Große Jubiläumsfeier beim Seniorennachmittag im Nußdorfer Festzelt

Ein fast voll besetztes Festzelt, Musik, Begegnungen zwischen den Generationen und vor allem viel Dankbarkeit: Im Rahmen der Nußdorfer Festwoche feierte das Christliche Sozialwerk Neubeuern–Nußdorf–Törwang sein 50-jähriges Bestehen. Seniorinnen und Senioren aus den drei Gemeinden waren zu einem unterhaltsamen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, Brotzeit und kühlen Getränken eingeladen. Doch im Mittelpunkt stand eine Einrichtung, die seit einem halben Jahrhundert dafür sorgt, dass Menschen auch bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit und im hohen Alter möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Ein Festzelt voller Begegnungen, Erinnerungen und Lebensfreude: Der Jubiläumsnachmittag des Christlichen Sozialwerks brachte die Seniorinnen und Senioren aus drei Gemeinden zusammen.

Die Bürgermeisterinnen Susanne Grandauer aus Nußdorf und Susanne Kunz vom Samerberg sowie Neubeuerns Bürgermeister Christoph Schneider gratulierten gemeinsam zum Jubiläum. Zusammen hielten sie ein eigens gestaltetes Erinnerungsbild in den Händen, auf dem das Leitmotiv des Sozialwerks zu lesen war: „Daheim in guten Händen.“
Es war ein Satz, der diesen Nachmittag ebenso treffend beschrieb wie die gesamte Arbeit des Vereins.

Drei Gemeinden gratulieren zu fünf Jahrzehnten gelebter Fürsorge: Bürgermeisterin Susanne Grandauer, Bürgermeister Christoph Schneider und Bürgermeisterin Susanne Kunz feierten im Nußdorfer Festzelt das 50-jährige Bestehen des Christlichen Sozialwerks Neubeuern–Nußdorf–Törwang e. V.

Aus einer christlichen Idee wurde eine tragende Säule

Die Wurzeln des Sozialwerks reichen in die Mitte der 1970er Jahre zurück. Am 14. Juli 1975 kamen im Gasthof Vornberger in Altenbeuern die Pfarrgemeinderäte der drei Gemeinden zusammen. Gemeinsam mit den damaligen Pfarrern Leo Hochreiter, Konrad Karl und Georg Blabsreiter wollten sie eine verlässliche Unterstützung für Familien schaffen, die ihre kranken und pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause versorgten. Am 21. Januar 1976 wurde der Verein schließlich beim Amtsgericht Rosenheim eingetragen.

Mit Plattlern und Tänzen begeisterten die Trachtenkinder die zahlreichen Gäste im voll besetzten Festzelt – ein Auftritt, der sichtbar Freude bereitete.

39 Mitglieder gehörten dem Sozialwerk in seiner Anfangszeit an. Heute zählt der Verein 521 Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt unverändert bescheidene 20 Euro – ein bewusst niedrig gehaltener Betrag, der möglichst vielen Menschen die Unterstützung des Sozialwerks ermöglichen soll.
Sechs Gründungsmitglieder leben noch heute: Rupert Poll, Renate Stein, Mathilde Auer, Renate Pröbstl, Konrad Baumgartner und Hildegard Ettinger. Sie wurden im Festzelt mit besonderem Applaus begrüßt. Auch zahlreiche Frauen und Männer, die dem Verein seit 50 Jahren die Treue halten, waren zur Jubiläumsfeier gekommen und wurden für ihre außergewöhnliche Verbundenheit geehrt.
Ihr gemeinsames Gruppenbild wurde zu einem sichtbaren Zeugnis dafür, wie tief das Sozialwerk in den drei Gemeinden verwurzelt ist. Es wird nicht allein von seinen professionellen Pflegekräften getragen, sondern ebenso von jahrzehntelangem Vertrauen, Mitgliedschaft und gesellschaftlichem Rückhalt.

