Allgemein

Zum Welternährungstag am 16. Oktober

Köche richten Speisen an, frisches Gemüse liegt im Vordergrund.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Ernährungssicherheit ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Zum Welternährungstag am 16. Oktober mahnt Bayerns Landwirtschafts- und Ernährungsministerin Michaela Kaniber, die zuverlässige Versorgung mit Lebensmitteln stärker als politische Kernaufgabe zu begreifen. Globale Krisen, geopolitische Spannungen und der Klimawandel zeigen, wie verletzlich die Ernährungssysteme geworden sind. Deshalb gilt es, die weltweite Lebensmittelversorgung zu sichern, ohne dabei die eigene Erzeugung zu schwächen. Denn internationale Verantwortung und heimische Ernährungssouveränität gehören untrennbar zusammen.

„Wer den Hunger in der Welt bekämpfen will, muss die Landwirtschaft stärken. Denn Ernährungssicherheit beginnt nicht mit politischen Absichtserklärungen, sondern auf den heimischen Feldern und in den heimischen Ställen. Wir brauchen eine leistungsfähige Landwirtschaft, die ausreichend hochwertige Lebensmittel erzeugen kann – in Bayern, in Deutschland und weltweit“, betonte Kaniber. Dabei dürfe niemand die Risiken einseitiger Abhängigkeit vom Weltmarkt unterschätzen. Internationale Handelsbeziehungen seien zwar unverzichtbar, müssten aber fair und verlässlich gestaltet werden. „Lebensmittel sind keine beliebige Handelsware. Wenn große Mächte die Verfügbarkeit von Getreide beeinflussen oder gar bestimmen können, wird Ernährung zum politischen Druckmittel. Deshalb brauchen wir offene Märkte und verlässliche Partner. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Versorgung von den Entscheidungen einzelner anderer Staaten abhängt. Und was wir auch im Blick behalten müssen: Welche Auswirkungen unsere Nachfrage auf andere Teile der Welt hat“, so die Ministerin.

Umso wichtiger sei es, die landwirtschaftliche Erzeugung in Bayern dauerhaft zu sichern. Denn einmal verlorene Produktionskapazitäten ließen sich nicht einfach wieder aufbauen. Gerade vergangenen Krisen aus jüngster Vergangenheit hätten gezeigt, wie gefährlich es sei, sich bei lebenswichtigen Gütern auf internationale Lieferketten zu verlassen. „Wir dürfen unsere Ernährungssicherheit nicht aufs Spiel setzen, indem wir immer mehr Lebensmittelproduktion ins Ausland verlagern. Wer heute die heimische Erzeugung zurückfährt, macht sich morgen abhängig. Unsere Bäuerinnen und Bauern sichern mit Ackerbau und Tierhaltung Tag für Tag unsere Lebensgrundlage. Dafür brauchen sie keine zusätzlichen politischen Hürden, sondern Planungssicherheit, wirtschaftliche Perspektiven und Rahmenbedingungen, die ihnen das Produzieren ermöglichen“, erklärte Kaniber.

Eine verlässliche Lebensmittelversorgung müsse fester Bestandteil der staatlichen Krisenvorsorge sein. Entscheidend seien widerstandsfähige Höfe, funktionierende Verarbeitungsbetriebe, ein leistungsfähiger Handel. Und nicht zu vergessen: eine gut vorbereitete Bevölkerung.

„Wir müssen auf Krisen vorbereitet sein, bevor sie eintreten – im besten Fall damit sie nicht eintreten. Vorsorge sollte nicht erst beginnen, wenn die Regale leer sind. Wir müssen vorher dafür sorgen, dass unsere Höfe weiter produzieren können, Lebensmittel verarbeitet und verteilt werden und die Verbraucher einen Vorrat zu Hause haben. Vorsorge ist keine Panikmache, sondern Verantwortung und etwas, das haben unsere Vorfahren schon so gemacht“, sagte Kaniber.

Der Welternährungstag sei deswegen auch ein hervorragender Anlass, die Leistungen und den Wert der Landwirtschaft und hohe Qualität unserer Lebensmittel nicht als selbstverständlich zu erachten. „Wer Verantwortung für die Ernährung der Welt übernehmen will, muss die eigene Landwirtschaft stärken. Globale Verantwortung und heimische Unabhängigkeit sind keine Gegensätze. Eine sichere Lebensmittelversorgung fällt nicht vom Himmel. Sie ist das Ergebnis harter Arbeit und politischer Entscheidungen, die diese Arbeit ermöglichen“, sagte Ministerin Kaniber abschließend.

Text: StMELF – Bildquelle: Panthermedia –  Köche richten Speisen an, frisches Gemüse liegt im Vordergrund.


Redaktion

Toni Hötzelsperger

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!