Die Zukunft spielt mit – Beim Sommerkonzert der Musikschule Burghausen verbanden sich Talent, Bildung und künstlerische Leidenschaft zu einem außergewöhnlichen Musikerlebnis
Als sich junge Streicher, Pianisten, Bläser, Sänger, Schlagwerker und Improvisationsmusiker beim Sommerkonzert der Musikschule Burghausen die Bühne teilten, wurde rasch deutlich, dass hier weit mehr als ein gewöhnlicher Schülerabend stattfand. Der Konzertabend präsentierte eine musikalische Bandbreite, wie sie nur wenige Einrichtungen bieten können: Beethoven und Mendelssohn standen neben Coldplay, improvisierte Musik neben klassischer Kammermusik, Eigenkompositionen neben bewährter Unterrichtsliteratur. Was das Publikum erlebte, war ein eindrucksvoller Querschnitt durch die musikalische Arbeit einer Institution, die sich zunehmend als wichtiger kultureller Impulsgeber der Musikstadt Burghausen etabliert.
Ausgeprägtes Gespür für Klangkultur
Bemerkenswert war dabei vor allem die Qualität der Ausführung. Intonationssicherheit, musikalische Gestaltung, rhythmische Präzision und ein ausgeprägtes Gespür für Klangkultur waren in nahezu allen Beiträgen hörbar. Solche Ergebnisse entstehen nicht zufällig. Sie sind das Resultat kontinuierlicher Arbeit im Einzelunterricht und in den zahlreichen kleinen Ensembles der Musikschule. Gerade dort werden die Grundlagen gelegt, die später auf der Bühne sichtbar werden: Zuhören, musikalisches Verständnis, technische Sicherheit und die Freude am gemeinsamen Musizieren.
Besondere Akzente setzte die Schlagwerkklasse. Die jungen Musiker überzeugten durch rhythmische Präzision, Bühnenpräsenz und bemerkenswerte musikalische Reife. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig sich die Schlagwerkausbildung in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Einen spannenden Gegenpol bildete der „B-Music Club“, in dem improvisierte Musik ihren festen Platz hat. Hier wurde hörbar, dass Kreativität und Freiheit keineswegs im Widerspruch zu fundierter Ausbildung stehen. Vielmehr zeigte sich, wie solide handwerkliche Grundlagen den Raum für musikalische Spontaneität und eigene Ausdrucksformen eröffnen.
14 Ehrungen für „Jugend musiziert“
Ein besonderer Moment war die Ehrung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Seit dem Amtsantritt von Musikschulleiter Claus Freudenstein konnten bereits 14 Schülerinnen und Schüler erfolgreich an dem renommierten Wettbewerb teilnehmen. Gegenüber den Jahren zuvor stellt dies eine bemerkenswerte Entwicklung dar und dokumentiert die zunehmende Intensität individueller Talentförderung an der Musikschule.
Verabschiedung von Peter Berthold
Emotional wurde es bei der Ehrung von Peter Berthold. Vier Jahrzehnte lang prägte er als Instrumentallehrer die Musikschule Burghausen und begleitete Generationen junger Musiker auf ihrem Weg. Claus Freudenstein würdigte die Verdienste seines Kollegen auf der Bühne und überreichte als Zeichen des Dankes einen Geschenkkorb. Der langanhaltende Applaus des Publikums zeigte, welch hohe Wertschätzung Berthold in der Musikschule und weit darüber hinaus genießt.
Zeitgemäße Unterrichtsliteratur von Claus Freudenstein
Zu den künstlerischen Höhepunkten des Abends zählte die Aufführung der Eigenkomposition „Der Wolf“ von Claus Freudenstein. Lenja Arnold gelang eine bemerkenswert reife und ausdrucksstarke Interpretation, die dem Werk erzählerische Kraft und musikalische Spannung verlieh. Auch die Stücke aus Freudensteins pädagogischer Sammlung für den Minibass verdeutlichten, wie zeitgemäße Unterrichtsliteratur junge Musiker fördern und begeistern kann. Hervorragend präsentierten sich darüber hinaus die Pianistinnen und Pianisten der Musikschule. Mit technischer Sicherheit, klanglicher Differenzierung und musikalischer Ausdruckskraft meisterten sie ein anspruchsvolles Programm und bestätigten eindrucksvoll das hohe Niveau der Klavierausbildung. Und Josefine Huber aus der Klasse von Peter Weiss überzeugte an Stimme und Gitarre mit einer für Ihr Alter erstaunlich reifen und ausdruckstarken Interpretation des Songs „New York, Rio, Rosenheim“ der Band „Sportfreunde Stiller“
Aushängeschild für Musikstadt Burghausen
Das Sommerkonzert machte eindrucksvoll deutlich, worauf erfolgreiche Musikschularbeit letztlich beruht: auf qualifiziertem Einzelunterricht, auf sorgfältiger Ensemblearbeit und auf Lehrkräften, die nicht nur pädagogisch überzeugen, sondern ihr Instrument selbst auf hohem künstlerischem Niveau beherrschen. Die musikalisch-handwerklichen Fähigkeiten der Lehrkräfte bilden dabei die unverzichtbare Grundlage für jede nachhaltige Nachwuchsförderung. Dass dies an der Musikschule Burghausen in besonderer Weise gelingt, war an diesem Abend in nahezu jedem Beitrag hörbar. Die Unterstützung der Stadt Burghausen schafft hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen – und trägt damit wesentlich dazu bei, dass die Musikstadt Burghausen auch in Zukunft so überzeugend klingt.
Bericht und Bilder: Musikschule/Stadt Burghausen
Foto 1: In der Burghauser Musikschule reifen musikalische Talente in vielfältiger Form heran – so wie hier ein Bläserensemble (mit einem Schlagwerk).
Foto 2: beim “B-Music Club” wurde die hohe Kunst der Improvisation zelebriert.
Foto 3: Zum Abschied von Musikschule-“Urgestein” Peter Berthold (r.) wurde es emotional, als ihn Musikschulleiter Claus Freudenstein für vier Jahrzehnte Einsatz als Instrumentallehrer würdigte.





