Der Vorlesungsbetrieb läuft bereits eine Weile, nun wurden die Räumlichkeiten der Technischen Hochschule in Ruhpolding offiziell eröffnet. Der Außenstandort des Campus Chiemgau ist auf dem Vinzentinum-Areal, einem ehemaligen Krankenhausgelände, angesiedelt. Die Wohnungsbau GmbH des Landkreises Traunstein hatte das ehemalige Krankenhausgebäude von den Kliniken Südostbayern erworben und dann umgebaut. Neben Vorlesungsräumen und Laboren gibt es direkt im Gebäude auch Wohneinheiten für Studierende.
Nach der Begrüßung durch die beiden geschäftsführenden Leiterinnen des Campus Chiemgau, Doreen Franzke und Franziska Riese, blickte Hochschulpräsident Professor Heinrich Köster auf die Historie des jüngsten Standorts der TH Rosenheim zurück. Man habe vor ein paar Jahren überraschend das Angebot des Landkreises Traunstein bekommen, in Ruhpolding etwas aufzubauen. „Das hat sehr gut zu unserer Strategie gepasst, Bildungsangebote unserer Hochschule in den ländlichen Raum zu bringen“, sagte Köster.
Er freue sich darüber, dass der Campus Chiemgau in Traunstein sozusagen eine Zweigstelle erhalten habe, die auch noch Wohnmöglichkeiten für Studierende biete. „Dem Landkreis mit seiner Wohnungsbaugesellschaft gebührt hierfür ebenso großer Dank wie der Gemeinde Ruhpolding und dem Team des Campus Chiemgau. Es ist großartig, was hier entstanden ist“, so der Präsident. „Aus Patientenzimmern wurden Studentenzimmer und Labore, aus der Caféteria ein multifunktionaler Seminar- und Veranstaltungsraum und aus der Kapelle ein Vorlesungssaal mit moderner IT-Ausstattung. Das ist wirklich ein Vorzeigeprojekt.“
„Langfristiger Mehrwert für die Region“
Landrat Andreas Danzer betonte in seiner Rede die hohe Bedeutung des Campus Chiemgau für die Region um Traunstein, um Wissenschaft und Wirtschaft enger zu verzahnen. „Der neue Standort hier in Ruhpolding ist ein weiterer Baustein in unserer Strategie, den Wissenstransfer in die Wirtschaft zu verbessern und Fachkräfte für die hiesigen Unternehmen auszubilden“, betonte Danzer. Der Landkreis habe dafür einiges an Mitteln in die Hand genommen: Die Kaufsumme für das Areal belief sich auf etwa 5,5 Millionen Euro, für den Umbau und die bedarfsgerechte Ausstattung des Gebäudes wurden circa 450.000 Euro fällig. „Wir sehen das Geld aber bestens angelegt mit Blick auf den langfristigen Mehrwert, der hier geschaffen wird.“
Sichtlich stolz zeigte sich Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer: „Es gibt nicht viele ländliche Gemeinden, die von sich sagen können, dass sie Hochschulstandort sind.“ Der Einzug der Hochschule in das ehemalige Klinikum sei aus mehreren Gesichtspunkten ein großer Gewinn für den Ort. „Zum einen haben wir eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes, zum anderen profitiert die Gemeinde nicht nur vom Bildungsangebot, sondern auch von den jungen Menschen, die hier studieren“, betonte das Gemeindeoberhaupt. So seien bereits ein paar Studierende in der Gastronomie oder in Hotels als Aushilfskräfte beschäftigt. Zudem bekomme der Einzelhandel zusätzliche Kunden. Pfeifer verwies darauf, dass in der Zukunft bis zu 150 Studierende in Ruhpolding lernen und teilweise auch wohnen können. „Das ist eine ganz tolle Perspektive und wir freuen uns sehr darüber.“
Knapp 30 Erstsemester im neuen Studiengang Smart Interactive Media
Seit etwa einem Jahr finden bereits manche Vorlesungen und praktische Übungen des Studiengangs E-Commerce, der schwerpunktmäßig am Campus Chiemgau in Traunstein angesiedelt ist, in Ruhpolding statt. Zum Wintersemester 2026/27 startete mit Smart Interactive Media der erste Studiengang, der hauptsächlich in Ruhpolding unterrichtet wird. Knapp 30 Erstsemester haben sich dafür eingeschrieben.
„Wir verbinden Inhalte aus verschiedenen Bereichen, also zum Beispiel aus der Mediengestaltung und der Informatik, um innovative und interaktive Anwendungen zu entwickeln. Dabei geht es zum Beispiel um Virtual und Augmented Reality, 3D-Design, Animation, Medienproduktion und die Anwendung von Künstlicher Intelligenz“, erläuterte Studiengangsleiter Professor Sebastian Feger. Seinen Worten nach haben die künftigen Absolventinnen und Absolventen vielfältige berufliche Chancen: „Sie arbeiten an der Schnittstelle von Innovation, Technologie, Medien und Design in Unternehmen, Agenturen, Start-ups oder in der Forschung.“
Die Technische Hochschule Rosenheim zählt zu den wichtigsten Bildungsstätten Südostbayerns und verbindet ein starkes regionales Profil mit internationalem Renommee. Zehn Fakultäten decken mit mehr als 60 Bachelor- und Masterstudiengängen die Bereiche Technik, Wirtschaft, Gestaltung, Gesundheit und Soziales ab. Neben dem regulären Studienangebot bietet die TH Rosenheim duale und praxisbegleitende Modelle an, die akademische Bildung mit einer Berufsausbildung oder zusätzlicher Praxiserfahrung in Unternehmen verbinden. Die rund 7.600 Studierenden profitieren von einer hervorragenden technischen Ausstattung der Werkstätten und Labore, persönlicher Betreuung und einer anwendungs- und praxisorientierten Lehre, die ausgezeichnete Karriereperspektiven eröffnet. Im Wintersemester 2026/27 sind rund 200 Professorinnen und Professoren in Forschung und Lehre tätig.
Text: Pressestelle TH Rosenheim – Bildquelle: Anton Maier





