Freilaufende – Polizei Prien bittet um Hinweise und appelliert an Hundebesitzer – In den vergangenen Tagen kam es im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Prien am Chiemsee zu zwei Vorfällen, bei denen freilaufende Hunde Wildtiere jagten.
Am frühen Abend des 16.06.2026 jagte in Rimsting, Ortsteil Greimharting, ein freilaufender Hund ein Reh. Ob das Tier hierbei verletzt wurde, ist nicht bekannt. Die bisher noch unbekannte Hundehalterin war mit zwei Hunden unterwegs, ein Hund war angeleint, der zweite Hund war eben nicht an der Leine. Nähere Hinweise liegen nicht vor.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich am Abend des 18.06.2026 im Bereich Eggstätt, im Wald nahe der Kammerer-Höger-Straße. Dort riss ein kniehoher Hund mit längerem schwarz-braunem Fell ein Rehkitz. Das vermutlich verletzte Jungtier entfernte sich anschließend gemeinsam mit der Ricke vom Ort des Geschehens.
Die bislang unbekannte Hundehalterin wird als etwa 20 bis 30 Jahre alt beschrieben. Sie sprach bayerischen Dialekt, trug eine Kappe und entfernte sich unmittelbar nach dem Vorfall gemeinsam mit ihrem Hund vom Tatort.
Die sachbearbeitende Wasserschutzpolizei bittet nun Zeugen, die Hinweise zu den Vorfällen oder der Hundehalterin geben können, sich mit der Polizeiinspektion Prien unter der Tel. 08051/90570 in Verbindung zu setzen.
Beide Hundehalter haben es offenbar unterlassen, auf den zum Jagen übergegangenen Hund einzuwirken, weshalb ein Anfangsverdacht von Straftaten nach § 292 StGB (Jagdwilderei) und § 17 TierSchG (Tiermisshandlung/Tiertötung) besteht.
Immer wieder kommt es vor, dass nicht angeleinte oder streunende Hunde Wildtiere aufstöbern, hetzen und letztlich auch töten. Die Jägerschaft in der Region wird jedes Jahr mehrfach mit solchen, teils sehr dramatischen Vorfällen der Jagdwilderei konfrontiert. Manche Gemeinden haben Leinenverordnungen erlassen, um besonders sensible Bereiche zu schützen. Unabhängig davon ist es verboten, Hunde in einem Jagdrevier unbeaufsichtigt frei laufen zu lassen. Aber mangelndes Verständnis oder fehlende Disziplin führen immer wieder dazu, dass die Vorgaben missachtet werden.
Die Wasserschutzpolizei Prien appelliert in diesem Zusammenhang an Hundebesitzer, grundsätzlich, aber auch besonders jetzt in der Brut- und Setzzeit, konsequent ihre Hunde an der Leine zu führen. Dadurch soll verhindert werden, dass trächtige Tiere oder frisch gesetzte Jungtiere durch freilaufende Hunde gestört, aufgescheucht oder im schlimmsten Fall verletzt oder getötet werden. Gleiches gilt für die empfindlichen Wiesenbrütergebiete.
Denn niemand, Hundehalterinnen und Hundehalter eingeschlossen, sollte billigend in Kauf nehmen, dass trächtige Muttertiere tödlich verletzt werden oder Jungtiere schutzlos von ihren verschreckten Elterntieren allein zurückgelassen werden. Anderenfalls steht eine Strafbarkeit nach dem Strafgesetzbuch, Tierschutzgesetz und/oder Bundesnaturschutzgesetz im Raum.
Bericht: Polizei-Inspektion Prien a. Chiemsee / Archiv-Fotos



