Breitbrunn – Nachdem sich im Bauhof bereits Unmengen von Literatur aller Art angesammelt hatte und die Mitarbeiter die guterhaltenen Bücher nur ungern entsorgen wollten, kam der Breitbrunnerin Christa Frank die Idee eines Bücher-Stüberls. Der Lesestoff könne gegen freiwillige Spenden mitgenommen werden, so die Idee der Initiatorin. Der Start war im Jahr 2022 – mittlerweile hat sie über 5000 Euro an örtliche Vereine übermittelt.
Aber von vorne. Bei ihren Besuchen am Wertstoffhof sind der Rentnerin die angesammelten Bücher immer wieder ins Auge gestochen. Und nachdem sie von der Misere der Bauhofmitarbeiter gehört hatte, kam ihr der Gedanke mit dem Büchertausch. In einem Gespräch mit Rathauschef Anton Baumgartner konnten sie sich auf einen Raum im Souterrain des Schulhauses einigen, der den Schülern auch als „Buswartehäusl“ dient. Das Konzept sieht so aus, guterhaltene Literatur zur Verfügung zu stellen, die dann gegen einen freiwilligen Obolus mitgenommen werden kann. Wer selbst noch gut erhaltenes Schriftgut loswerden möchte, kann es im Gegenzug abgeben.
Im Gespräch mit den Samerberger Nachrichten freute sich die Betreiberin darüber, dass dieses Projekt erstaunlich gut angenommen würde und das Spendenaufkommen erfreulich konstant sei. So konnten bis dato rund 1000 Euro pro Jahr – insgesamt also 5000 Euro – an unzählige Ortsvereine aus Breitbrunn und der Nachbargemeinde Gstadt übergeben werden. Auch bedürftige Bürger wurden mit Zuwendungen bedacht, listet die Seniorin, die für dieses Projekt brennt, mit strahlenden Augen auf.Allerdings gehört auch jede Menge ehrenamtlicher Einsatz zum Gelingen des Projekts. So verbringt Frank fast jeden Tag durchschnittlich eine Stunde damit, um zum Beispiel die angelieferten Bücherkisten nach Themen zu sortieren und in die Regale einzuräumen. Hier ergeht ein dringender Appell an die Lieferanten, keine schmuddelige und kaputte Ware anzuliefern. Und – die Literatur nicht selbst in die Regale sortieren, sondern in den angelieferten Behältnissen lassen oder auf den Beistelltisch legen.Durch eine fehlende Eingangstüre sammelt sich ständig Schmutz und Staub an, müssen Fenster geputzt sowie die Bücher und Regale abgestaubt werden.
Während ihrer Tätigkeit trifft sie immer wieder auf Besucher, mit denen „nette Gespräche“ entstehen. Wichtig ist Christa Frank, dass die Literatur in einem guten Zustand in die Regale kommt und die Besucher den Bereich auch wieder ordentlich zurücklassen. Dann kann es ruhig noch viele Jahre so weiter gehen.
Bericht und Foto: Tschalie Wastl