Ein Gesicht der ersten Stunde: Anni Kirchner war vor 50 Jahren die erste Mitarbeiterin des Christlichen Sozialwerks. Beim Jubiläumsnachmittag im Nußdorfer Festzelt erinnerte ihre Anwesenheit daran, wie aus kleinen Anfängen ein leistungsfähiger und unverzichtbarer Pflegedienst für drei Gemeinden gewachsen ist.

Zwei Mitarbeiterinnen für die ersten Aufgaben

Zu den ersten Mitarbeiterinnen des Sozialwerks gehörten Anni Kirchner und Resi Hollerauer. Anni Kirchner war bei der Jubiläumsfeier im Festzelt anwesend und wurde herzlich begrüßt. Ihr Porträt erzählt von einer Zeit, in der ambulante Pflege noch unter völlig anderen gesellschaftlichen Bedingungen begann.
Damals lebten in vielen Häusern mehrere Generationen unter einem Dach. Pflege und Betreuung wurden überwiegend innerhalb der Familien übernommen – meist von Frauen, die nicht berufstätig waren und sich um Kinder, Haushalt, ältere Angehörige und landwirtschaftliche Arbeiten kümmerten. Entsprechend überschaubar war zunächst der Bedarf an einem professionellen ambulanten Pflegedienst.
Wie sehr sich die Verhältnisse seitdem verändert haben, zeigen die heutigen Zahlen.
Aktuell versorgt das Sozialwerk rund 152 Patientinnen und Patienten. Zu den Aufgaben gehören die ärztlich verordnete Behandlungspflege, etwa das Verabreichen von Medikamenten und Spritzen oder das Anlegen von Kompressionsstrümpfen. Hinzu kommen die Grundpflege mit Unterstützung beim Waschen, Ankleiden und bei der Inkontinenzversorgung sowie Entlastungsleistungen im Haushalt und in der Betreuung.
Darüber hinaus begleitet das Sozialwerk etwa 70 Familien mit den vorgeschriebenen Beratungsgesprächen, wenn Angehörige die Pflege selbst übernehmen.

„Daheim in guten Händen“ – dafür steht dieses Team: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Christlichen Sozialwerks, die täglich dafür sorgen, dass pflegebedürftige Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

33 Beschäftigte und eine ausgezeichnete Pflegequalität

Aus den zwei Mitarbeiterinnen der Anfangsjahre ist ein modernes, leistungsfähiges Team geworden. Heute arbeiten 33 Menschen in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung für das Sozialwerk. Rund drei Viertel der Beschäftigten verfügen über eine pflegerische oder medizinische Ausbildung. Inzwischen bildet die Einrichtung auch selbst Nachwuchskräfte aus und beschäftigt zwei Auszubildende.
Dass dabei nicht nur die menschliche Zuwendung, sondern auch die fachliche Qualität stimmt, bestätigte erst vor wenigen Wochen eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst: Das Sozialwerk erhielt die Bestnote 1,0.
Diese Bewertung sei kein Zufall, sondern Ausdruck einer Arbeit, bei der Professionalität und Menschlichkeit untrennbar zusammengehörten. Das persönliche Leitmotiv der Pflegedienstleitung bringt diesen Anspruch auf einen einfachen und zugleich anspruchsvollen Satz:
„Jeden Patienten jeden Tag zum Lachen bringen.“
Pflege bedeute nicht nur, Medikamente zu geben, Verbände zu wechseln oder Menschen beim Anziehen zu helfen. Sie bedeute ebenso, zuzuhören, Ängste zu nehmen, Angehörige zu entlasten und einem Menschen das Gefühl zu geben, trotz Krankheit oder Pflegebedürftigkeit ein selbstbestimmter und geachteter Teil der Gemeinschaft zu bleiben.

Ein Gesicht, das von einem langen Leben erzählt: Beim Seniorennachmittag im Nußdorfer Festzelt stand neben dem Jubiläum des Sozialwerks vor allem der Mensch im Mittelpunkt.

