Natur & Umwelt

ALE: Feldtag am Abtsdorfer See

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Beim gemeinsamen Feldtag des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein im Rahmen des boden:ständig-Verfahrens standen im April Maßnahmen zur Verringerung von Nährstoffeinträgen in den Abtsdorfer See im Mittelpunkt. Mit seiner Meisterarbeit zeigte der Landwirt Konrad Holzhauser ein interessantes Beispiel für einen erosionsmindernden Anbau.

 Im ersten Teil der Exkursion wurde auf einer Versuchsfläche von Konrad Holzhauser der Anbau von Winterzwischenfrüchten besichtigt. Im zweiten Teil stellte der Landwirt im Gasthaus Leobendorf die Ergebnisse seines Meisterarbeitsprojekts zum Thema „Erosionsmindernder Maisanbau auf einer Kleegraszwischenfrucht“ vor.

Die Flächen des Betriebs Holzhauser liegen im Einzugsgebiet des Abtsdorfer Sees und sind nach Erosionsschutzverordnung als K-Wasser-2 mit entsprechenden Bewirtschaftungsauflagen eingestuft. Konrad Holzhauser hatte sich bei seinem Meisterarbeitsprojekt daher damit auseinandergesetzt, Bodenerosion zu vermeiden, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu sichern und gleichzeitig praxistaugliche pfluglose Bodenbearbeitungsstrategien zu entwickeln.

Für den Versuch wurden zehn Parzellen mit unterschiedlichen Bodenbearbeitungsverfahren, Saattechniken und Reihenabständen angelegt. Bei der Ernte wurden von Konrad Holzhauser dann Parameter wie beispielsweise der Trockenmasseertrag gemessen. Die Auswertung der Messungen ergab als beste Variante die Bestellung der Maisäcker mit einer Kombination aus Fräse oder Flachgrubber (zur Zerstörung der Grasnarbe), Grubber (tiefe Lockerung) und Kreiselegge (Nachbearbeitung). Für das Jahr 2026 plant Holzhauser, seine Flächen nach diesem Verfahren zu bewirtschaften und dabei wenn möglich auch noch auf den Einsatz der Kreiselegge zu verzichten, um Kosten zu sparen.

Vor dem zweiten Teil des Feldtages trafen sich die Teilnehmer auf der Versuchsfläche von Konrad Holzhauser zur Besichtigung der Zwischenfrüchte. Nach der Maisernte im Herbst 2025 hatte Holzhauser sieben Parzellen mit unterschiedlichen Saatgutmischungen angelegt. Die Varianten reichten von reinen Beständen wie 100 Prozent Winterrübsen oder Grünroggen bis hin zu vielfältigen Mischungen mit hohem Leguminosenanteil sowie einer Parzelle mit einer Restmischung aus verschiedenen Saatgütern.

Franz Gmaindl (AELF Traunstein) und Christian Fuchsgruber (Umsetzungsbegleiter boden:ständig) erläuterten bei jeder Variante die Krümelstruktur des Bodens, die Wurzelmasse sowie die Bestandsdichte der Pflanzen. Damit konnten die verschiedenen Mischungen hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile bewertet werden. Im direkten Vergleich zeigten sich deutliche Unterschiede in Wuchsentwicklung, Bodenbedeckung und Durchwurzelung. Besonders dicht entwickelte sich eine Mischung aus Rübsen, Raps und Wicken. Auch eine Eigenmischung aus Winterrübsen, Inkarnatklee und Grünroggen sowie die Variante mit reinem Winterrübsenbestand überzeugten durch gute Entwicklung und Durchwurzelung bei gleichzeitig geringen Kosten. Insgesamt wurde deutlich, dass der Aussaatzeitpunkt einen großen Einfluss auf die Entwicklung hat und mit späterer Saat die Auswahl geeigneter Zwischenfrüchte deutlich eingeschränkt ist.

Bericht und Fotos: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern

Foto 1:  Auf Versuchsflächen werden verschiedene erosionsmindernde Bodenbearbeitungsstrategien entwickelt.

Foto 2:  Zur Bewertung der Vor- und Nachteile von Zwischenfrüchten wird jede Variante in Bezug auf die Krümelstruktur des Bodens, die Wurzelmasse oder die Bestandsdichte der Pflanzen untersucht.


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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