Land- & Forstwirtschaft

RO: Landwirtschaftsschulen-Abschluss

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bei der diesjährigen Abschlussfeier in der Aula der Landwirtschaftsschule gab es viele freudige Gesichter. 24 Wirtschafter für Landbau, 3 Wirtschafterinnen für Landbau und 18 Wirtschafterinnen für Ernährungs- und Haushaltsmanagement bekamen im Rahmen einer großen Abschlussfeier ihre Zeugnisse überreicht. Die Feier wurde traditionell mit einer Dankandacht begonnen und endete nach einem interessanten und kurzweiligen Programm mit den Abschlussworten der Semestersprecher.

Pfarrer Robert Baumgartner hob zu Beginn der Andacht den großen Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft hervor. Im Lauf der Schulzeit sei eine schöne Gemeinschaft entstanden, geprägt von großem gegenseitigem Vertrauen. Die Studierenden wiesen in den Fürbitten darauf hin, dass auch unter den verschiedenen Kulturen und Nationen mehr Miteinander notwendig sei.

Schulleiterin Anna Bruckmeier begrüßte die Studierenden aus Landwirtschaft und Hauswirtschaft, die stolzen Eltern und Freunde sowie zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Verwaltung und einige Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände im Landkreis. Sie wies auf die Bedeutung der abgeschlossenen Fachbildung an der Landwirtschaftsschule hin. Der Zusatz Bachelor Professionell zeige, welchen Stellenwert die Ausbildung in der Landwirtschaftsschule im internationalen Vergleich habe. Das Ziel der Schule sei nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern im Besonderen die Anwendung des Erlernten im Betrieb. Erfolg stelle sich dann ein, wenn man auch bereit sei, an die persönlichen Grenzen zu gehen. Die Aussage, Erfolg brauche 10% Inspiration und 90% Transpiration, sorgte für Schmunzeln, aber auch große Zustimmung im Saal.

Stellvertretende Landrätin Andrea Rosner bedankte sich im Besonderen bei der Schulleitung für das Engagement. Sie sei stolz auf die Schulen im Landkreis und auf die Absolventinnen und Absolventen im Saal. Sie seien in der Lage, nicht nur Verantwortung zu übernehmen, sondern auch intuitiv das Richtige zu tun. Der Vorsitzende des VLF Rosenheim Sepp Grandl berichtete von kürzlichen Gesprächen mit ehemaligen Schülern, die von ihrer Winterschulzeit als schönste Zeit in ihrem Leben geschwärmt hätten. Er wies zudem auf verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen hin, die vom Verband für Landwirtschaftliche Fachbildung angeboten würden. Dabei gehe es nicht nur um Wissenstransfer, sondern auch um den Erhalt der Werte, die auf den Höfen gelebt würden. Kreisbäuerin Katharina Kern bezeichnete die Absolventinnen und Absolventen als Profis der Zukunft. Mit ihren wichtigen und wertgeschätzten Berufen, ihrer Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und ihrer Haltung aus allem das Beste machen, gehörten sie zum Rückgrat einer krisengebeutelten Gesellschaft.

An zwei Beispielen zeigten die Absolventinnen und Absolventen, was sie in der Schulzeit gelernt haben. Hildegard Aimer aus Lohkirchen ließ im Rahmen eines Arbeitsprojektes eine Gaststube in einer ehemaligen Bauernwirtschaft für besondere Events wieder aufleben. Sie organisierte unter dem Motto „Genuss und Kultur am Hof“ zwei Kabarett-Abende und eine Vortragsveranstaltung, bei der ein 5 Gänge Menü serviert wurde. Bewerbung und Vorbereitung hätten viel Zeit in Anspruch genommen. Die Veranstaltungen waren ausgebucht und die Gäste seien rundum zufrieden gewesen. Aufgrund der Nachfrage möchte Frau Aimer mit ihrem Team das Projekt auch in Zukunft fortführen.

