Rostock verweist darauf, dass in Deutschland gerade arbeitsintensive Sonderkulturen wie Obst (z. B. Erdbeeren) besonders stark unter steigenden Löhnen und fehlenden politischen Sonderregelungen leiden: „Unsere Betriebe investieren seit Jahren in Umwelt- und Klimaschutz, in Biodiversität und moderne Anbauverfahren. Sie tun das aus Überzeugung. Aber Idealismus allein sichert keine Existenzen. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder noch bayerische Kirschen vom Hof nebenan kaufen können, muss sich das jetzt auch politisch und im Einkaufsverhalten niederschlagen.”
Der Brandbrief der Bundesfachgruppe Obstbau appelliert an Handel und Verbraucher: Das Bekenntnis zu Regionalität muss sich an der Ladenkasse und in den Einkaufsentscheidungen des Handels widerspiegeln.
Gleichzeitig fordern die Unterzeichner die Politik auf, praxistaugliche Sonderregelungen für Sonderkulturbetriebe zu schaffen, um den Niedergang des Obstbaus aufzuhalten. Aktuell liegt der Selbstversorgungsgrad für Obst in Deutschland nur bei 18 Prozent und in Bayern sogar unter 10 Prozent. Bereits im Koalitionsvertrag hatte sich das aktuelle Regierungsbündnis zum Ziel gesetzt, den Selbstversorgungsgrad mit Obst und Gemüse zu erhöhen. „Noch ist der heimische Obstbau zu retten”, sagt Rostock. “Aber dieses Zeitfenster schließt sich von Woche zu Woche. Daher braucht es von Seiten der Bundesregierung jetzt Taten statt schöner Sonntagsreden. Wie die vielen Krisen der letzten Jahre zeigen, muss die Politik die Versorgungssicherheit mit heimischen Nahrungsmitteln viel ernster nehmen!“
Bericht und Foto: BBV


