Land- & Forstwirtschaft

Bayern: Vorsorge zur Ernährungssicherheit

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Krisenvorsorge für Bayerns Ernährungssicherheit – Ministerin Kaniber zeichnet Gewinner der Resilienz-Umfrage aus – mehr als 16.000 Betriebe beteiligen sich

Ob Stromausfall, Unwetter oder militärische Krisen: Die Menschen in Bayern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre heimische Landwirtschaft auch in Ausnahmesituationen Lebensmittel produziert. Genau deshalb stärkt der Freistaat gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern die Krisenvorsorge auf den Höfen. Einen wichtigen Baustein bildet die landesweite Umfrage zur Krisenfestigkeit der bayerischen Landwirtschaft, an der sich mehr als 16.000 Betriebe beteiligt haben. Unter allen Teilnehmern verloste das Ministerium drei Zapfwellen-Notstromaggregate. Nun hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ein Notstromaggregat auf dem Milchviehbetrieb von Richard Limmer in Baierbach (Landkreis Landshut), einem der drei ausgelosten Betriebe, offiziell übergeben.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern sichern jeden Tag die Versorgung der Menschen mit hochwertigen Lebensmitteln. Damit sie diese wichtige Aufgabe auch in Krisensituationen erfüllen können, müssen ihre Betriebe widerstandsfähig aufgestellt sein. Die große Beteiligung an unserer Umfrage zeigt, dass auf Bayerns Landwirtschaft Verlass ist. Unsere Bäuerinnen und Bauern denken voraus und stärken ihre Betriebe für den Ernstfall. Vorsorge ist keine Panikmache, sondern verantwortungsvolles Handeln“, sagte Kaniber.

Die weiteren zwei Notstromaggregate gehen an Herbert Harrer aus Pleinfeld (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) und Robert Dachs aus Reisbach (Landkreis Dingolfing-Landau). Das Aggregat für den Gastgeberbetrieb wurde bei dem Termin direkt übergeben, die beiden weiteren Geräte werden direkt an die Gewinnerbetriebe ausgeliefert.

Die drei Gewinnerbetriebe stehen beispielhaft für die Vielfalt der bayerischen Landwirtschaft: Herbert Harrer bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb im Nebenerwerb. Robert Dachs führt einen Ackerbau- und Schweinehaltungsbetrieb. Richard Limmer hält auf seinem Haupterwerbsbetrieb Milchkühe und bewirtschaftet Acker- und Grünland. „Krisenvorsorge ist so unterschiedlich wie unsere Höfe. Auf einem Milchviehbetrieb müssen Melktechnik, Kühlung und Wasserversorgung funktionieren. In der Schweinehaltung sind Lüftung und Fütterung unverzichtbar. Auch im Ackerbau hängen viele Arbeitsabläufe von einer sicheren Energieversorgung ab. Die drei Gewinner stehen stellvertretend für diese Vielfalt“, betonte die Ministerin.

Die Ministerin wies zugleich darauf hin, dass ein Notstromaggregat nur einen Baustein der betrieblichen Krisenvorsorge darstellt. Ebenso wichtig sind unter anderem eine gesicherte Wasserversorgung, Futter, Telekommunikation, Datenzugänge, die Erreichbarkeit des Betriebs auch bei Ausfall gewohnter Infrastruktur, ausreichende Kraftstoffbevorratung sowie weitere organisatorische und technische Vorkehrungen. Erst das Zusammenspiel dieser Bausteine mache einen Betrieb tatsächlich krisenfest.

Im Frühjahr beteiligten sich über 16.000 Betriebe an der Umfrage – ein hervorragender Rücklauf. Die Umfrage wird derzeit mit Unterstützung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) vertieft ausgewertet, unter anderem zu den Bereichen Energieversorgung, Wasserversorgung, Logistik und Kommunikation. Die Ministerin betonte, dass aus den Rückmeldungen erst dann konkrete Schlussfolgerungen und Zusagen abgeleitet werden, wenn belastbare Ergebnisse vorliegen.

„Wir werten die Rückmeldungen nun sorgfältig aus, um daraus belastbare Ergebnisse und mögliche Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Aus heutiger Sicht ist mit belastbaren Ergebnissen frühestens nach der Sommerpause, eher im weiteren Jahresverlauf zu rechnen“, so Kaniber. Erste Sichtungen der eingegangenen Rückmeldungen deuten bereits jetzt darauf hin, dass es bei der eigenständigen Absicherung der Strom- und Wasserversorgung in Teilen der Betriebe Schwachstellen geben könnte.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Krisen können jederzeit und unvermittelt eintreten, ob Naturereignisse, Energieengpässe oder andere Ausnahmesituationen. Deshalb reicht es nicht, erst im Ernstfall zu reagieren. Wir wollen unsere Landwirtschaft gemeinsam mit den Betrieben Schritt für Schritt widerstandsfähiger machen. Die Umfrage liefert uns dafür eine hervorragende Grundlage. Denn eine krisenfeste Landwirtschaft ist ein wichtiger Baustein für die Ernährungssicherheit unseres Landes“, sagte Kaniber.

Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium / Foto: Regina Wirz, StMELF – : Bild  zeigt Staatsministerin Michaela Kaniber mit den Gewinnern der Notstromaggregate auf dem Milchviehbetrieb Limmer in Baierbach.

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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