Das zweite Beispiel war die Schweizlehrfahrt „Happy cows – happy farmer“ des 3. Landwirtschaftssemesters. Die Studierenden Magdalena Gilg, Thomas Bacher und Katharina Lechner berichteten über die Besonderheiten der Milchviehhaltung in der Schweiz. Die Beurteilung der Betriebe wurde immer an zwei Fragen aufgehängt, zum ersten „wie geht es der schwächsten Kuh im Stall“ und zum zweiten „wollen Sie Mitarbeiter auf diesem Hof sein?“ Über diese zukunftsweisende Lehrfahrt, die von der Schulleitung, den Lehrern der Landwirtschaftsschule und dem VLF stark unterstützt wurde, wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt in der Presse berichtet.

Nach den Präsentationen der Studierenden wurden die Zeugnisse überreicht.

Semestersprecher Balthasar Höfer aus Bad Feilnbach gab in einer bemerkenswerten Abschlussrede einen interessanten Rückblick über die vergangenen Semester. Die Studierenden hätten viel geleistet und viel gemeinsam erlebt. Wichtig wäre jetzt ihre Arbeit und ihren Beruf in der Öffentlichkeit positiv darzustellen. Die Semestersprecher der Hauswirtschaft Johanna Fuchs aus Freyung (rechts) und Elisabeth Gerstner aus Aschau am Inn gaben mit Fragen an die Studierenden einen humorvollen Einblick über eine schöne gemeinsame Zeit. Ein großer Dank ging an die Lehrkräfte für die gute Unterstützung. Mit der Aussage: „Wir sind stärker aus der Schule raus, als wir reingekommen sind“ setzten sie den Schlusspunkt einer würdigen Schulschlussfeier.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Bläsertrio der Landwirtschaftsschule sowie Magdalena Läßer an der Ziach.

Bericht und Bilder: Wolfgang Hampel, Behörden- und Schulleiter a.D.

Bild 1: 3. Semester Hauswirtschaft/ die Besten

Von links: Semesterleiterin Dr. Anja Mayr; Magdalena Lässer (Pienzenau) Notendurchschnitt 1,0; Johanna Fuchs (Freyung) Notendurchschnitt 1,76; Marlene Huber (Grafing) Notendurchschnitt 1,86; Hildegard Aimer (Lohkirchen) Notendurchschnitt 1,86; Schulleiterin Anna Bruckmeier

Bild 2: 3. Semester Landwirtschaft/ die Besten

Von links: Semesterleiter Johannes Überacker; Katharina Lechner Valley, Notendurchschnitt 1,37; Magdalena Gilg, Aßling, Notendurchschnitt 1,43; Josef Wagner, Bad Aibling, Notendurchschnitt 1,62; Johannes Voggenauer, Großkarolinenfeld, Notendurchschnitt 1,62;     Stephan Gaukler, Oberaudorf, Notendurchschnitt 1,62; Schulleiterin Anna Bruckmeier

Bild 3: Blechbläser

Vinzenz Wörndl Tuba, Antonia Wörndl Flügelhorn und Lorenz Buchner Tenorhorn

Bild 4: Lässer

Sie hatte zum Beginn des ersten Semesters mit dem Ziachspielen begonnen. Am Ende des dritten Semesters trat sie als bewährte Solistin auf.

Bild 5: Abschlusssemester Landwirtschaft

vorne links: Andrea Rosner, Anna Bruckmeier, vorne rechts: Johannes Überacker, zweite Reihe links: Dr. Peter Nawroth, Regierung von Oberbayern

Bild 6: Abschlusssemester Hauswirtschaft

vorne links: Andrea Rosner, vorne rechts: Anna Bruckmeier, zweite Reihe links: Dr. Peter Nawroth, zweite Reihe rechts: Dr. Anja Mayr

Bild 7: Semestersprecher Landwirtschaft

Semestersprecher Balthasar Höfer aus Bad Feilnbach

Bild 8: Semestersprecherinnen Hauswirtschaft

Semestersprecherinnen der Hauswirtschaft Johanna Fuchs aus Freyung (rechts) und Elisabeth Gerstner aus Aschau am Inn

 

 

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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