Der Oktober steht ganz im Zeichen der Fläche: Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) hat deshalb am 1. Oktober 2026 zur Auftaktveranstaltung „Monat des Flächensparens“ nach München eingeladen. Praxisbeispiele aus Kommunen und Regionen sollen Impulse für zukunftsfähige Lösungen geben.
Einen Monat lang rückt die Flächensparoffensive der Bayerischen Staatsregierung den nachhaltigen und effizienten Umgang mit Fläche in den Fokus und zeigt anhand von Fachveranstaltungen und Beispielen aus der Praxis, welche Handlungsmöglichkeiten vor Ort bestehen.
Zum Auftakt begrüßten Anka Zielezinski, Referatsleiterin Raumordnung und Fachplanung, sowie MdL und Staatssekretär Tobias Gotthardt im Bayerischen Wirtschaftsministerium die Teilnehmer. Dr. Angelika Münter vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) sprach über die regionale Steuerung von Flächenansprüchen. Sie hob unter anderem hervor, dass Flächensparen nicht nur eine Aufgabe der Stadtentwicklungs- und Raumordnungspolitik, sondern der Transformationsprozess hin zur „Flächenwende“ eine politikfeldübergreifende Aufgabe sei.
Beispiele aus der Praxis
Eine zentrale Botschaft der Auftaktveranstaltung: Flächensparen bedeutet nicht, Entwicklung zu verhindern. Entscheidend ist vielmehr, Entwicklung flächeneffizient und mit Blick auf die vorhandenen Möglichkeiten zu gestalten. Leerstände wiederzubeleben, bestehende Gebäude umzunutzen, Baulücken zu aktivieren oder Flächen mehrfach zu nutzen, kann Gemeinden neue Entwicklungsspielräume eröffnen, ohne dafür neue Flächen in Anspruch nehmen zu müssen.
Bürgermeister Karl Schleich zeigte am Beispiel des historischen Schnitzerstadels in Bernbeuren, wie ein denkmalgeschütztes Gebäude zum neuen Ankerpunkt im Dorf werden kann. Die Integration eines Nahversorgers mit Vollsortiment schafft einen Begegnungsort im Dorfkern und ist ein gelungenes Zusammenspiel von Innenentwicklung, Denkmalschutz und Daseinsvorsorge.
Umsetzungsbegleiterin der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Auerbergland e.V., Julia Riedle, stellte weitere erfolgreiche Beispiele des Flächensparens vor. Ein langjähriger Ansatz sei dabei das Prinzip „Innen statt Außen“ sowie die Dorferneuerung der ländlichen Entwicklung. “Das Beste muss in die Mitte, und dazu gehören Bauen, Wohnen, Arbeiten und Leben”, sagte Riedle.
Carolina Zimmermann, Regionalmanagerin der Zugspitz Region GmbH, zeigte in ihrem Vortrag „Wohnraum im Wandel“ die spezifischen Herausforderungen einer Tourismusregion auf. Der Wohnraummangel beeinträchtige künftig die Daseinsvorsorge und Lebensqualität. Gerade als stark touristisch geprägter Landkreis müsse man sich in Garmisch-Partenkirchen aufgrund der hohen Bodenrichtwerte an Leerstands- und Innenentwicklungspotenzialen orientieren. Gleichzeitig gelte es, den ländlichen Charakter zu erhalten, Freiräume für Freizeit und Erholung zu sichern und Ortskerne attraktiv zu halten – eine Herausforderung und Investition in die Zukunft und Lebensqualität der Heimat, so Zimmermann.
Jennifer Halke, Sachgebietsleiterin Stadtentwicklung bei der Stadt Fürstenfeldbruck, zeigte am Beispiel des Kreativquartiers Aumühle Lände, wie in ihrer Stadt Flächensparen umgesetzt wird. Wenig genutzte Areale wie der ehemalige Schlachthof, die Aumühle und die Stadtvillen werden zu einem offenen Ort für Kultur, Kreativität, Arbeiten, Wohnen und Begegnung weiterentwickelt. Bestehende Gebäude und Flächen werden dafür neu genutzt und belebt, statt neue Flächen am Stadtrand zu verbrauchen. Flächensparen und Innenentwicklung stehen dabei im Mittelpunkt.
Bayernweite Veranstaltungen
Gemeinsam mit den Regierungen, Partnern des Bündnisses zum Flächensparen sowie interkommunalen und regionalen Initiativen finden bayernweit Informationsveranstaltungen, Fachvorträge, Ausstellungen und Exkursionen statt. Auch die Ämter für Ländliche Entwicklung (ALE) sind mit mehreren Terminen dabei.
Das gesamte Programm zum „Monat des Flächensparens“ mit allen Terminen, Orten, Informationen über freie Plätze und Anmeldelinks ist auf der Themenseite des Bayerischen Wirtschaftsministeriums abrufbar: https://www.flaechensparoffensive.bayern/aktuelles/monat-des-flaechensparens/
Text und Bildmaterial: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern – Teil der Auftaktveranstaltung zum Monat des Flächensparens im Bayerischen Wirtschaftsministerium war auch eine Podiumsdiskussion: v.l.n.r. Dr. Angelika Münter, Carolina Zimmermann, Karl Schleich, Julia Riedle, Jennifer Halke, Anka Zielezinski




