Kultur

Salzach-Festspiele in Schloss Triebenbach

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Triebenbach bei Laufen   – Una notte di italiana perfetta oder Wohlfühl-Party mit Pop-Musik des „Belpaese“  – „I Dolci Signori“ entfachen die Liebe zu Italien neu  –  Von Daniella Rieger-Böhm

Der Charme von Schloss Triebenbach hat sich mit den Jahren weit herumgesprochen und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die vierte Veranstaltung der diesjährigen Salzach Festspiele seit Wochen ausverkauft war. Um das imposante Schloss herum wandelnd, erreichte man die Bühne, von der – mal rockig, mal sanft – italienische Pop-Musik, wie der Klassiker „Oh sole mio“ zu hören war.

Der Abend hätte „italienischer“ nicht sein können: Die Temperaturen bei Konzertbeginn noch bei rund 30 Grad, ein golden-blauer Sonnenuntergang, erfrischende Getränke und fröhliche, entspannte Menschen. Dann tönten aus den Lautsprecher-Boxen mit tiefer Männerstimme, quasi als „Countdown“, Schlagworte, die Italien-Fans mit dem „Belpaese“ verbinden: „La terra, il mare, il sole, l‘amore, la musica“. Mehr brauchte es nicht als „Warming-Up“, und so konnten die sechs „Dolci Signori“ („süße/sanfte Herren“) gleich loslegen.

Nach dem ersten Titel – Eros Ramazottis „Dove c’è musica, c’è ancora fantasia“ (Wo Musik ist, gibt es auch noch Fantasie) – gewann Frontman und Sänger Rocky Verardo aus Apulien mit einem strahlenden „Benvenuti! Come state? Habt ihr gute Laune mitgebracht?“ das Publikum sofort für sich und die Band. Alle antworteten in fließendem Italienisch: „Si!“

So ging es weiter in Italo-Pop-Manier. Dabei griffen die „Signori“ auf San-Remo-Erfolge zurück, wie das schöne „Che sarà“, das die Gruppe „Ricchi e Poveri“ und José Feliciano 1971 zum Welthit machten. Dann natürlich ein Medley mit Schlagern von Adriano Celantano: „Azzurro“ oder „Una Festa sui Prati“ (Eine Party auf dem Rasen). Wie eigens dafür bestellt, passte dieser 60 Jahre junge Titel zur sommerlichen Musik-Party auf dem Gelände vor Schloss Triebenbach! Es dauerte nicht lange, da erhoben sich die Ersten, tanzten, klatschten rhythmisch mit, etwa bei Ramazottis „Adesso tu“ oder dem Ohrwurm „Felicità“. Dieser Ohrwurm von Al Bano und Romina Power hat mit seiner Anleitung zum Glücklichsein auch nach 44 Jahren seine Wirkung nicht verloren.

Seit ihrem Debut 2002 zelebriert die Italo-Pop-Band „Il dolci Signori“ mit ihrem Motto „Musica, Passione, Emozione“ italienisches Lebensgefühl, und auch in Triebenbach springt der Funke über. Das gelingt den sechs „Signori“ durch das Zusammenspiel aller für eine erfolgreiche Bühnenshow nötigen Ingredienzen: starke Stimmen (Rocky Verardo und Arcangelo Vigneri), Einbindung des Publikums, kontrastreiches Programm, spannungsreiche Arrangements (Bernd Meyer), aufreizende Gitarrensoli (Richi Necker), ein zuverlässiges Bass-Fundament (Uli Zrenner) und einen perfekten Taktgeber am Schlagzeug (Michael Thomas). Dazu natürlich ein ausgewogener Sound, der die Zuhörer mitreißt, aber nicht mit einem Tinnitus nach Hause schickt. Den Rest besorgten die traumhafte Location, die durch Oliver Freudenthaler in ein phantastisches Lichtspektakel eingetaucht wurde.

Die Party war ungebrochen fröhlich bis zum letzten Ton der zweiten Zugabe. „Lasciate mi cantare“ und „Gloria“ kannten hier alle. Es hielt niemanden mehr auf den Stühlen, und der Abend hätte wohl bis in die Morgenstunden so weitergehen können. Als Beruhigung sangen alle mit beim berühmten „Ti amo“ von Umberto Tozzi (1977).

Die Stimmung im Schlossgarten in Triebenbach mit „Amore, Passione, Emozione“ und „Felicità“ war wie in Italien – nur besser!

Fotos: Daniella Rieger-Böhm

1) „Il dolci Signori“ schwungvoll in den Abend

2) Schloss Triebenbach in Licht getaucht

3) Das erste Tanzpaar

4) Erst wird noch im Sitzen geklatscht…

5) …nun gibt’s kein Halten mehr und es wird durchgetanzt

6) Mega Stimmung bis zum letzten Ton

7) Abschlussapplaus für „Il dolci Signori“

8) Die blaue Stunde bei Schloss Triebenbach

9) Frontsänger Rocky Verardo


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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