Der Deutsche Wanderverband (DWV) verleiht am 2. September auf dem CARAVAN SALON in Düsseldorf erneut Zertifikate für Qualitätswege, Qualitätsregionen und einen Leading Quality Trail. Die Auszeichnungen zeigen, wie sich Wanderangebote unter den Bedingungen von Klimawandel und Extremwetter weiterentwickeln.
Verlässliche Orientierung entsteht nicht von selbst. Damit Wanderwege dauerhaft attraktiv und sicher bleiben, überprüft der Deutschen Wanderverband regelmäßig Wege und Regionen nach einheitlichen Qualitätskriterien. Am 2. September werden auf dem CARAVAN SALON in Düsseldorf lange und kurze Qualitätswege sowie die Qualitätsregion Edersee und der Mullerthal Trail als „Leading Quality Trail – Best of Europe“ ausgezeichnet. Im ersten Halbjahr 2026 wurden damit bundesweit schon acht lange und 36 kurze Qualitätswege sowie eine Qualitätsregion und ein europäischer Spitzenweg zertifiziert. Nach der Verleihung gibt es in Deutschland 122 lange Qualitätswege mit 12.339,7 Kilometern sowie 261 kurze Qualitätswege mit insgesamt 2.717,29 Kilometern. Neun Regionen tragen das Siegel „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ und umfassen rund 6.793 Quadratkilometer. Daria Regozini aus dem Qualitätsmanagement Wanderbares Deutschland beim Deutschen Wanderverband: „Die Zertifizierung macht sichtbar, wie vielfältig und hochwertig die Wanderangebote in Deutschland inzwischen sind.“ Entscheidend sei die regelmäßige Kontrolle der Wege vor Ort.
Die regelmäßige Überprüfung gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil sich die Bedingungen im Gelände verändern. Starkregen kann Wege beschädigen, Trockenheit und Borkenkäfer können Waldbestände verändern, Brände können Strecken kurzfristig unpassierbar machen. Liane Jordan, Leiterin Qualitätsmanagement Wanderbares Deutschland und Leading Quality Trails – Best of Europe beim Deutschen Wanderverband: „Die Pflege und Weiterentwicklung der Wege ist anspruchsvolle Arbeit, die Professionalität und Engagement erfordert. Gerade bei Starkregen, Waldschäden oder Bränden zeigt sich, wie gut eine Region auf solche Einflüsse vorbereitet ist und wie sie trotz einschneidender Ereignisse ein sicheres und verlässliches Wanderangebot anbieten kann.“
Wie schnell sich eine Situation ändern kann, zeigt der Wanderweg „Venntrilogie“ im Hohen Venn in Ostbelgien. Nach einem Brand mussten Teile der Strecke gesperrt werden. Inzwischen sind fünf der sechs Etappen wieder begehbar, eine Etappe bleibt wegen der Brandschäden geschlossen. Solche Ereignisse stellen auch die Zertifizierung vor neue Aufgaben. Vor einer Nachzertifizierung muss geprüft werden, ob ein Weg weiterhin den Kriterien entspricht oder ob Umleitungen und andere Anpassungen notwendig sind.
Dabei unterstützt zunehmend die Digitalisierung. Mit der Q-App des DWV erfassen Wegeverantwortliche Markierungen, Wegebeschaffenheit oder notwendige Änderungen direkt im Gelände und dokumentieren sie georeferenziert. Eingesetzt wird die kürzlich entwickelte Anwendung bereits auf den Spessartwegen, dem Albschäferweg, dem Donau-Zollernalb-Weg und den Pfälzer Wegen sowie bei den europäischen Spitzenwegen Venntrilogie und Veldenz Wanderweg. Auch weitere Projekte wie der Merodepad oder die Qualitätsregion Leinebergland nutzen die Anwendung bereits.
Alle Informationen zur Zertifizierungsveranstaltung, zu den ausgezeichneten Wegen und Regionen sowie zu den europäischen Spitzenwegen bündelt der Deutschen Wanderverband auf einer Landingpage zur Verleihung: https://www.wanderbares-deutschland.de/caravan-salon-2026/verleihungsveranstaltung
Bericht: Deutscher Wanderverband – Archiv-Foto: Hötzelsperger (Wandern im Wanderparadies Samerberg bei den Seitenalmen zur Hochries)


