Sozialer Zukunftsberuf Hauswirtschaft: „Hier geht es um Gesundheit, Lebensqualität und Gemeinschaft“ – Caritas Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Theresia Gerhardinger war Gastgeber des 59. Landesleistungswettbewerbes für Hauswirtschaft
Gesunde, wohlschmeckende Mahlzeiten, gepflegte, wohnliche Räume, verlässliche Tagesabläufe: Hauswirtschaftliche Fachkräfte gestalten vieles von dem, was Menschen in sozialen Einrichtungen jeden Tag Lebensqualität und Freude schenkt. Wie anspruchsvoll und vielseitig dieses Berufsfeld ist, zeigte der 59. Bayerische Landesleistungswettbewerb für Auszubildende in der Hauswirtschaft an der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Theresia Gerhardinger des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising e. V.
„Viele Menschen denken bei Hauswirtschaft noch immer zuerst an Putzen oder Kochen. Tatsächlich vereint der Beruf Ernährungswissen, Organisation, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und den direkten Kontakt zu Menschen. Wer unsere Auszubildenden erlebt, erkennt schnell, wie anspruchsvoll und vielseitig diese Arbeit ist“, sagt Rosa Wimmer, Leiterin der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Theresia Gerhardinger.
Hauswirtschaftliche Fachkräfte planen Verpflegung für unterschiedliche Zielgruppen, gestalten Arbeitsabläufe und schaffen Rahmenbedingungen, in denen Menschen sich wohlfühlen können. Die Vielseitigkeit ihrer Aufgaben zeigte sich auch beim Wettbewerb. Unter dem Motto „Ganztagsbetreuung an Grundschulen wird verpflichtend“ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit den aktuellen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und deren Umsetzung in der Praxis. In Teamarbeit organisierten und bereiteten sie die Mittagsverpflegung für 20 Tagungsteilnehmende zu, präsentierten die Speisen auf einem Buffet und entwickelten noch dazu digitale Werbematerialien mit Ideen für kindgerecht angerichtete Mahlzeiten.
Gefragt waren dabei Fachwissen, Kreativität und Teamfähigkeit ebenso wie die Fähigkeit, Ernährung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und die Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen zusammenzubringen. „Die Wettbewerbsaufgabe hat eindrucksvoll gezeigt, worauf es in der modernen Hauswirtschaft ankommt: Ernährung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und die Bedürfnisse der Menschen zusammenzubringen und daraus Lösungen für die Praxis zu entwickeln“, so Wimmer.
Hauswirtschaft gestaltet jedoch nicht nur Versorgung, sondern auch Lebensräume. Ein einladender Speiseraum, ein freundlich gedeckter Tisch oder gut organisierte Abläufe tragen wesentlich dazu bei, dass Menschen Orientierung finden, Gemeinschaft erleben und sich gut aufgehoben fühlen. Gerade in Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kitas und Wohnangeboten für Menschen mit Unterstützungsbedarf sind dies wichtige Bausteine von Lebensqualität.
Für den Caritasverband ist Hauswirtschaft in seinen Einrichtungen und Angeboten Teil von gelebten Werten. Schulleiterin Rosa Wimmer erklärt: „Für uns steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Als Hauswirtschaftliche Fachkräfte orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Menschen und tragen dazu bei, dass aus einer Einrichtung ein Ort wird, an dem man sich willkommen und gut aufgehoben fühlt.“
Professionelle Hauswirtschaft bewahrt und vermittelt auch Wissen, das eine Gesellschaft im Alltag braucht und nicht verlieren sollte. Zu wissen, wie Lebensmittel ausgewählt, gelagert und verarbeitet, Mahlzeiten aus Grundzutaten zubereitet und vorhandene Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden, ist mehr als Alltagswissen. Es ist praktische Kompetenz, die Selbstständigkeit und Versorgungssicherheit stärkt. Gerade in einer Zeit, in der über Resilienz gesprochen wird, bekommt damit auch das „Selbermachen“ gegenüber der ausschließlichen Nutzung vorgefertigter Convenience-Produkte eine neue und systemrelevante Bedeutung.
Mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung und einer älter werdenden Gesellschaft wird der Bedarf an qualifizierten hauswirtschaftlichen Fachkräften in Zukunft weiter steigen. Die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Theresia Gerhardinger des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising bildet seit vielen Jahren den dringend benötigten Nachwuchs aus.
„Wer Hauswirtschaft erlebt, erkennt: Hier geht es nicht um Haushalt, sondern um Lebensqualität. Unsere Auszubildenden und wir als Berufsfachschule kämpfen oft noch gegen altbackene Klischees zu unserem Berufsbild. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen die Perspektiven und dessen gesellschaftliche Bedeutung aufzuzeigen“, betont Wimmer. Dass der Landesleistungswettbewerb in diesem Jahr in München stattfand, war kein Zufall: Die Landessiegerin des Vorjahres wurde an der Caritas-Fachschule ausgebildet. Nun trafen dort die besten Nachwuchskräfte Bayerns aufeinander, um ihr Können unter Beweis zu stellen.
Die bestplatzierten Teilnehmenden des 59. Bayerischen Landesleistungswettbewerbs für Auszubildende in der Hauswirtschaft 2026 waren:
1. Platz: Julia Eichstetter aus Landshut
2. Platz: Theresa März aus Miesbach
3. Platz: Pia Bentenrieder aus Augsburg
4. Platz: Hanna Metz aus Schweinfurt
Johanna Grasegger von der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Theresia Gerhardinger des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising e. V. landete auf dem 5. Platz. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber übermittelte ihre Glückwünsche per Videobotschaft, Ministerialrätin Andrea Seidl überreichte die Urkunden. Für die Erst- und Zweitplatzierte geht es am 7. November 2026 weiter zur Deutschen Juniorenmeisterschaft der Hauswirtschaft nach Heidelberg. Dort vertreten sie ihr Bundesland.
Die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Theresia Gerhardinger gehört seit vielen Jahren zur Spitze der hauswirtschaftlichen Ausbildung in Bayern. Seit 2005 errangen ihre Schülerinnen acht Landessiege (2005, 2012, 2013, 2016, 2018, 2020, 2023 und 2025) sowie drei zweite Plätze (2006, 2007 und 2024). Auch auf Bundesebene konnte die Schule Erfolge feiern: Die Deutsche Juniorenmeisterschaft der Hauswirtschaft gewann eine Absolventin der Schule bereits 2005, weitere Teilnehmerinnen platzierten sich in den Folgejahren mehrfach unter den besten vier Deutschlands. Angesichts der Tatsache, dass jährlich nur die 24 besten Auszubildenden Bayerns zum Landesleistungswettbewerb zugelassen werden, unterstreichen diese Ergebnisse die hohe Ausbildungsqualität der Caritas-Berufsfachschule.
Bericht: Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. Fotos: Copyright Robert Kiderle/Caritas München-Freising
Die vier Bestplatzierten des Landesleistungswettbewerbs mit Ministerialrätin Andrea Seidl
Die Teilnehmerinnen des 59. Landesleistungswettbewerbs und ihre Prüfungsaufgabe
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