Tourismus

Bergsteigerdörfer-Dialog in Schleching

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nach der bayerischen Kommunalwahl gibt es in zwei Gemeinden der deutschen Bergsteigerdörfer neue Bürgermeister: In Ramsau bei Berchtesgaden wurde Richard Graßl (CSU) neu gewählt, in Schleching Thomas Müllinger (BfS). Kennengelernt hatten sie sich bei einem Workshop des Deutschen Alpenvereins, das sollte jetzt intensiviert werden. Mit dabei waren auch Aschaus Erster Bürgermeister Simon Frank, der Sachrang im „Geigelstein-Duo“ mit Schleching vertritt und der Erste Bürgermeister des Bergsteigerdorfs Kreuth, Josef Bierschneider.

Zum Austausch trafen sich die Beteiligten zunächst im Rathaus, anschließend auf dem Streichen. Weitere Teilnehmer des Workshops waren vom Deutschen Alpenverein (DAV) der Vizepräsident Wolfgang Arnoldt, Steffen Reich, Ressortleiter Naturschutz und Kartografie und Lars Bengsch, der neue Ansprechpartner für die Bergsteigerdörfer beim DAV, sowie die Touristiker aus den Orten. Im Gespräch erläuterte Bengsch, dass er sich als Bindeglied zwischen den Bergsteigerdörfern sieht. Er wolle den Erfahrungsaustausch fördern und dazu beitragen, die Ziele der Alpenkonvention – sanften, nachhaltigen Tourismus und den Schutz des alpinen Raums – mit Leben zu füllen. Einiges sei bereits auf den Weg gebracht, berichtete Bengsch. So werde an einem Tourenführer „Mit den Öffis in die Berge“ gearbeitet, der Tourenvorschläge mit öffentlichen Verkehrsmitteln enthält und dadurch auch Bergüberschreitungen ermöglicht. Weitere Aktionen seien das Schwenden von Almen und der Aufruf, an Silvester auf Böller zu verzichten.

Bürgermeister Thomas Müllinger bedankte sich für die Unterstützung des DAV und den neu angestoßenen Austausch. Als Höhepunkt des Jahres 2028 nannte er das internationale Treffen aller 43 Bergsteigerdörfer aus fünf Ländern, das in Schleching und Sachrang stattfinden wird. Weit über 100 Teilnehmer werden erwartet, um Erfahrungen auszutauschen und Synergien zu finden. Wie wichtig die Zusammenarbeit ist, zeigt sich an den ähnlichen Herausforderungen der Orte. In diesem Jahr beschäftige viele Bergsteigerdörfer vor allem die Ressource Wasser, insbesondere auf den Almen, berichtete Bengsch. Zum Abschluss führte Thomas Müllinger die Gäste durch den Berggasthof Streichen mit Berghotel. Das historische Anwesen gilt als Beispiel dafür, wie sich der Erhalt wertvoller Bausubstanz und eine zeitgemäße Nutzung verbinden lassen – ganz im Sinne der Bergsteigerdörfer, die ihre Besonderheiten bewahren und ihre Zukunft gemeinsam gestalten wollen. wun

Text und Fotos: Sybilla Wunderlich – Hintere Reihe: Simon Frank, Erster Bürgermeister Aschau; Lars Bengsch, DAV – Ansprechpartner für die Bergsteigerdörfer; Rudi Fendt, ehemaliger Bürgermeister Bergsteigerdorf Ramsau; Wolfgang Arnoldt, Vizepräsident DAV; Richard Graßl, Erster Bürgermeister Ramsau Vordere Reihe: Slavka Gajdosova, Tourist-Info Ramsau; Elisabeth Keihl, Vorständin Achtental Tourismus; Steffen Reich, DAV Ressortleiter Naturschutz und Kartografie; Herbert Reiter, Leiter Tourist-Info Aschau; Andy Gruhle, Arbeitskreis Bergsteigerdorf Sachrang, Tom Müllinger, Bürgermeister Schleching

– vor der Kulisse des Geigelstein v.l. Wolfgang Arnoldt Vizepräsident DAV, die drei Bürgermeister Thomas Müllinger, Simon Frank und Richard Graßl

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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