Die Szene, die sich am Sonntag zwischen Sulzberg und Farrenpoint im malerischen Derndorf abzeichnete, glich einem kleinen heimlichen Gautrachtenfest. Grund: Die Trachtler vom GTEV „D´Sulzbergler“ Litzldorf erinnerten mit einer vorbildlich vorbereiteten und organisierten Großveranstaltung die Wiederkehr der Weihe ihrer ersten Vereinsfahne vor 100 Jahren. Nach vollständiger und aufwendiger Restauration segnete Pfarrer Ernst Kögler die im frischen Glanz leuchtende Vereinszierde.
Über 2.500 Teilnehmer aus 24 bodenständigen Trachtenvereinen sowie Abordnungen der örtlichen Traditionsvereine prägten das bunte und heimatverbundene Landschaftsbild. Zehn stattliche Musikkapellen bereicherten den prachtvollen Kirchenzug in Richtung Feldaltar sowie den großartigen Festzug durch Derndorf und Litzldorf. Die einzigartige Kulisse beeindruckte insbesondere die Präsidentin des Bayerischen Landtags und Schirmherrin Ilse Aigner, Landrat Otto Lederer und anwesende Kreisräte, den stellvertretenden Vorstand vom Gauverband 1, Alfred Gehmacher sowie Bad Feilnbachs Bürgermeisterduo Max Singer und Christian Bergener einschließlich anwesende Gemeinderäte. Lob von Seiten der Ehrengäste galt dem Vorsitzenden vom gastgebenden Trachtenverein Thomas Kreitmayr, Festleiter Hubert Lottes und seiner Mannschaft sowie der gesamten Dorfgemeinschaft, die an den Planungen und Durchführung sowie schmucken Gestaltung der beiden Dörfer sich beteiligten.
Dazu gehört auch der große Feldaltar, zur Verfügung gestellt vom Patenverein GTEV „Immergrün“ Au, vom dem aus Pfarrer Ernst Kögler den Festgottesdienst zelebrierte und der Fahne den Segen erteilte. Den musikalischen Rahmen gestalteten die Trachtenkapelle Litzldorf unter der Leitung von Markus Goldes und der Gemeinschaftschor mit einem Bläserquartett der Trachtenkapelle Litzldorf unter der Leitung von Andreas Henfling, der sich für dieses festliche Ereignis die „Intraden Messe“ von Fridolin Limbacher ausgesucht hatte.
Der Predigt des Geistlichen und Leiter des Pfarrverbands Maria Morgenstern zur Folge, brauche sich niemand, der an Jesus Christus glaubt und sich zu ihm bekennt, zu fürchten. Dazu gehört ebenso die Trachtensach, der sich Mitglieder über alle Generationen hinweg im Glauben, zur Tradition, Brauchtum und Heimat bekennen und deren Werte pflegen.
In ihrem Prolog erinnerte die zweite Vorständin vom GTEV „D´Sulzbergler“ Litzldorf, der vor136 Jahren gegründet wurde an die Feier der ersten Vereinsfahne vor 100 Jahren zu der der Trachtenverein GTEV „Immergrün“ Au bei Aibling damals die Patenschaft übernahm. Viele Geschichten erlebte diese Vereinszierde, die als sichtbares Zeichen bei unzähligen schönen Ereignissen, Festen und Feiern aber auch traurigen Anlässen, etwa zu Beerdigungen den Verein voranführte. In die Jahre gekommen, wurde eine Komplettsanierung bei der Fahnenstickerei Kössinger notwendig.
Wie Schirmherrin Ilse Aigner die beiden Seiten der Fahne betrachtend, stehe der Heilige Michael für Glauben und die Szene des Dorfes für die Verbundenheit zur Heimat. Glaube und Heimat sind nicht von gestern, sondern stellen weithin sichtbare Zeichen gelebter Traditionen und Brauchtum dar. Faszinierend für die Präsidentin des Bayerischen Landtags war das bunte und vielseitige Bild der vielen Trachtlerinnen und Trachtler, welche die Wiese mit schattenspendenden Bäumen füllten. Gegen Hitze hatte die Litzldorfer Trachtler frisches Wasser bereitgestellt.
Nach Ansicht von Alfred Gehmacher brauche, die Predigt bekräftigend, sich kein Trachtler fürchten. Jedoch sei erst recht in der heutigen Zeit Respekt zur Trachtensach gefordert. Sichtbare Zeichen waren nicht nur der anschließende Festzug, sondern auch die mustergültigen Ehrentänze im Zelt unter anderem von den Patenverein GTEV „Immergrün“ Au bei Aibling und GTEV „D´Jenbachtaler“ Bad Feilnbach.
Bericht und Bilder: Peter Strim – Eindrücke vom Litzldorfer Fest









