Tradition in Prien hat das Starkbierfest der örtlichen Blaskapelle. Frei nach Georg Lohmaiers Königlich Bayerischen Amtsgerichtsgeschichten waren auch heuer das Bier süffig, die Blasmusik vom Feinsten, die Besucher sittsam und die Honorationen zahlreich erschienen als Musikvorstand Stefan Hackenberg im König-Ludwig-Saal die Willkommensgrüße sprach. Traditionell war auch das Levitenlesen von Bruder Barnabas alias Johannes Dreikorn, doch sein Vortrag mit Nennung von Sündern und Büßern begann erstmals untraditionell, weil mit Künstler-Intelligenz-Unterstützung.
Trotz etwas lädierter Stimme war der Fastenprediger in Anwesenheit des Priener Hanslhof- und Ratschkathl-Duos nicht auf das Maul gefallen, er bat die anwesenden Brüder und Schwestern nach einer geistigen Übung die letzte Fastenwoche mit dem Vorsatz zu beginnen, bei Fehlern nicht den Splitter im Auge des Anderen, sondern den Balken im eigenen Auge zu sehen. Selbst gut vorbereitet informierte er von seinen Recherchen, dass laut KI der Priener Bürgermeister Andreas Friedrich als Mitglied der CSU im Jahr 2025 Kontinuität und keinen Stillstand gezeigt habe. Eine zweite Anfrage bei der KI bestätigte allerdings, dass der Erste Bürger von Prien (momentan) keinen Wechsel von der ÜWG zur CSU beabsichtigt. Natürlich waren die Kommunalwahlen in Prien und Umgebung ein mehrfaches Thema. Zu Prien gewandt bezeichnete er Rosi Hell mit den meisten Stimmen als „Bürgermeisterin des Herzens“ und auf die Fraueninsel blickend lobte er das verschobene Wahl-Duell als extrem gutes Marketing-Konzept für den Insel-Tourismus. Bedauert wurde vom Prediger, dass der Titel vom „Abriss des Jahres“ nach Prien für das Lechnerhaus und nicht für den seit vielen Jahren leerstehenden Seehof in Rimsting vergeben wurde. Der einmal von Gemeinderat Peter Fischer vorgeschlagenen Initiative „Goldene Kelle“ für Fassaden-Verbesserungen wurde zwar nicht zugestimmt, hätte allerdings eine Berechtigung und wäre von Wichtigkeit angesichts mancher Bauten, Baustellen und Bahnhofs-Situtationen.
Priener Themen: Bau-Stillstand am Pfarrhof, Einzelhandel, Handwerk und Vereine
Zu den Objekten des Stillstands zählt auch der Pfarrhof bzw. der Pfarrhof-Umbau in der Katholischen Gemeinde „Mariä Himmelfahrt“. Dessen Bau-Fortschritt lässt auf sich warten und so schlug Bruder Johannes dem anwesenden Pfarrer Philipp Werner und seinem Pfarrvikar und gelernten Bierbrauer Sinha Roy vor, in den Pfarrhof eine Brauerei einzurichten. Weitere Anliegen galten den Priener Handwerksbetrieben, dem Einzelhandel und den Vereinen. An die „Steuerzahler und Steuerhinterzieher und Entscheider“ gerichtet hieß es: „Daheim zählt es, erkundigt Euch vor Ort und nicht nur im Internet und ihr werdet in Prien und Umgebung bestimmt fündig werden, wenn es ums Einkaufen oder um eine Handwerkerbestellung geht. Und besucht die Feste und Veranstaltungen, denn was wäre der Zusammenhalt in der Gemeinde ohne die Vereine“.
Der Fastenpredigt von Johannes Dreikorn gingen erste Blasmusikweisen der Jugend- und der Erwachsenenkapelle (unter anderem mit einem gemeinsamen Stück) unter der Leitung von Karl-Wilhelm Hultsch sowie das Anzapfen des ersten Fasses Starkbier vom Hofbräuhaus Traunstein voraus. Zwei sichere Schläge und ein Sicherheitsschlag von Bürgermeister Andreas Friedrich waren mit Beistand von Richard Hundhammer als Brauereivertreter Garant dafür, dass kein Tropfen des edlen Gerstensaftes verloren ging. Gute Blasmusikunterhaltung der 40 Musikanten starken Blaskapelle, passende Bewirtung des Luitpold-am-See-Teams und zu späterer Stunde eine Bar sorgten für einen starken und gelungenen Bierabend. An diesem erfreuten sich unter anderem Ehrenbürger Michael Anner senior, Dritter Bürgermeister Martin Aufenanger, viele Anhänger der Priener Blaskapelle aus Rimsting und Greimharting, eine große Schar von Aktiven der Nachbarskapelle Wildenwart sowie nicht zuletzt Gruppierungen, Firmen und Vereine aus Prien und Atzing. Jugendleiterin Regina Stephan von der Priener Blaskapelle erinnerte, dass die Priener Jugendblaskapelle heuer am Samstag, 4. Juli und Sonntag, 5. Juli ihr 30jähriges Bestehen feiern wird. Hierzu galt ebenso eine Einladung wie für Ostermontag, 6. April, wenn Gemeinde und Blaskapelle ab 10.30 Uhr zum traditionellen Ostermontags-Konzert wiederum in den König-Ludwig-Saal einladen.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Starkbierfest der Blaskapelle Prien im König-Ludwig-Saal