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“

In ihrer Festansprache würdigte Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer das Sozialwerk als eine „tragende Säule der häuslichen Pflege“. Es ermögliche vielen Menschen, nach einem Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause zurückzukehren oder trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.
„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, erinnerte Grandauer an eine alte Weisheit. Das gelte auch für Menschen, solange ein Ortswechsel nicht aus medizinischen Gründen unumgänglich sei.
Die Pflegebedürftigen würden unabhängig von Herkunft, Konfession oder Weltanschauung versorgt. Damit erfülle das Sozialwerk nicht nur einen sozialen und christlichen Auftrag, sondern in besonderer Weise auch den Anspruch des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Gerade ältere und pflegebedürftige Menschen dürften nicht an den Rand der Gesellschaft gestellt werden. Ihre Lebensleistung müsse gesehen, ihre Selbständigkeit so lange wie möglich erhalten und ihre Persönlichkeit respektiert werden.
Im Namen ihrer Bürgermeisterkollegen dankte Susanne Grandauer allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten, den Angehörigen und den Unterstützern des Sozialwerks. Sie alle leisteten einen unschätzbaren Beitrag dazu, dass Pflege nicht nur als medizinische oder organisatorische Aufgabe verstanden werde, sondern als Verantwortung von Mensch zu Mensch.

Einer, der von Anfang an dabei war: Gründungsmitglied Rupert Poll ließ die ersten Jahre des Christlichen Sozialwerks noch einmal lebendig werden und erinnerte daran, mit wie viel Idealismus und persönlichem Einsatz alles begann.

Erinnerungen aus den Anfangsjahren

Besonders aufmerksam hörten die Gäste zu, als Gründungsmitglied Rupert Poll ans Mikrofon trat. In seiner Tracht und mit einigen Seiten voller Erinnerungen vor sich berichtete er lebendig von den ersten Jahren des Vereins.
Sein Auftritt schlug die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart: von einer kleinen Initiative engagierter Christen hin zu einem professionellen ambulanten Pflegedienst, der heute aus den Gemeinden nicht mehr wegzudenken ist.
Dabei wurde deutlich, dass die Geschichte des Sozialwerks nicht in Verwaltungsakten, Mitgliederlisten oder Prüfberichten besteht. Sie setzt sich vielmehr aus unzähligen Fahrten zu pflegebedürftigen Menschen, aus Gesprächen in Küchen und Wohnzimmern, aus helfenden Händen und aus jenen Momenten zusammen, in denen jemand nicht allein gelassen wurde.

Als sichtbares Zeichen ihrer Wertschätzung überreichten die Gemeinden Neubeuern, Nußdorf und Samerberg dem Christlichen Sozialwerk zu seinem 50-jährigen Bestehen eine gemeinsame Spende in Höhe von 5.000 Euro.

5.500 Euro als Zeichen der Wertschätzung

Die drei Gemeinden Neubeuern, Nußdorf und Samerberg unterstrichen ihre Anerkennung auch mit einer gemeinsamen Spende in Höhe von 5.000 Euro. Die Übergabe durch die kommunalen Vertreter war ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Sozialwerk eine gemeinsame Aufgabe und ein verbindendes Element über Gemeindegrenzen hinweg ist.

Zum 50-jährigen Jubiläum gratulierte die Frauengemeinschaft Samerberg nicht nur mit herzlichen Worten, sondern auch mit einer Spende von 500 Euro – ein wertvoller Beitrag für die wichtige Arbeit des Christlichen Sozialwerks in den drei Gemeinden.

Eine weitere Spende in Höhe von 500 Euro überreichte die Frauengemeinschaft Samerberg. Auch diese Unterstützung zeigte, wie breit das Sozialwerk in Vereinen, kirchlichen Gemeinschaften und im gesellschaftlichen Leben der Region verankert ist.
Unter den Gästen befanden sich auch Pfarrer Dr. Darius Magunda, Diakon Günter Schmitzberger und Bruder Damian, der Eremit aus dem Kirchwald.

