Wirtschaft

Prien: 14. Symposium LOGISTIK INNOVATIV

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Bundeswehr ist das 14. Symposium LOGISTIK INNOVATIV in Prien am Chiemsee zu Ende gegangen. Zwei Tage lang stand die Frage im Mittelpunkt, wie Lieferketten, Infrastruktur und Versorgungssysteme in einer zunehmend unsicheren Welt resilienter und handlungsfähiger gestaltet werden können.

Unter dem Leitthema „Resilienz und Sicherheit – Gemeinsam die Logistik und Mobilität von morgen gestalten“ wurde während der beiden Veranstaltungstage deutlich: Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nicht von einzelnen Institutionen allein bewältigen. „Resilienz entsteht nicht im Alleingang. Sie braucht Menschen, die sich einbringen, Perspektiven teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln“, betonte Veranstalterin Dr. Petra Seebauer, Geschäftsführerin des Logistik-Kompetenz-Zentrums Prien, zur Eröffnung.

In fünf Fachsessions und einem Dialogforum diskutierten am 16. und 17. Juni 2026 Expertinnen und Experten aus Industrie, Logistik, Energiewirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Bundeswehr über Lieferketten, Versorgungssicherheit, Infrastruktur, Digitalisierung, Führung und Krisenvorsorge. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Wirtschaft und Gesellschaft auf geopolitische Spannungen, Klimarisiken, digitale Abhängigkeiten und Störungen globaler Lieferketten reagieren können.

Die Diskussionen machten deutlich, dass Resilienz weit mehr ist als Risikomanagement.  Resilienz beschreibt die Fähigkeit von Unternehmen, Kommunen und Gesellschaften, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben. Sie entsteht durch Vorbereitung, belastbare Netzwerke, funktionierende Infrastruktur und die Fähigkeit zur vertrauensvollen Zusammenarbeit über Organisations- und Ländergrenzen hinweg.

Landrat Otto Lederer (Landkreis Rosenheim und Aufsichtsratsvorsitzender der LKZ Prien GmbH) unterstrich die Bedeutung leistungsfähiger Logistik und Mobilität für Wirtschaft und Gesellschaft: „Für mich bedeutet Resilienz vor allem eines: vorbereitet zu sein, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, bevor aus Problemen Krisen werden.“ Logistik sei ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge und damit eine wesentliche Voraussetzung für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Beim Abendempfang des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr wurde dieser politische Rahmen weitergeführt: Logistik, Mobilität, Infrastruktur und Versorgungssicherheit sind Grundpfeiler einer funktionierenden Wirtschaft und einer stabilen Gesellschaft.

Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte das Dialogforum mit Brigadegeneral Thomas Hambach, Kommandeur des Landeskommandos Bayern. Der offene Austausch verdeutlichte, wie eng wirtschaftliche Stabilität, kritische Infrastrukturen, Bevölkerungsschutz und zivile wie militärische Krisenvorsorge miteinander verbunden sind. „Wer im Ernstfall gemeinsam handeln will, muss sich vorher kennen, verstehen und vertrauen können“, so Hambach. So auch das Fazit nach dem ersten Tag: Resilienz entsteht nicht erst im Krisenfall, sondern durch Vorbereitung, Vertrauen und abgestimmtes Handeln im Alltag.

Auch die Rolle von Führung, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wurde intensiv diskutiert. Dabei herrschte Einigkeit, dass Technologie wichtige Beiträge zur Transparenz und Entscheidungsfähigkeit leisten kann. Die Verantwortung für Entscheidungen und die Fähigkeit zum gemeinsamen Handeln bleiben jedoch eine wichtige menschliche Aufgabe.

Durch beide Veranstaltungstage führte Dr. Volker Hillebrand (Implement Consulting Group Germany) als Gesamtmoderator. In seinem Fazit hob er hervor: „Wir alle haben die klare Aufgabe, uns neben den allgemeinen, gleichzeitig auftretenden Krisen auch auf eine ernstzunehmende Bedrohungslage vorzubereiten. Diese beiden Tage sollten dabei weniger Angst machen als vielmehr Mut und Motivation geben. Wir können gemeinsam sehr viel erreichen, wenn die Räder ineinandergreifen und wir Herausforderungen systemisch und vernetzt anstatt isoliert angehen.“

Hillebrand griff dabei auch einen Gedanken von Staatssekretär a. D. Christian Seel (Leiter Stabsstelle Strategische Resilienz und Gesamtverteidigung in der Staatskanzlei des Saarlandes und Beauftragter für zivil-militärische Zusammenarbeit und Bevölkerungsschutz) auf: „Wenn Deutschland wüsste, was es weiß.“ Eine Anspielung darauf, dass viele wirksame Lösungsansätze in der Zusammenarbeit von Wirtschaft, Verwaltung, Einsatzorganisationen und Bundeswehr bereits vorhanden sind – jedoch noch zu selten sichtbar und vernetzt werden.

