Musik für die Seele – Klangvoller und emotionaler Abend mit dem Männerchor Aschau
In der Aschauer Pfarrkirche gibt es während der Sommermonate jeweils freitags eine halbe Stunde “Musik für die Seele“. Im Rahmen der bekannten und beliebten Veranstaltungsreihe tritt auch regelmäßig – wie am letzten Freitag – der Männerchor Aschau unter der bewährten Leitung von Rupert Schäffer mit der Kampen-Zithermusik auf. Angeführt von Leonhard Wimmer eröffnete diese den klangvollen Abend, stimmte auf die folgende halbe Stunde ein und verknüpfte einfühlsam die einzelnen thematischen Blöcke. Monika Schwingenheuer begrüßte die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer und moderierte gekonnt den musikalischen Abend.
Für manchen mag das unter Wanderern und Bergsteigern bestens bekannte Lied „Bergvagabunden“ etwas überraschend angeklungen sein. Andererseits steht es – fernab jeglicher Ideologie – für Aufbruch, Liebe zur Natur und den Bergen sowie auch für Mut und Kameradschaft, also das Zusammenstehen in schwierigen Situationen. Geradezu erwartbar, wenn es um Heimat und Berge geht, war dann das folgende Lied „La Montanara“, das die Schönheit der Berge und die Sehnsucht danach besingt.
Im nächsten Teil kündigte die Moderatorin das Thema „unendliche Liebe, Sehnsucht und Abschied an. Dieses Stichwort nahm Monika Schwingenheuer als Anlass, darauf hinzuweisen, dass der Chorsänger Christian Elsen, dessen Nachprimiz die ganze Kirchengemeinde wenige Tage zuvor ausgiebig gefeiert hatte, Aschau verlässt und letztmalig mit dem Männerchor Aschau auftritt. Musikalisch ging es dann weiter mit „Herzlieb, herzlieb“, einer heiteren rhythmisch beschwingten Liebeserklärung aus dem Jahr 1596, also der Spätrenaissance. Aus dem Jahr 1992 stammte dann das folgende Lied, eine a-capella-Version von „Weit, weit weg“. Es ist eines der gefühlsbetontesten Lieder des Österreichischen Liedermachers Hubert von Goisern. Das Liebes- und Sehnsuchtslied beschreibt, wie schmerzlich die Distanz zwischen sich Liebenden empfunden werden kann. Mit dem Lied „Signore delle cime“ folgte ein weiterer besonders emotionaler Moment. Guiseppe de Marzi widmete es 1958 einem in jungen Jahren verunglückten Bergsteigerfreund.
Weiter ging es im dritten Block mit der „Friedensektenie“, vertont von Stepan Smolenskij, einem russischen Komponisten und Chorleiter. Ektenie ist ein litaneiartiges Fürbittengebet, bei dem ein Vorsänger die Fürbitten formuliert und der Chor darauf antwortet. Hier zeigte sich Christian Elsen (letztmalig mit dem Männerchor) als stimmsicherer Diakon bzw. Vorsänger. Mit dem anschließenden „Vater unser“, musikalisch gestaltet von Nikolaj Rimskij-Korsakow, entstand noch ein weiterer „Gänsehautmoment“, als der Männerchor die Kirche zum Klingen brachte. Und zum Schluss erklang das bekannte, ebenfalls anrührende Lied „Fein sein, beinander bleibn“, mit dessen liebevollem Text einfache Empfehlungen zu Treue und harmonischem Miteinander gegeben werden.
Obwohl die vorgesehene halbe Stunde bereits überschritten war, entlockten intensiv applaudierenden Zuhörerinnen und Zuhörer dem Chor noch eine Zugabe. Mit der „Heimatmelodie“ von Gotthilf Fischer verabschiedete der Männerchor schließlich das begeisterte Publikum in den lauen Sommerabend.
Es war wieder ein gelungener musikalischer Abend mit einer breiten Palette von Liedern und jeder Menge emotionaler Momente.
Der Männerchor Aschau verabschiedet sich in die Sommerpause und wird im Oktober wieder zu hören sein. Informationen über den Männerchor Aschau finden sich auch im Internet unter www.maennerchor-aschau.de .
Text: Werner Dirmeier – Foto: Irmi Zitzelsberger


