Leitartikel

Kein Bundesprogramm für Bernaus Hallenbad

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Gemeinde Bernau am Chiemsee ist bei der Auswahl für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ nicht berücksichtigt worden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte am 23. September 2026 aus rund 940 eingereichten Projektskizzen 195 Projekte für eine Förderung ausgewählt; Bernau gehörte nicht dazu.

Der Gemeinderat hatte zuvor einstimmig beschlossen, sich mit einer Projektskizze an dem Verfahren zu beteiligen. Ziel war es, die langfristige Zukunft der Schwimmbadversorgung in der Region zu sichern. Das Bundesprogramm stellte erstmals 250 Millionen Euro gezielt für kommunale Schwimmbäder bereit; gefördert wurden vorrangig Sanierungen, in begründeten Ausnahmefällen auch Neubauten. Die Auswahl war äußerst umkämpft: Für das Programm gingen Projektskizzen mit beantragten Bundesmitteln von insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro ein, während lediglich 250 Millionen Euro zur Verfügung standen. Die Gemeinde hatte sich gemeinsam mit Sportreferent Matthias Vieweger intensiv mit den Förderbedingungen beschäftigt und an einer Informationsveranstaltung teilgenommen.

Eine Förderung hätte bis zu 45 Prozent der anrechenbaren Kosten, bei finanzschwachen Kommunen sogar bis zu 75 Prozent, umfasst. Ergänzend wären staatliche Mittel aus dem Finanzausgleichsgesetz sowie Spenden auf den Eigenanteil anrechenbar gewesen. Bei geschätzten Gesamtkosten von rund 18 Millionen Euro hätte der verbleibende kommunale Anteil damit möglicherweise unter fünf Millionen Euro liegen können. Trotz der Absage sieht die Gemeindeverwaltung die Grundlagenarbeit nicht als vergeblich an. Bereits seit einiger Zeit führen Bernau am Chiemsee und umliegende Kommunen Gespräche über die Realisierung eines neuen Schwimmbades als interkommunales Projekt. Das Interesse der Nachbargemeinden ist groß; erforderlich wäre lediglich eine Leitgemeinde, die die Antragstellung übernimmt.

Sportreferent Matthias Vieweger hatte sich klar für einen Neubau ausgesprochen. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber hatte zudem darauf hingewiesen, dass eine Sanierung des bestehenden Hallenbades aus wirtschaftlichen Gründen vermutlich nicht mehr darstellbar sei. Im Gemeinderat bestand Einigkeit, dass eine solche Förderchance so schnell nicht wiederkehrte. Die Gemeinde wird nun prüfen, welche Möglichkeiten es für eine weitere Förderbeteiligung gibt. Der Bund hat für Ende Oktober die Veröffentlichung eines weiteren Projektaufrufs angekündigt, auf den sich Städte, Gemeinden und Landkreise erneut bewerben können. Zugleich sollen die Gespräche mit den Partnerkommunen über eine gemeinsame Umsetzung fortgeführt werden.

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber bedankt sich bei allen Beteiligten für die engagierte Vorbereitung der Bewerbung: „Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir diesmal nicht berücksichtigt wurden. Die hohe Nachfrage zeigt jedoch auch, wie groß der Bedarf an zukunftsfähigen Schwimmbädern bundesweit ist. Wir bleiben am Thema dran und prüfen gemeinsam mit unseren Nachbarkommunen, wie wir die Schwimmbadversorgung für die Region langfristig sichern können.“

Bericht und Foto: Gemeinde Bernau a. Chiemsee


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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