Seit nunmehr zwanzig Jahren wächst im Oberpinzgau ein besonderes Schulprojekt heran: „Mein Obstbaum“, initiiert vom Verein TAURISKA, dem Obst- und Gartenbauverein Bramberg, den Gemeinden Bramberg und Neukirchen sowie den örtlichen Mittel- und Hauptschulen. Was 2005 als kleine Idee begann, hat sich zu einem nachhaltigen Bildungsprojekt im Bundesland Salzburg entwickelt.
Die Grundidee ist einfach und wirkungsvoll: Schülerinnen und Schüler pflanzen ihren eigenen regionaltypischen Obstbaum, pflegen ihn über mehrere Schuljahre hinweg und erleben so unmittelbar, wie Natur, Verantwortung und regionale Kulturlandschaft zusammenhängen. Unter fachkundiger Begleitung von Landwirten, Baumwarten und Lehrpersonen lernen die Jugendlichen, wie ein Obstbaum gesetzt, gepflegt und geschnitten wird – und wie wertvoll heimische Sorten für Ernährung, Biodiversität und Landschaft sind.
Heute wurde das Projekt erneut in der Mittelschule Neukirchen umgesetzt. Die Drittklässler nahmen ihre Bäume stolz mit nach Hause – ein Moment, der zeigt, wie sehr die jungen Menschen „ihren“ Baum über die Jahre ins Herz schließen. Die ersten Klassen pflanzten ihre Bäume im Schulgarten und legten damit den Grundstein für eine neue Generation von Obstbäumen. Auch die Gemeindevertreter, Bürgermeister Andreas Schweinberger und Vizebürgermeisterin Marlene Steiger-Brugger, nahmen sich Zeit, um die Aktion persönlich zu begleiten. Unterstützt wurde das Projekt von Direktor Thomas Scheuerer und engagierten Lehrkräften, die dafür sorgen, dass die Idee weitergetragen wird.
Wer möchte, kann ihn anschließend mit nach Hause nehmen und weiter pflegen. Für jene, denen das nicht möglich ist, stehen gemeindeeigene Flächen zur Verfügung. So bleiben die Bäume im Dorf sichtbar – als lebendige Zeichen für Engagement, Bildung und Zukunft.
Dass das Projekt seit zwei Jahrzehnten erfolgreich umgesetzt wird, zeigt die große Motivation der Schulen, Gemeinden und Vereine. Generationen von Schülerinnen und Schülern haben so einen persönlichen Zugang zu Natur, Obstbau und regionaler Identität entwickelt. „Mein Obstbaum“ ist damit weit mehr als ein Unterrichtsprojekt – es ist ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung und zur Pflege unserer Kulturlandschaft.
Bericht: Tuariska / Foto: MS-Neukirchen a. Grv.



