Kultur

Sachrang erstrahlt im Posaunengold

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Vierzehn junge Posaunisten, sämtliche aus der Klasse von Kris Garfitt von der Musikhochschule Trossingen, junge Begabungen aus 7 verschiedenen Teilen der Welt, eröffneten das Konzert in der Kirche St.Michael in Sachrang mit der „Feuerwerksmusik von G.F.Händel. Ein Klang größter Intensität und Homogenität und vor dem goldverbrämten Altar der Kirche mischten sich die goldglänzenden Posaunen zu einem strahlenden Gesamtbild.

Nach dieser Einleitung kam Johanna Garfitt-Schellenberger an der Harfe hinzu und nach einem brillanten Vortrag des Impromptus in Des für Harfe solo von Gabriel Faure, einem zentralen herausfordernden Werk der Harfenliteratur, spielte sie gemeinsam mit Ihrem Ehemann Kris Garfitt 3 Werke für Posaune und Harfe: Von Franz Strauss, dem Vater von Richard Strauss und Solohornist an der Bayerischen Staatsoper München das Notturno op.7, von Johannes Brahms das (Klavier-)Intermezzo in A op.118/2 in einer Bearbeitung für Posaune und Harfe, sowie das beim letzten European Song-Contest ausgezeichnete portugiesische Lied „Amar pelos dois“ von Luisa Sobral. Diese 3 Stücke in der Kombination Posaune/Harfe hatten einen besonderen klanglichen Reiz und wurden mit großer musikalischer Intensität von den beiden jungen Großmeistern auf ihren Instrumenten vorgetragen.

Danach traten wieder alle 14 Studierende der Trossinger Posaunenklasse zusammen und spielten unter der Leitung von Hansjörg Schellenberger zwei gegensätzliche Stücke: Aus Giovanni Gabrielis „Sacrae Symphonie“ das „Canon Primi Toni“, aus der Zeit der großen Madrigalisten und ein Werk aus dem 20. Jahrhundert von Samuel Barber: das „Adagio für Streicher op.11“ in einer Transkription  für Posaunenensemble. Die sakral gesungene Kraft in Gabrielis Werk und das dicht gesponnene schwebende Werk von Barber wirkten in dieser Besetzung mit vielen Posaunen ausserordentlich überzeugend, zumal alle Beteiligten mit ihrem großen Können einen geschlossenen Klangkörper hervorbrachten.

Zum Abschluss des Programmes gab es mit dem Posaunenensemble unter der Leitung von Roberto de la Guia das elegisch-rhythmische Stück „The seven Trombones of Apocalypse“ – die aber nicht wie die Trompeten von Jericho auftraten sondern wunderbaren Wohlklang verbreiteten. Der Dirigent Roberto de la Guia, der selbst Solo-Posaunist beim Deutschen Sinfonieorchester in Berlin ist und neben Kris Garfitt in diesen Tagen die Studierenden beim Musikforum Sachrang unterrichtete, spielte als spontane Zugabe mit großer Schönheit noch ein Adagio von Arcangelo Corelli, eingerichtet für Posaune und Harfe.

Ein Konzert ganz spezieller Art bei dem besonders der Klang in der Kirche St.Michael in schönster Fülle zum Tragen kam.

Johann Grasselli


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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