Kultur

Etere Quartett begeistert in Bad Reichenhall

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein Kammerkonzert mit einer besonderen Instrumentenkonstellation fand im Königlichen Kurhaus in Bad Reichenhall statt: Auf vier Flöten – teils gleichgestimmt und teils mit Piccolo oder Altflöte – waren Originalwerke und Bearbeitungen aus verschiedenen Epochen zu hören. Das Etere Quartett mit Beatrice Lanaro, Vera Klug, Miriam Sonn und Linda Zanetti erweckten unzählige Melodien zum Leben.

Lanaro war in diesem Konzert die „Patin“ des Quartetts und für Organisatorisches ebenso, wie für die Durchführung verantwortlich. Sie ist zugleich die diesjährige Stipendiatin der Richard-Wagner-Stipendienstiftung, die der Richard-Wagner-Ortsverband Bad Reichenhall vorgeschlagen hat. Ihr Stipendiatenkonzert, mit dem sie dem Ortsverband dafür (Aufenthalt in Bayreuth inklusive dreier Festspielauführungen) dankt, findet im Dezember statt. Zuvor am 4. August um 15.30 Uhr ist sie in einem Kammerkonzert mit der Harfenistin Valentina Vatteroni im Duo Earendel zu hören.

Die Suite Nr. 1 aus „Carmen“ von Georges Bizet mit den Sätzen „Einleitung“, Ablösung der Wachen und Chor der Straßenjungen“, „Habanera“ und „Seguidilla“ leitete über zum Andante in F-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart und die Moldau von Bedřich Smetana. Die Flötistinnen wechselten immer wieder die Plätze, und auch die Moderation lag immer wieder bei einer anderen Musikerin. Auch in den Bearbeitungen charakterisierten sie die musikalische Aussage des Originals deutlich heraus.

Besonders originell hörte sich die Komposition „Chats“ (Katzen) von Marc Berthomieu (1906-1991) mit den Satzbezeichnungen „Persan bleu“, „Puma“, „Siamois“, „Lynx“, „Chat perché“ an. Fünf verschiedene Katzenarten habe der Komponist in Musik umgesetzt und sich in ihr Verhalten hineingedacht, so Linda Zanetti. Edel klang es bei der blauen Perserkatze. Sprungbereit hörte sich die Wildkatze an, exotisch die siamesische Katze. Der Luchs als Nachtkatze wurde mit einem Tonartenwechsel charakterisiert, und der letzte Satz illustrierte eine „Baumkatze“, die auf einem Ast sitzt wie Hühner auf der Stange. Ein seltenes, aber unterhaltsames Thema für ein Musikstück.

Nach der Pause setzten sie ihre musikalische Reise durch die Welt der Musik mit den beiden Sätzen „Pastorale“ und „Vivace“ aus Georg Philipp Telemanns „La Caccia“ fort, das ursprünglich für Blockflöte komponiert wurde, bevor  Pjotr Iljitsch Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ mit zwei Tänzen aufleuchtete – Tanz der Rohrpfeifen, in dem die Flöten auch im Original das Thema haben und Tanz der Zuckerfee, wobei die vier Flöten wunderbar die Celesta-Klänge des Originals imitierten.

Ein jazziges Divertimento von Raymond Guiot mit den drei Sätzen „Nice, Le Domaine Forget und Javea“ setzte einen temperamentvollen Schlusspunkt – delikat und virtuos.

Bericht und Foto: Brigitte Janoschka  –   Das Etere Quartett mit Beatrice Lanaro (von links), Linda Zanetti, Miriam Sonn und Vera Klug


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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