mit seiner ursprünglichen Heimat Südtirol blieb Hans Grutsch bis zuletzt eng verbunden, eine große Freude bereiteten ihm vier Enkelkinder sowie sein Talent als Maler, Schnitzer und Krippenbauer. Mit diesen Talenten stellte er sich viele Jahre lang ehrenamtlich für seine Pfarrgemeinde, unter anderem für die Weihnachtskrippe in der Taufkapelle zur Verfügung. Auch als Sammler leistete er ehrenamtlichen Dienst in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“. Wie für die Kirche war Hans Grutsch auch für die politische Gemeinde Prien aktiv. Zwanzig Jahre lang ab 1983 bis zu seinem beruflichen Ruhestand war er im gemeindlichen Bauhof beschäftigt. Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich am offenen Grab erläuterte, war Hans Grusch ein überaus geschätzter Kollege, der sich auch nach seinem beruflichen Ausscheiden noch über 20 Jahre liebevoll um die Weihnachtskrippe im Rathausfoyer kümmerte. „Fleiß und Freundlichkeit waren besondere Eigenschaften von Hans Grutsch, dessen selbstverständliches Pflichtbewußtsein wir ebenso in guter Erinnerung behalten“ – so der Bürgermeister. Seit 1981 war der Verstorbene Mitglied beim Priener Trachtenverein. In Anwesenheit der Fahnenabordnung bedankte sich Erster Vorstand Sepp Weidacher für den GTEV Prien für die 45 Jahre währende Mitgliedschaft und er legte ebenso wie die Gemeinde als letzten Gruß eine Blumenschale nieder. Zum irdischen Abschied auf dem Priener Friedhof erklangen nochmals Trompetenweisen.

Sterbefoto: Hans Grutsch

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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