Kultur

„O sole mio“ auf Gut Immling

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Dolce vita, bella musica, grande amore!   –  Kultabend „O sole mio“ im Sternenzelt auf Gut Immling ein Genuss für alle Sinne

 Ein wunderschöner Sommerabend und die einmalige Aussicht auf die Umgebung lockte Hunderte von Besuchern an diesem Abend mal wieder auf den Festspielhügel von Gut Immling, wo auch die Kulisse hervorragend zu dem traditionsreichen Kultabend „O sole mio“ passte. Gastgeber und Intendant des heuer 30. Immling Festivals, Ludwig Baumann, begrüßte das erwartungsfrohe Publikum mit Strohhut und hellem Anzug auf der Bühne und freute sich, dass heuer wieder 45 Nationen bei den Mitwirkenden des weltweit bekannten Festivals vertreten sind.

Bei dem folgenden Ohren- und Gaumenschmaus spielte das Wetter draußen nach kürzester Zeit keine Rolle mehr: Mit reichhaltigen südländischen Speisen vom Buffet auf jeden Fall schon mal  gut gelaunt, faszinierten bei dem folgenden Potpourri aus den schönsten italienischen und spanischen Arien fünf Sänger von Weltklasseniveau, zwei nicht nur stimmlich wunderschöne Opernsängerinnen sowie kongeniale Begleiter auf Klavier, Gitarre und Blasinstrumenten, nämlich das virtuose Duosolemio, hier als Clowns verkleidet. Beinahe alle Arien der Sänger begleitete die usbekische Pianistin Kamila Akhmedjanova auf dem Flügel. Sehr variabel, stets hervorragend auf die Solisten eingehend, dominierte ihr Spiel nie, sondern unterstützte sie.

Herausragender Sänger war der 1992 in Edinburgh geborene italienisch schottische Tenor Carlo Raffaelli, der Gewinner zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe zuletzt in Barcelona. Seine Auftritte, zum Beispiel in Leoncavallos „Mattinata“ oder einer Arie aus Puccinis Oper „Tosca“ bestachen durch eine großartige, sanfte und doch starke Stimme mit enormer Modulierfähigkeit, aber auch durch seine nie nachlassende Bühnenpräsenz.

Ebenso durch Temperament wie auch eine einmalig schöne Stimme und schauspielerisches Talent faszinierten der junge Nachwuchssänger Francesco Auriemma aus Neapel und der ukrainische Bariton Harry Hukasian, der den 15. Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb in Moskau und St. Petersburg gewonnen hatte, aber wegen des Krieges nach Belgien fliehen musste, wo er derzeit lebt. Eher weiche, lyrische Klänge wechselten mit höchst temperamentvoll feurigen Arien, mit denen Angel Garcia  und der kalifornische Tenor Gunnar Björn Jonsson die Herzen des Publikums eroberten.

Weniger, aber umso strahlendere Auftritte hatten die zwei Damen: die in Russland geborene Sopranistin Ekaterina Protsenko und die aus Ecuador stammende Karina Benalcázar, die teils auch mitten aus dem Publikum heraus ihre Zuhörer unübersehbar hinrissen. So begeisterte Protsenko mit „O mio bambino caro“ aus der Oper Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini und Benalcazar zusammen mit Angel Garcia mit „Besamo Mucho“ von Consuelo Velázquez. Immer wieder zum Mitsingen und Mitklatschen ermutigt wurden die Hunderten von Zuhörern im Sternenzelt von Immling immer mehr in den Rausch der betörenden Stimmen, der fröhlichen Atmosphäre zusammen mit den Getränken vom Feinsten hineingerissen, so dass keiner offensichtlich ans Heimgehen denken wollte.

Eigentlich letztes Stück sollte der Ohrwurm „Granada“ von allen Mitwirkenden gesungen werden. Das damit noch lange nicht Schluss war, versteht sich von selbst: das vollends begeisterte Publikum applaudierte, rief und ertrampelte sich mehrere Zugaben, bis sich die Leute schließlich geschlossen zu stehenden Ovationen erhoben. Ein verdienter Lohn für einen tollen Abend!

Bericht und Bilder:  Christiane Giesen

Alle Mitwirkende beim Festabend „O sole mio“ im Sternenzelt auf Gut Immling.

Intendant und Festspielleiter Ludwig Baumann umgeben vom Duosolemio.

 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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