Brauchtum

Schnoizer‑Treffen im Festzelt Nußdorf

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Ein besonderer Abend prägte den Donnerstag der Festwoche: Elf Schnoizer‑Gruppen aus dem Inngau und den angrenzenden Regionen sorgten dafür, dass das Nußdorfer Festzelt bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die markanten Schläge, die exakt geführten Folgen und die unmittelbare Wirkung dieser Darbietungen setzten einen Akzent, der sich klar von den übrigen Programmpunkten abhob.

Schon während im Zelt noch fleißig bedient wurde und sich Gäste letzte Plätze suchten, formierten sich die Nußdorfer Schnoizer zu ihrem Auftakt. Über dem geschäftigen Treiben lag ein spürbarer Moment der Erwartung. Als die ersten Schläge erklangen, richteten sich die Blicke nach vorne – und sofort zeigte sich, warum dieses Treffen seit Jahren zu den bestbesuchten Abenden der Festwoche zählt. Die kurzen, präzisen Folgen und die rhythmische Kraft dieser Ausdrucksform ziehen das Publikum unmittelbar in ihren Bann.

In dichter Folge traten die elf Gruppen auf: Nußdorf, Flintsbach, Fischbachau, Nicklheim, Baschtla, Auer, Kreuth alt, Kreuth jung, Schliersee, Sachsenkam und Hundham. Jede Formation brachte ihren eigenen Charakter ein – mal mit klar gesetzten Einzelschlägen, mal mit eng geführten Gruppenfolgen. Die Abfolge blieb bewusst schlicht gehalten, ohne Moderation und ohne große Übergänge. Nur die Musikanten setzten zwischen den Gruppen einzelne Akzente, sodass die rhythmische Wirkung ungestört zur Geltung kam.

Das Publikum reagierte aufmerksam und mit sichtbarer Begeisterung. Viele Besucher waren gezielt wegen des Schnoizer‑Treffens gekommen, denn diese Form des rhythmischen Spiels wird selten in einer solchen Dichte gezeigt. Für die teilnehmenden Gruppen ist der Abend weniger ein offizieller Programmpunkt als vielmehr ein Zusammenkommen unter Gleichgesinnten, das den Austausch stärkt und die Weitergabe der Tradition fördert. Die große Beteiligung zeigte eindrucksvoll, wie lebendig das Schnoizen im Inngau gepflegt wird und welche verbindende Kraft es innerhalb der Trachtenvereine besitzt.

Der Donnerstag machte deutlich, welchen Stellenwert das Schnoizen in der Region hat: eine Tradition, getragen von vielen Vereinen, die sich weiterentwickelt und ihre Wirkung besonders dann entfaltet, wenn sie im voll besetzten Festzelt auf ein aufmerksames und begeistertes Publikum trifft.

Foto: Die Nußdorfer Schnoizer im voll besetzten Festzelt – ihr Auftritt machte die Vielfalt dieser Ausdrucksform eindrucksvoll hörbar.

Hinweis: Die Festtage beim Bayerischen Inngau-Trachtenverband und beim Trachtenverein Alpenrose Nußdorf enden mit einem Nussdorfer Musikabend am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag mit dem Gaudirndldrahn sowie mit dem Trachten- und Handwerkermarkt.

www.gaufest26.de 

 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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