Brauchtum

Theater in Feilnbach: “Schlafende Jungfrau”

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bad Feilnbachs von weiten sichtbares Markenzeichen ist das Wendelsteinmassiv, deren Silhouette einer makellos reinen „Schlafenden Jungfrau“ ähnelt. Legenden und Sagen ranken sich um das friedlich ruhend liegende Fräulein. Markus Scheble, Vorsitzender vom Edelweißverein Bad Feilnbach und Martin Gasteiger inspirierte die Szene vor ihrer Haustüre zu einem bayerischen Singspiel mit dem Titel „Schlafende Jungfrau“, das zahlreiche Besucher und Liebhaber herausragender Laienschauspielkunst an allen ausverkauften Aufführungen faszinierte.

Mit langanhaltenden Ovationen feierten die beiden Autoren und gleichzeitig wirkenden Regisseure zusammen mit den Protagonisten eine leistungsbetonte und überaus gelungene Premiere. Der große Applaus galt ebenso dem gemischten Chor unter der Leitung von Barbara Kolb sowie, einschließlich einer „Oimkirta-Besetzung“ allen beteiligten Musikern. Bleibende Spuren an Begeisterung hinterließen die durchwegs ausverkauften Aufführungen, darunter witterungsbedingte Ersatztermine bei Pfarrer Ernst Kögler, politisch Verantwortlichen aus der Kommune und dem Landkreis sowie Theaterspielern benachbarter und befreundeter Bühnen.

2015 feierte die Dorfgemeinschaft ihr erfolgreiches Stück „Vergesst mir die Armen nicht“ aus Anlass des 1250-jährigen Bestehens des Ortes Wiechs. Erneut brannte in der Dorfgemeinschaft zusammen mit den Theaterern vom Edelweißverein erneut Blut für ein großes heimatverbundenes Bühnenwerk im Sinne einer Benefizveranstaltung. Das besondere Projekt, deren Erlös sowie Spenden der Bergwacht Bad Feilnbach und dem Förderverein der Sing- und Musikschule Bad Feilnbach“ zugutekommt, reizte den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber (FW), zur Übernahme einer Schirmherrschaft.

Sichtbare Zeichen als „Dorfgemeinschaft im Theaterfieber“ setzten eine einzigartige Bergkulisse mit Almhütte, Platz für Musik und Chor am Acher-Anwesen sowie eine große Zuschauertribüne und Verköstigungs- und Erfrischungsstationen auf der Wiese vorm „Bochofen“ in der Flurstraße. Das besondere heimatverbundene Ambiente unter freiem Himmel, erstellt von emsigen Bühnenbauern, Bühnentechnikern und vielen Helfern, verwunderte manche Radltouristen und Wanderer, die in den vorangegangenen Tagen entlang der Flurstraße zogen.

Unverkennbar wohl auf der Bühne fühlten sich das 23-köpfige Ensemble an Darstellern, die mit Herz und Liebe zum Stück ob als Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder Senior passend in ihre zugeordnete Rolle schlüpften und ihre Charaktere verkörperten. Spürbar war in den jeweiligen auch mit Applaus bedachten Szenen die Verbundenheit zur Heimat. Der Teufel ist es, der nach ultimativen Triumph über die göttliche Schöpfung giert und auch eine makellos reine und gütige Seele ins Verdammnis reißen will. Gelingt ihm dieser finstere und hinterlistig geführte Raub, bricht das Fundament der Welt zusammen. Denn wenn das absolut Gute in der Hölle enden kann, verlieren Ehrlichkeit, Tugend und Glaube jeden Sinn und die Menschlichkeit stürzt in tiefe Resignation und Chaos. In der Bergwelt nimmt der Plan des teuflischen Versuchers seinen Lauf. Aus Brüdern und Freunden, werden Feinde und Rivalen, bestimmen statt Liebe und Herz, Eifersucht, Zweifel und Hass. Das Schicksal ruht auf den Schultern einer reinen Jungfrau, die als Beispiel an Hoffnung ihr Leben dem Herrgott schenkt.

Bericht und Bilder: Peter Strim


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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