Mit 60 Fieranten, regionalen Erzeugnissen und einem vielfältigen Warenangebot belebte der Herbst- und Regionalmarkt am Sonntag, 8. November, den historischen Marktplatz von Neubeuern. Zwischen herbstlich gefärbten Bäumen und bemalten Fassaden gab es beim Rundgang viel zu entdecken – und immer wieder einen Anlass, stehen zu bleiben.

Schon der Blick von oben machte Lust auf einen Spaziergang: Marktstände und Pavillons säumten den Weg zur Kirche, dazwischen waren Besucher unterwegs. Über den Dächern lag ein grauer Novemberhimmel, die bewaldeten Hänge im Hintergrund verschwanden im Dunst. Auf dem Marktplatz setzten das gelbe und rostbraune Laub und die bunten Auslagen kräftige Farbtupfer.

Von 9 bis 17 Uhr erstreckte sich das Angebot von praktischen Haushaltswaren über Kleidung und Lederwaren bis zu Schmuck, Dekoration und handgenähten Geschenkartikeln. Doch beim Schlendern waren es oft einzelne Dinge, an denen der Blick hängen blieb: an den Trachtenhüten mit ihren grünen Kordeln etwa, an farbenfrohen Blumenarrangements oder an bestickten Handtüchern mit Tiermotiven. Ein grüner Trachtenrock wurde vor einem Geschäft ausgebreitet und begutachtet. Solche kleinen Szenen machten den Rundgang abwechslungsreich.


Im oberen Bereich des historischen Marktplatzes hatte der Regionalmarkt seinen Platz. Hier standen Erzeugnisse aus der näheren Umgebung im Mittelpunkt. Walnussprodukte, Honig, Marmeladen und Aufstriche gehörten ebenso zum Angebot wie Liköre und Schnäpse, Chilis, Mühlenprodukte und Artikel aus Alpakawolle. Wer sich für die Herkunft der Waren interessierte, fand an den Ständen die Gelegenheit zum direkten Gespräch mit den Anbietern.

Ein paar Schritte weiter lockten die kulinarischen Auslagen. Am Obststand lagen Äpfel und Birnen neben Zwetschgen, Granatäpfeln und Zitrusfrüchten. An anderer Stelle hingen verzierte Lebkuchenherzen, darunter eines mit der Aufschrift „Du bist aus dem Himmel“. Ein Käseverkäufer präsentierte ein stattliches Stück seines Angebots; am Speckstand lagen aufgeschnittener Schinken und kleine Brothappen bereit.

Verantwortlich für den Neubeurer Herbst- und Regionalmarkt: Angelika Kästner, Assistenz des Bürgermeisters, und Doris Engelmann, Leiterin der Gästeinformation, auf dem historischen Marktplatz.

Zum herbstlichen Marktbild passten besonders die heißen Maroni: Beim Anheben des Deckels stieg Dampf über den glänzend braunen Früchten auf. Auch am Raclettegerät ging es warm zu. Unter dem Heizstrahler schmolz der Käse, eine Scheibe Brot war schon bereit. Steckerlfisch, Feinkost und weitere Spezialitäten ergänzten das Angebot. Zwei junge Besucherinnen mit gefüllten Pommes-Tüten zeigten, dass auch ein unkomplizierter Imbiss seinen Platz auf dem Markt hatte.

Vor allem aber bekam dieser Herbstsonntag durch die Menschen an den Ständen und zwischen den Auslagen sein Gesicht. Zwei Frauen in grünen Schürzen lächelten aus ihrem Verkaufsstand, Besucher ließen sich gemeinsam fotografieren. Da war ein junger Musikant mit seiner Harmonika, und da war das Kind hinter den Kisten mit Äpfeln und Walnüssen, die Hände auf die hölzernen Ränder gelegt. Es waren diese kleinen Szenen, die dem Rundgang etwas Persönliches gaben.

Für eine Pause boten sich die Cafés und Gasthäuser am Marktplatz an. Wer den Rundgang um Kunst und Ortsgeschichte erweitern wollte, konnte zudem die Galerie beziehungsweise das Museum im Kulturhaus am Marktplatz 4 besuchen.

So ließ sich der Neubeurer Herbstmarkt im eigenen Tempo erkunden: hier ein Blick auf die Auslagen, dort etwas Warmes zu essen und dazwischen Zeit für eine Begegnung. Die historischen Häuser und die herbstlichen Bäume gaben diesem Marktsonntag den passenden Rahmen.

Text & Fotos: Rainer Nitzsche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Redaktion

Rainer Nitzsche

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