Am 1. Oktober kommt „Klang der Demokratie“ in den König Ludwig Saal in Prien am Chiemsee: eine einstündige Performance aus Live‑Musik, Videos und Filminstallationen, die durch die deutsche Demokratiegeschichte führt. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen, ist aber öffentlich.
Drei Celli, Akkordeon, Schlagzeug, Bass und eine Sängerin begleiten live eine Zeitreise vom antiken Griechenland über die Revolution von 1848/49 und die Verfassung der Paulskirche bis zur Bundesrepublik. Jede Station bekommt ihren eigenen Sound: Bearbeitungen von Beethoven treffen auf „Die Gedanken sind frei“ und „The March of the Women“, ergänzt durch eigens komponierte Musik von Moritz Eggert.Zwischen den musikalischen Stationen führen kurze Videosequenzen durch die Geschichte: Historiker:innen kommen zu Wort, historische Schauplätze wie Wittenberg treten ins Bild, und Persönlichkeiten wie Elisabeth Schwarzhaupt, die erste Bundesministerin Deutschlands, erwachen so noch einmal zum Leben.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Vermittlung von Fakten. „Klang der Demokratie“ möchte Demokratie emotional erfahrbar machen. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht! Das Publikum wird vom Rhythmus mitgerissen, wird Teil der Performance anstatt nur zuzuschauen. Das Projekt versteht sich als „akustisches Wimmelbild”: Geschichte, Musik und Gegenwart verschmelzen zu einem Bild, in dem sich jede und jeder einen eigenen Zugang zur Demokratie erschließen kann. „Wir verlieren den Wert der Demokratie manchmal aus dem Blick, gerade in der jüngeren Generation. Genau da wollen wir ansetzen“, sagt Initiator und künstlerischer Leiter Lukas Dreyer. Mitinitiator Jürgen Meier ergänzt: „Klang der Demokratie untersucht die akustische Dimension von Öffentlichkeit: Stimmen, Widerspruch und kollektive Resonanz verdichten sich zu einer Inszenierung über die Fragilität und Stärke demokratischer Prozesse.”
Hinter dem Projekt: das Freiraum Syndikat
Entwickelt wurde die Performance vom Freiraum Syndikat, das der Cellist Lukas Dreyer 2015 in Leipzig gegründet hat, zunächst als offenes Bandkonzept in Kooperation mit einem Puppentheater. Seither hat sich daraus eine Plattform für interdisziplinäre Kunstprojekte entwickelt, die Musik, Performance, Tanz und Sprache miteinander verbindet. „Klang der Demokratie” entstand binnen eines Jahres, basierend auf einer Idee von Klaus‑Jürgen Kamprad, in Kooperation mit der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und KampradMedia und hat sich seit dem Auftakt in Leipzig als gefragtes Format etabliert: Im Juni 2026 eröffnete das Projekt die Jahrestagung des Deutschen Ethikrates in Weimar, im März spielte es vor ausverkauftem Haus im Volkshaus Meiningen. Bis zum kommenden Jahr soll die Tour durch alle Bundesländer führen.
Der Termin ist am Mittwoch, 1. Oktober, um 10:30 Uhr im König Ludwig Saal in Prien am Chiemsee. Der Eintritt ist frei, die Dauer beträgt etwa eine Stunde. Informationen und Anmeldung unter klang-der-demokratie.de.
Ein weiterer Termin findet am Freitag, 2. Oktober, um 19 Uhr in Offenburg im Salmen statt.
Text: Leika Kommunikation – Foto: Ethikrat – Ensemble von „Klang der Demokratie“ während einer Aufführung vor Publikum


