Brauchtum

Wildenwarter Doppeljubiläum – II

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

„Ihr seid immer da, wenn es brennt, gleich was sonst los ist. Das habe ich vor neun Jahren selbst hier in unserem Wildenwart erfahren, als durch einen technischen LKW-Schaden beim Hackschnitzelwerk ein Vollbrand zu befürchten war. Viele Feuerwehrleute, die ich sonst aus der guten Nachbarschaft kenne, haben Schlimmstes verhindert“ – mit diesen Worten begann Herzogin Elizabeth in Bayern als Schirmherrin ihr Grußwort an die Freiwillige Feuerwehr von Wildenwart. Diese feierte ihren 150. Geburtstag zusammen mit der örtlichen Landjugend, die halb so alt ist. Zum 75. Geburtstag der Katholischen Jugend von Wildenwart ergänzte die Vertreterin des Hauses Wittelsbach: „Mit 75 Jahren muss man nicht ruhiger werden, eine aktive Gemeinschaft ist die Basis für ein funktionierendes Dorfleben“.

Der gemeinsame Gottesdienst war wohlvorbereitet im Wildenwarter Vogeltenn-Gebiet nahe der Alten Schule, in einem Feldaltar fand die Geistlichkeit mit dem Liturgischen Dienst Platz. Pfarrer Philipp Werner vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer war wie schon vor zehn Jahren Zelebrant. Damals als junger Priester in Aschau zusammen mit Pfarrer Klaus Hofstetter aus Prien und damals bereits zusammen mit Feuerwehrpfarrer Wolfgang Rick, der auch heuer wieder aus Nordrhein-Westfalen angereist war. „Da sein und Helfen, das und Euer gesamtes Zusammenleben sowie das Organisieren von Festen verdient unser aller Respekt, Vergelt´s Gott dafür“ – so Pfarrer Werner. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Musaik-Chor unter der Leitung von Johanna Rosenwink und die Festmusikkapelle Wildenwart mit ihrem Dirigenten Sebastian Graf, unter anderem mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne.

In ihren Grußworten dankten die Bürgermeister Daniel Mair aus Frasdorf und Andreas Friedrich aus Prien den beiden Jubiläumsvereinen für ihren Beitrag zum guten Orts- und Vereinsleben. Bürgermeister Mair erinnerte dabei an den Werdegang der Feuerwehr mit immer besser werdender Unterbringung und Ausstattung. Für Priens Bürgermeister Andreas Friedrich stehen die beiden Jubiläen für einen generationenlangen Zusammenhalt in Verbindung mit Einsatzbereitschaft und Verlässlichkeit. „Dies hat sich erst jüngst nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit bei der Einweihung des Kinderhauses als gemeinsames Projekt der Gemeinden Frasdorf und Prien gezeigt“. Michael Ramsl als Festleiter des Doppeljubiläums bestätigte in seiner Begrüßung, dass auch die nächsten Generationen die christlichen Werte und die Bereitschaft zu helfen weitergeben und leben wollen. Gemeinsam mit Lisa Obinger überreichte er nach der Segnung der neuen Fahne für die Katholische Landjugend ein erstes Fahnenband der Feuerwehr. Franz Hochhäuser von der Kreisbrandinspektion Rosenheim mit derzeit 6,700 aktiven und 1,100 jugendlichen Feuerwehrleuten erinnerte in seinem Grußwort an den Dienst der Gesellschaft, den Feuerwehrler und Jugendliche für die gesamte Gesellschaft leisten. Die Gottesdienstkollekte wird -so Festleiter Michael Ramsl- dem Chor Musaik zugutekommen, anstatt von Ehrengaben wird es eine Spende an den Ökumenischen Sozialdienst im Priental geben.

In zwei Blöcken, jeweils mit den Musikkapellen Wildenwart und Eggstätt sowie mit den Zugführern Peter Freund und Markus Ramsauer voran, ging dann der Festzug über gemähte Wiesen, vorbei am Wildenwarter Kreisel bis zum Prutdorfer Friedensdenkmal und dann wieder zurück ins Festzelt zum wohl vorbereiteten und schnell servierten Mittagessen. Am Festzug beteiligten sich alle Ortsvereine sowie zahlreiche Landjugendgruppen, Jungbauernschaften und Feuerwehren aus den Nachbarsgemeinden. Die Feuerwehr Wildenwart mit einer alten Spritze, die Feuerwehr Atzing mit einer alten Leiter, die Feuerwehr Neukirchen mit einer historischen Spritze und der Trachtenverein Wildenwart mit der Ortskirche Christkönig auf einem Motivwagen bereicherten den Festzug ebenso wie eine pferdegezogene Ehrenkutsche mit Herzogin Elizabeth in Bayern (mit Sohn Max), Pfarrer Werner Philipp Werner sowie den Bürgermeistern Daniel Mair und Andreas Friedrich. Die Festlichkeiten zum Wildenwarter Doppeljubiläum klingen am heutigen Montag mit einem Kesselfleischessen ab 18 Uhr mit den „Preana Buam“ als Unterhaltungsmusik aus.

Fotos: Hötzelsperger –  Eindrücke vom Doppeljubiläum der Feuerwehr und der Landjugend von Wildenwart – u.a. Altar mit Herzogin Elizabeth und Geistlichkeit – Fahnenband-Übergabe – Festzug – Ehrenkutsche mit von links Pfarrer Philipp Werner, Herzogin Elizabeth mit Sohn Max, Bgm. Andreas Friedrich und Bgm. Daniel Mair.


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Toni Hötzelsperger

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