Gesundheit

BBV-Landfrauen zum Mutterschutz

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger
Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband fordern eine zügige und umfassende Reform des Mutterschutzes für selbständige Unternehmerinnen. Während angestellte Frauen gesetzlich abgesichert sind, bestehen für Selbständige weiterhin erhebliche Lücken – mit spürbaren Folgen für die wirtschaftliche Stabilität sowie die Gesundheit von Mutter und Kind.

Gerade mit Blick auf anstehende Hofübergaben ist eine verlässliche Absicherung entscheidend. „Mutterschutz darf keine Frage des Beschäftigungsstatus sein“, betont Landesbäuerin Christine Singer. „Wer Verantwortung für Familie und Betrieb trägt, braucht die gleiche Unterstützung wie jede andere Mutter.“ Im Koalitionsvertrag ist ein Mutterschutz für Selbständige seit 2025 vorgesehen – analog zu Arbeitnehmerinnen, mit Schutzfristen und finanzieller Absicherung. Nun komme es auf eine schnelle und praxisgerechte Umsetzung an. Bislang fehlt ein verpflichtender Anspruch auf Mutterschutzleistungen; bestehende Absicherungen sind freiwillig und oft unzureichend.

Die Landfrauen fordern daher einen verbindlichen Mutterschutz mit existenzsicherndem Einkommensersatz, der sich am tatsächlichen Einkommen orientiert. Zusätzlich braucht es flexible Lösungen, etwa die Möglichkeit, Elterngeld in die Finanzierung von Betriebs- und Haushaltshilfen umzuwandeln. Denn landwirtschaftliche Betriebe erfordern tägliche Arbeit – Ausfälle lassen sich kaum kompensieren. Betriebshilfen sind daher zentral, stehen jedoch häufig nicht ausreichend zur Verfügung. Hier braucht es einen flächendeckenden Ausbau sowie unbürokratische Regelungen, etwa zur stärkeren Einbindung von Familienangehörigen. Perspektivisch sollte die Unterstützung zu einer familienbegleitenden Betriebshilfe bis zum ersten Lebensjahr des Kindes weiterentwickelt werden.

Ebenso entscheidend ist eine verlässliche Hebammenversorgung im ländlichen Raum. Sie ist nicht nur für die gesundheitliche Betreuung von Mutter und Kind unerlässlich, sondern auch für die Stabilität der landwirtschaftlichen Betriebe. Versorgungslücken wirken sich unmittelbar auf Arbeitsfähigkeit und Betriebsorganisation aus. Die Landfrauen appellieren an die Politik, die bestehenden Ungleichheiten zügig zu beseitigen. Eine moderne Familienpolitik muss alle Erwerbsformen berücksichtigen – auch die selbständige Arbeit in der Landwirtschaft. Nur so lässt sich die Vereinbarkeit von Familie und Betriebsleitung nachhaltig sichern.

Bericht und Foto: BBV


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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