Eine besondere Rolle übernahm Prof. Dr. Klaus Krumme (Zentrum für Logistik und Verkehr der Universität Duisburg-Essen und National Technical University Kharkiv, Ukraine) als fachkundiger Beobachter und Kommentator. Der Nachhaltigkeits- und Resilienzwissenschaftler begleitete das Symposium über beide Tage hinweg und ordnete die Diskussionen wissenschaftlich ein. Sein Resümee: „Resilienz besteht darin, dass wir im Ausnahmezustand erkennen, was wir im Normalzustand übersehen haben.“ Krisen machen Abhängigkeiten und Schwachstellen sichtbar – genau darin liege der Wert eines Formates wie LOGISTIK INNOVATIV. Das Symposium macht sichtbar, was sonst oft erst im Ernstfall auffällt.

Die hohe Beteiligung in den Diskussionen, zahlreiche Fragen aus dem Publikum sowie die sehr positive Resonanz der Teilnehmenden zeigten, dass das Symposium einen aktuellen Nerv getroffen hat und als Plattform für den offenen Austausch unterschiedlicher Perspektiven geschätzt wird. Es brachte Akteure zusammen, die sonst häufig nebeneinander arbeiten – Unternehmen, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Sicherheitsakteure und Einsatzorganisationen.

Oder, wie es LKZ-Geschäftsführerin Dr. Petra Seebauer zusammenfasste: „Keine Organisation, kein Unternehmen und keine Institution kann die großen Aufgaben unserer Zeit alleine lösen. Was wir brauchen, ist vernetztes Denken und Zusammenarbeit. Resilienz braucht Vorbereitung. Sie braucht gute Infrastrukturen. Sie braucht Daten und Technik. Vor allem aber braucht sie Menschen, die bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, um so miteinander handlungsfähig zu bleiben.“

Zum Abschluss dankte sie allen Mitwirkenden auf den Podien, den Partnern des Symposiums sowie den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den intensiven Austausch und die Offenheit in den Diskussionen. Mit einem ebenso einfachen wie eindringlichen Appell schloss sie die Veranstaltung: „Bewahren Sie Ihren Mut, Entscheidungen zu treffen!“

Das nächste Symposium LOGISTIK INNOVATIV findet 2028 in Prien am Chiemsee statt.

Informationen zur LKZ Prien GmbH: https://www.lkzprien.de  
Informationen zum Symposium LOGISTIK INNOVATIV: https://www.logistik-innovativ.eu/

Bild 1: Bildunterschrift:
Mit der Botschaft „Resilienz entsteht nicht im Alleingang, sondern im Zusammenspiel“ eröffnete Dr. Petra Seebauer, Geschäftsführerin der LKZ Prien GmbH, das 14. Symposium LOGISTIK INNOVATIV in Prien am Chiemsee. Der Appell zu mehr Vernetzung, Perspektivenvielfalt und gemeinsamer Verantwortung prägte die gesamte Veranstaltung.

Bild 2: Bildunterschrift:
Mit einem klaren Plädoyer für Verantwortung, Weitsicht und gemeinsames Handeln eröffnete Otto Lederer, Landrat des Landkreises Rosenheim und Aufsichtsratsvorsitzender der LKZ Prien GmbH, den politischen Teil des 14. Symposiums LOGISTIK INNOVATIV 2026. Er unterstrich die Schlüsselrolle der Logistik für Resilienz und Versorgungssicherheit und würdigte die Bedeutung des Symposiums als Plattform für den Austausch zukunftsweisender Lösungen.

Bild 3: Bildunterschrift:
Glanzvoller Abendempfang des Bayerischen Staatsministers für Wohnen, Bau und Verkehr anlässlich des zweitägigen 14. Symposiums LOGISTIK INNOVATIV 2026 am Fuße des Schlosses Hohenaschau (v.l.n.re.): Landesrat René Zumtobel (Mitglied der Tiroler Landesregierung und zuständig für Verkehr sowie Umwelt- und Naturschutz), Sandra Herbst (Aufsichtsratsmitglied Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., Vizepräsidentin Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) e.V., Gesellschafterin Herbst-Transporte GmbH), Dr. Petra Seebauer (Geschäftsführerin LKZ Prien GmbH, Veranstalterin des Symposiums LOGISTIK INNOVATIV), Staatsminister Christian Bernreiter (Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr),  Christine Völzow (Geschäftsführerin und Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik, vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.) und Philipp Wessiak (Vorstand VNL Österreich, Geschäftsleitung Hilti & Jehle GmbH).

Bericht und Bilder: LKZ Prien GmbH


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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