Seit mehreren Monaten ist im ReichenhallMuseum die Sonderausstellung „Ein Stück altes Reichenhall – Die Obere Stadt“ zu sehen. Kurz vor dem Ende der Ausstellung gab es noch einmal eine Sonderführung mit Kurator Andreas Hirsch. Für mich war diese Führung besonders interessant, denn als gebürtiger Reichenhaller bin ich selbst in der Oberen Stadt aufgewachsen.

Kurator Andreas Hirsch bei der Führung
Als Obere Stadt – gelegentlich auch Altstadt, Florianiviertel oder Sebastianiviertel genannt – bezeichnet man heute den Bereich südlich der Alten Saline und der Pfarrkirche St. Nikolaus. Jahrhundertelang war das Viertel als Dingstatt-Viertel bekannt. Beim großen Stadtbrand von 1834 blieb es von den Flammen verschont.
Anhand von Informationstafeln mit historischen Fotografien, Gemälden und Plänen stellte Andreas Hirsch die verschiedenen Gebäude und Plätze der Oberen Stadt vor. Er erläuterte ihre Geschichte und Besonderheiten und vermittelte den Besuchern so einen Eindruck davon, wie Bad Reichenhall vor Jahrhunderten in weiten Teilen ausgesehen haben muss.

der Florianiplatz
Mit zahlreichen Anekdoten lockerte der Kurator seine informative Führung auf. Besonders interessant war die Geschichte des sogenannten „Heldenmädchens“. Eine junge Frau vom Florianiplatz soll sich als Mann verkleidet haben und im Ersten Weltkrieg im Dolomitenkrieg gekämpft haben. Als „Heldenmädchen von den Drei Zinnen“ wurde sie schließlich zur wohl berühmtesten Bewohnerin der Oberen Stadt.
Auch dass es in der Oberen Stadt einst einen Bahnhof gab, dürfte vielen Besuchern nicht bekannt sein. Der Kirchberger Bahnhof wurde vor allem für die Gäste der Kuranstalt „Bad Kirchberg“ beim Kirchbergschlössl errichtet.
Eine ganz persönliche Erinnerung verband sich für mich mit dem Fischerbräu. Wir wohnten gegenüber, und ich durfte meinen Vater gelegentlich begleiten, wenn er aus dem Eiskeller eine Eisstange holte. Damals hatten wir schließlich noch keinen elektrischen Kühlschrank.

die Tirolerstrasse
Bei der Führung konnte man regelrecht in vergangene Zeiten eintauchen. Auch bei mir wurden dabei viele Erinnerungen und nostalgische Gefühle geweckt. Am Ende bedankten sich die Besucher mit viel Beifall bei Andreas Hirsch für seine kenntnisreiche und unterhaltsame Führung.
Wer die Sonderausstellung „Ein Stück altes Reichenhall – Die Obere Stadt“ noch besuchen möchte, hat dazu bis 11. Oktober Gelegenheit.
Das ReichenhallMuseum ist mittwochs bis sonntags von 10.30 bis 16 Uhr geöffnet.













