Ob Orts-, Vereins- oder Feuerwehrjubiläen, gefeiert wird fast jedes Wochenende im Oberland. Da macht auch Dießen, die größte Gemeinde am Ammersee-Westufer, keine Ausnahme – Festtage am See und Historischer Mammut-Festzug zu Dießens 700-Jährigen Bestehen.
Dießen – Obwohl bereits Mitte des 11. Jahrhunderts als „Diezan“ erstmals urkundlich erwähnt, gilt das Jahr 1326 als entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung Dießens. Da nämlich wurde dem Ort das Marktrecht verliehen. Von keinem Geringeren als dem Wittelsbacher König Ludwig, dem späteren Kaiser „Ludwig der Bayer“. Darum wird vom 30. Juli bis zum 3. August das 700-jährige Jubiläum mit den „Festtagen am See“ gebührend gefeiert. Standesgemäß mit der Wittelsbacher Prinzessin Henriette von Bayern als Schirmherrin.
Markterhebung Dießen vor 700 Jahren: Zum Jubiläum gibt‘s den Mammut-Festzug
Highlight des fünftägigen Programms ist sicher der große historische Festzug am Sonntag, 2. August, ab 14.30 Uhr. Laut den Organisatoren wird das der wohl spektakulärste und längste Zug in der Region mit mehr als 1.200 Teilnehmern. Allein 31 Pferdegespanne, darunter das Augustiner-Prachtgespann vom Oktoberfest und das Gespann der Schlossbrauerei Kaltenberg, sind dabei. Außerdem fünf Ehrenkutschen, zwölf Zugmaschinen mit Motivanhängern, mehrere Oldtimer und 13 historische Fußgruppen. Für Stimmung sorgen neun Blaskapellen, drei Trommlerzüge und fünf kleinere Musikgruppen. Natürlich sind auch Abordnungen der Partnergemeinden Windermere und Lomnice nad
Lužnicí dabei. Was Bürgermeisterin Sandra Perzul besonders freut, ist die aktive Teilnahme fast aller Dießener Vereine, Organisationen, Schulen und vieler Firmen. Sie alle marschieren nicht einfach mit, sondern setzen historische Themen detailgerecht um. Dafür haben sie in unzähligen Stunden geschreinert, gemalt, genäht und gebastelt. So erleben die Zuschauer König Ludwig II. und Sisi, den Baron von Schacky,
honorige Markt- und Seerichter, Probst Herkulan Karg mit dem Klosterschiff von 1750, edle Ritter und Gaukler oder Militaristen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 und viele mehr. Auch Dießener Handwerkskunst mit Töpfereien und Zinngießereien ist dabei ebenso wie Trachten-, Heimat-, Schützenund Reservistenvereine oder Feuerwehren mit alten Handspritzen. Sogar dunkle Zeiten wie die Pest im
17. Jahrhundert werden thematisiert.
Nach der Aufstellung des Festzugs in der Bahnhofs- und Lachenerstraße geht es um 14.30 Uhr über die Prinz-Ludwig-Straße, Herrenstraße, Schützenstraße, Mühlstraße, Fischerei, Jahnstraße und Seestraße zum Festzelt, wo bis 23 Uhr diverse Orchester und Bands aufspielen. Einige der Festzuteilnehmer haben bereits am Vormittag einen Marsch hinter sich. Nämlich beim Kirchenzug nach dem Ökumenischen Festgottesdienst in Marienmünster zum Festzelt.
Weitere Höhepunkte bei den Festtagen am See sind der Auftritt von „Mama Bavaria“ Luise Kinseher zur Eröffnung am Donnerstag, 30. Juli, oder der „Tag der Betriebe und Behörden“ am Freitag mit der Wiesnkapelle Josef Menzl. Samstag ist „Blaulichttag“ mit Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht sowie einem Fischerstechen am Dampfersteg. Am Montag, 3. August, ist Seniorentreffen im Festzelt, eine Oldtimerparade und die umstrittene „Miss Dießen“-Wahl.
Mehr Informationen und Termine findet man auf der Webseite www.700-diessen.de.
Bericht und Foto: Dieter Röttig / Kreisbote Dießen – Das Organisationsteam für den großen Festzug: (v.l.) Jürgen Zirch, Andreas Huber, Thomas Bernhard, Sepp Kaindl, Josef Steinle, Bürgermeisterin Sandra Perzul, Manfred Ernst und Helmut Neckermann


