Eingeleitet wurde die Keltenwoche des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium in Seebruck am Chiemsee e.V. am Donnerstag, den 16. Juli, im Hafenwirt von Seebruck. Hier hielt Frau Dr. Dormann einen Vortrag über die Kelten mit dem Titel: „Die Kelten in Bayern – unsere Vorfahren aus der Eisenzeit“
In den folgenden Tagen begannen die letzten Vorarbeiten zum Keltentag. Nun gab es unterschiedliche Wetterprognosen für den 26. Juli. Trotzdem entschloss man sich in Kooperation mit der Gemeinde Seeon-Seebruck die Veranstaltung durchzuführen.
Über 400 Besucher erlebten dann am Sonntag einen informativen Tag mit der vereinseigenen Aktivengruppe „Keltoi Norici“ und weiteren Keltendarstellern. So kam der Keltenclan „Ambienos“ aus Simbach am Inn. Aus Bruckmühl kam das „Diamantweber Ehepaar Böhnlein“. Beide zeigten handwerkliche Kunst vom Feinsten. Bianca von den „Ambienos“ erklärte anschaulich, wie früher ein Faden angefertigt wurde und Peter Böhnleins Frau erklärte am aufgebauten Gewichts-Webstuhl die ersten Schritte. Hermann Pillhofer von den „Keltoi Norici“ zeigte an seinem Stand die fingerfertige Schnitzkunst an Knochen und Geweihen, während seine Frau Adele die Besucher in die hohe Kunst des Webens einwies. Heidi Raab fertigte inzwischen einen Brettchen gewebten Gürtel.
Auf „Keltoi- Norici-Chef Klaus Peter Horack richteten sich immer alle Blicke, wenn er die Carnyx, ein eisenzeitliches Blasinstrument der Kelten, blies. „Das Kriegshorn mit seinen Tönen wurde immer vor den Angriff der Kelten geblasen“ erzählte Horack bei einer Verschnaufpause. Ein Besucher meinte, dass manche Töne an einen röhrenden Hirsch erinnerten. Vorstandsmitglied Harry Ehgartner verblüffte mit seinem Wissen über Waffen und Ausrüstungsgegenständen der Kelten und Johannes Mühlbacher zeigte den praktischen Gebrauch eines Rotationsbohrers. „Die Kelten erschufen wichtige technische Neuerungen in der Metallurgie, der Landwirtschaft oder dem Bauwesen. Wer weiß schon, dass die Kelten das Kettenhemd oder das Holzfass erfunden haben“ erklärte er. Bei „Keltin“ Sabine Wastlhuber wurde auf einer Feuerschale Fladenbrot gebacken und es gab Informationen zu diversen Getreidesorten. Das Teigkneten machte besonders den Kindern viel Spaß.
Ein Ehepaar aus München traute sich sogar, bei dem aufgehängten Mistelzweig, den Klaus Peter Horack aus seinem Garten mitgebracht hatte, zu einem Küsschen. Die Sichel, mit dem er den Zweig abgeschnitten hatte, lag daneben. Dazu gab es dann einen kleinen Vortrag zum Thema Druiden. Nachgefragt wurde, welche Bewandtnis es mit den drei Totenköpfen in der aufgestellten Stehle hätte. „Die Kelten frönten einem Kopfkult und trennten besiegten Feinden diesen ab. Die Köpfe hochrangiger, mächtiger Feinde wurden sogar in Olivenöl einbalsamiert. Sie glaubten, dass im Kopf die Seele des Menschen saß, und der Besitzer hielt sie nun in seinen Händen. Schädel waren auch Opfergaben und Tempelschmuck“ erklärte Horack.
Am Ende des Tages konnte der 1. Vorsitzende Korbinian Spieß ein positives Fazit ziehen: „Es war ein gelungener Keltentag. Wir hatten viele interessierte und wetterfeste Besucher, denen der zeitweise leichte Nieselregen nichts ausmachte. Bei meinen Rundgängen durch das Gehöft habe ich nur glückliche Gesichter gesehen. Auch konnte ich mit vielen Geschichtsinteressierten sprechen. Ein Sonderlob habe ich bereits an das fleißige Vorstandsteam mit Helfern ausgesprochen, die bei der Bewirtung der Besucher voll engagiert waren. Mein Dank gilt auch der Truchtlachinger Feuerwehr und dem BRK für das Präsentsein. Der Verein will auf alle Fälle den Keltentag 2027 wiederholen und dann vielleicht auch auf zwei Tage ausdehnen,“ so Spieß.
Bericht und Fotos von Klaus Peter Horack und Markus Müller
- Foto 1 Klaus Peter Horack, Stehle mit den Totenköpfen
- Foto 2 Markus Müller, Vorführung der Carnyx durch Klaus Peter Horack
- Foto 3 Markus Müller, Einige Darsteller der Keltoi Norici
- Foto 4 Markus Müller, Bianca von den Ambienos erklärt die Fertigung eines Fadens
- Foto 5 Markus Müller, Adele Pillhofer erklärt das Weben
- Foto 6 Klaus Peter Horack, Hermann Pillhofer zeigt Schnitzkunst an Knochen und Geweihen
- Foto 7 Markus Müller, Peter Böhnlein erklärt am aufgebauten Gewichts-Webstuhl die ersten Schritte, die seine Frau zeigt, für die Fertigung eines Mantels.








