Wie eigentlich zu jeder Jahreszeit und bei fast jedem Wetter ist es auch jetzt wieder sehr schön am Chiemsee. Diesmal führt uns ein Spaziergang in den Chiemseepark Felden. Es ist frisch und windig, und entsprechend ruhig ist es am See. Nur wenige Spaziergänger sind unterwegs.
Doch das Wetter hat ein Einsehen mit uns. Die Wolken beginnen sich aufzulösen, immer mehr blaue Flecken zeigen sich am Himmel. Auch die Berge, die zunächst noch völlig im Wolkendunst verschwunden sind, tauchen langsam wieder auf. Erst sind einzelne Konturen zu erkennen, dann zeigen sich Kampenwand, Zellerhorn und Hochries immer deutlicher.
Unser eigentliches Ziel ist der Irschener Winkel. Wir wollen wieder einmal schauen, was sich dort in der Vogelwelt tut. Doch diesmal gibt es zunächst eine Überraschung: Der Aussichtsturm ist nicht mehr da. Schade, denn von dort hatte man einen besonders schönen Blick über den See und auf die zahlreichen Wasservögel. Aber auch von einer Ruhebank am Ufer lässt sich die Natur gut beobachten. Und zu sehen gibt es reichlich: Auf dem Wasser tummeln sich unzählige Wasservögel. Enten, Blässhühner und Kormorane sind auf dem See unterwegs und lassen sich beobachten.
Auffällig ist diesmal vor allem der ungewöhnlich niedrige Wasserstand des Chiemsees. Große Bereiche des sonst überschwemmten Ufers liegen trocken, dazwischen ragen Pflanzenreste aus dem flachen Wasser. Dadurch hat der Irschener Winkel ein völlig anderes Aussehen als sonst. Gerade diese Veränderungen machen den Chiemsee immer wieder interessant. Jahreszeit, Wetter, Licht und Wasserstand sorgen dafür, dass selbst ein vertrauter Ort jedes Mal ein anderes Gesicht zeigt.
Und so sitzen wir schließlich auf der Bank, schauen hinaus auf den See und genießen die ruhige Herbststimmung. Die Berge werden immer deutlicher, die Wasservögel ziehen ihre Bahnen – und für einen Moment ist es einfach nur schön, am Chiemsee zu sein.










