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Babensham: 170 Jahre Ortsgeschichte

Die Hoftafeln lagen nach Ortschaften sortiert aus; viele Besucher suchten im Gasthaus Brunnlechner nach der Tafel für ihr Anwesen.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Wie haben sich Höfe und Ortschaften in Babensham über Generationen entwickelt? Darauf geben jetzt 170 Hoftafeln und 19 Ortsgeschichtstafeln Antwort. Sie sind das Ergebnis des LEADER-Projekts „Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte – Babensham“, das mit einer Veranstaltung im Gasthaus Brunnlechner abgeschlossen wurde.

Schon vor dem offiziellen Beginn staute es sich auf der Tanzfläche. Die Hoftafeln lagen, nach Ortschaften sortiert, auf Biertischen, die großen Ortsgeschichtstafeln standen an den Fenstern. Viele Besucher suchten sofort nach ihrem Anwesen oder nach bekannten Familiennamen. „Die Hoftafeln erzählen uns Geschichten“, sagte Bürgermeister Martin Kubiczek. Sie sollten neugierig machen, denn wer wisse, woher er kommt, verstehe auch besser, was die Gemeinde heute ausmache. Den Anstoß, die Geschichte der Höfe und Ortschaften auf Tafeln festzuhalten, gaben vor vier Jahren die Vorbereitungen zum Jubiläum „1100 Jahre Babensham“. 2025 trugen dann Wast Hintermayr und Isabella Eicher die Daten zu den Höfen zusammen. Dabei unterstützte sie Hans Wernberger, zweiter Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde: Der Genealoge durchforstete die Archive nach Quellen. Die Recherche sei mitunter herausfordernd gewesen, habe ihm aber „unheimlich Spaß“ gemacht.

Möglich wurde das Projekt durch die Förderung über LEADER. Sepp Reithmeier von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Seenplatte lobte das Vorhaben als gelungenes Beispiel dafür, was LEADER leisten kann: Bürgerinnen und Bürger setzen vor Ort eigene Ideen um und stärken so den Zusammenhalt und die Identität ihrer Region. Mit den Hof- und Ortsgeschichtstafeln werde Wissen gesichert, das sonst verloren gehen könnte. Anna Bruckmeier, Leiterin des für LEADER zuständigen Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim und selbst in Babensham zu Hause, betonte, wie wichtig es sei, die eigene Heimat wertzuschätzen. An den Hoftafeln lasse sich nun ganz konkret ablesen, wie sich Anwesen von Generation zu Generation entwickelt haben.

Der größte Applaus des Abends galt Wast Hintermayr. Er hatte viele Stunden ehrenamtlich investiert, meist im Hintergrund. Isabella Eicher, die durch den Abend führte, nannte ihn den „Motor“ des Projekts. Bürgermeister Kubiczek sprach ihm den Dank der Gemeinde aus und dankte auch Isabella Eicher für Organisation und Koordination. Als Anerkennung überreichte er Wast Hintermayr ein eigenes „Taferl“. Danach kam der Moment, auf den viele gewartet hatten: Die Haus- und Hofeigentümer nahmen ihre Hoftafeln in Empfang. In den kommenden Wochen werden sie an den Anwesen angebracht. Wer dann durch die Ortschaften geht, kann an vielen Hauswänden ablesen, wie Babensham und seine Ortsteile zu dem wurden, was sie heute sind.

Text und Bildmaterial: Isabella Eicher


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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