Nach dem Auftritt sucht eines der jüngsten Trachtenkinder kurz die Nähe einer vertrauten Hand – ein stiller Moment, der zeigt, wie Gemeinschaft und Tradition von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Kinder brachten Freude ins volle Festzelt

Der Jubiläumsnachmittag war jedoch weit mehr als ein Festakt. Die Musikkapelle Nußdorf sorgte für die musikalische Begleitung, während die Trachtenkinder und die Trachtenjugend mit ihren Auftritten das voll besetzte Zelt begeisterten.
Als die Mädchen und Buben auf der Bühne tanzten und plattelten, richteten sich Hunderte Augenpaare auf den Nachwuchs. Kinder und Senioren begegneten sich an diesem Nachmittag nicht nur räumlich, sondern auch sinnbildlich: Die Jüngsten trugen ihre Freude zu jener Generation, die über viele Jahrzehnte Familien, Gemeinden, Vereine und das gesellschaftliche Leben geprägt hatte.

Doppelte „50“ im Nußdorfer Festzelt: Bürgermeisterin Susanne Grandauer, die selbst erst vor wenigen Tagen ihren 50. Geburtstag gefeiert hatte, wurde bei der Jubiläumsfeier des Christlichen Sozialwerks mit einem prächtigen Blumenstrauß überrascht.

Dazwischen waren die Helferinnen mit großen Tabletts voller Torten, Kuchen und Schmalzgebäck unterwegs. Trotz des vollen Zeltes wurde aufmerksam bedient, nachgefragt, nachgeschenkt und geholfen. Auch darin spiegelte sich das wider, was die Arbeit des Sozialwerks seit 50 Jahren ausmacht: den einzelnen Menschen inmitten einer großen Gemeinschaft nicht aus den Augen zu verlieren.

Kuchen, Torten und ein freundliches Lächeln: Mit großem Einsatz sorgten die Helferinnen dafür, dass es den Gästen beim Jubiläumsnachmittag im voll besetzten Festzelt an nichts fehlte.

Ein Versprechen an die Menschen der Region

Das Christliche Sozialwerk Neubeuern–Nußdorf–Törwang ist heute ein moderner Pflegedienst. Doch seine eigentliche Stärke lässt sich nicht allein in Mitgliederzahlen, Beschäftigten, Pflegeeinsätzen oder Prüfnoten ausdrücken.
Sie liegt in dem Versprechen, Menschen auch dann nicht allein zu lassen, wenn das Leben beschwerlicher wird. Sie liegt in der Bereitschaft, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu beraten, zu unterstützen und in schwierigen Situationen zu begleiten. Und sie liegt in dem Bemühen, Selbständigkeit zu erhalten, Ressourcen zu stärken und dort, wo Heilung oder Förderung nicht mehr möglich sind, lindernd und menschlich beizustehen.
So wurde die Jubiläumsfeier im Nußdorfer Festzelt zu einem Nachmittag der Begegnung, des Erinnerns und des Dankes. Vor allem aber machte sie sichtbar, was in den vergangenen 50 Jahren gewachsen ist: ein verlässliches Netzwerk der Fürsorge, getragen von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, treuen Mitgliedern, unterstützenden Gemeinden und einer gemeinsamen Verantwortung für jene Menschen, die Hilfe benötigen.

Seit einem halben Jahrhundert an der Seite des Sozialwerks: Die für 50-jährige Mitgliedschaft geehrten Frauen und Männer stehen für eine außergewöhnliche Treue und für die breite Verankerung des Vereins in den drei Gemeinden.

Damit sie auch im Alter, bei Krankheit und in schwierigen Lebensphasen sagen können: Ich bin daheim – und ich bin in guten Händen.

Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche


Redaktion

Rainer Nitzsche

Als Webseiten-Entwickler bin ich für die Gestaltung und den technischen Betrieb dieser Plattform verantwortlich und versuche, die Seite ständig aktuell und zeitgemäß zu halten.

Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
Mehr Fotos finden Sie auch auf meiner Webseite unter www.rainernitzsche.de

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!