Ein traditionsreicher Termin mit besonderem Akzent im Internationalen Jahr der Landwirtin: Auch in diesem Jahr hat die Bayerische Jungbauernschaft eine kunstvoll gebundene Erntekrone an die Bayerische Staatsregierung übergeben. Gefertigt und überreicht wurde sie von der Dirndlschaft Einersheim, der ersten Dirndlschaft Frankens. Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nahmen die Krone gemeinsam entgegen und sprachen mit den jungen Landwirtinnen über Ernte, Hofnachfolge und die Zukunft der Landwirtschaft.
Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Die Landwirtschaft ist prägend für Bayern: Landwirtschaft ist nicht nur ein Beruf, sondern Berufung. Für regionale Lebensmittel mit höchster Qualität ist der Freistaat weltweit bekannt. Wir sind stolz auf die vielen familiengeführten Betriebe. Landwirtschaft ist systemrelevant und eine Export-Branche. Das soll auch in Zukunft so sein – aber leider wird der Betriebsübergang von einer zur nächsten Generation immer schwieriger. Deshalb setzen wir uns für eine gute Perspektive junger Landwirte und Landwirtinnen insbesondere auf Bundes- und EU-Ebene ein. Danke für Eure tägliche Arbeit!“
Ministerin Kaniber: „So eine Erntekrone entsteht nicht nebenbei. Da stecken unglaublich viele Stunden Arbeit, handwerkliches Können und ganz viel Herzblut drin. Dafür danke ich der Dirndlschaft Einersheim von Herzen.“ Gerade nach dem schwierigen Erntejahr 2026 habe die Krone eine besondere Bedeutung: „Trockenheit und Hitze haben den Kulturen regional massiv zugesetzt. Das zeigt einmal mehr: Eine gute Ernte ist niemals selbstverständlich. Außerdem stehen hinter jeder Ernte Familien, die monatelang von der Aussaat bis zur Ernte alles geben haben und am Ende doch vom Wetter abhängig sind. Das verdient höchsten Respekt und zudem verlässliche politische Rahmenbedingungen.“
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, was junge Menschen brauchen, damit sie einen Hof mit Zuversicht übernehmen. Hintergrund ist die Strategie der EU-Kommission zum Generationenwechsel: Mit der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 wird die Unterstützung junger Landwirtinnen und Landwirte zu einem eigenständigen Ziel. Die Mitgliedstaaten müssen dafür passende Maßnahmen festlegen. Bayern startet dabei aus einer guten Position: Der Anteil junger Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter liegt im Freistaat bei rund 20 Prozent; EU-weit sind es durchschnittlich rund 12 Prozent. „Europa hat richtig erkannt: Ohne Generationenwechsel hat unsere Landwirtschaft keine Zukunft“, sagte Kaniber. „Aber wie wir junge Menschen unterstützen, entscheiden wir nicht am grünen Tisch. Wir müssen denen zuhören, die heute überlegen, ob sie morgen Verantwortung auf einem Hof übernehmen.“
Die Vertreterinnen der Bayerischen Jungbauernschaft brachten unter anderem ihre Perspektiven zu Frauen in der Landwirtschaft, zur Hofnachfolge in unsicheren Zeiten sowie zu ländlichem Raum und Ehrenamt ins Gespräch ein. Besonders im Internationalen Jahr der Landwirtin richtete Ministerin Kaniber den Blick auf junge Frauen: „Frauen übernehmen Verantwortung, führen Höfe und wollen Landwirtschaft gestalten. Gerade für Hofnachfolgerinnen müssen wir deshalb auch die Vereinbarkeit von Betriebsleitung und Familie im Blick behalten.“ Hofnachfolge sollte heute nicht mehr automatisch „Den Hof bekommt der Sohn“ bedeuten. „Entscheidend sind Können, Leidenschaft und der Wille, einen Betrieb in die Zukunft zu führen“, betonte die Ministerin. „Außerdem müssen junge Menschen von ihrer Arbeit gut leben können.“
Für Kaniber hängt der Generationenwechsel ganz unmittelbar mit der künftigen europäischen Agrarpolitik zusammen. Bayern fordere eine starke, verlässlich finanzierte Gemeinsame Agrarpolitik mit eigenständigem Agrarbudget. „Junglandwirte fördern“ dürfe kein schönes Etikett aus Brüssel sein, während gleichzeitig bei der Landwirtschaft gekürzt werde. Kaniber: „Junge Menschen – ganz gleich ob weiblich oder männlich – wollen Landwirtschaft betreiben. Aufgabe der Politiker ist es, Möglichkeiten zu schaffen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen.“
Text: StMELF – Bildquelle: Tobias Hase/StMELF – Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mit der Dirndlschaft Einersheim und Vertretern der Bayerischen Jungbauernschaft bei der Übergabe der Erntekrone im StMELF




