Solidarität & Lichtblicke

LEADER-Förderung für Wasserwacht Schnaitsee

Die Wasserwacht Schnaitsee mit Vorsitzender Angelika Kebinger und Technischem Leiter Jonathan Auer bei der Übergabe des LEADER-Bescheids über knapp 85.000 Euro.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Schnaitsee – Große Freude bei der Wasserwachts-Ortsgruppe in Schnaitsee. Weil ein Hochwasser im Sommer 2024 ihre Hütte am Badesee stark beschädigte, führt an einem Neubau der Wachstation kein Weg vorbei. Nach intensiven Vorarbeiten und der finalen Klärung bürokratischer sowie rechtlicher Aspekte wie der Baugenehmigung und des Pachtvertrags folgte nun ein entscheidender Meilenstein: Am Mittwochabend (7. Oktober) wurde der offizielle Zuwendungsbescheid für die LEADER-Förderung an der alten Wachstation am Weitsee feierlich überreicht.

Bescheid von knapp 85.000 Euro: Wasserwacht „kein Selbstläufer“

Johann Kölbl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim übergab den Bescheid an die Vorsitzende Angelika Kebinger und den Technischen Leiter Jonathan Auer. Ebenfalls anwesend waren der Erste Vorsitzende der LAG Chiemgauer Seenplatte und Bürgermeister von Übersee, Herbert Strauch, Geschäftsführer Christian Fechter, Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger sowie Mitglieder der Wasserwachts-Ortsgruppe und weitere Vertreter des BRK – darunter Natalie Jäger von der Landesgeschäftsstelle, Thorsten Brandstätter, stellvertretender Leiter des BRK-Traunstein und Damian Heistracher von der Kreiswasserwacht Traunstein. Die Jugendgruppe der Wasserwacht übernahm die Verpflegung der Gäste.

84.900,48 Euro beträgt die LEADER-Förderung. Es handelt sich hierbei um eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union und des Freistaats Bayern zur Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raums. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Seenplatte e.V. ein: Als regionaler Zusammenschluss aus 27 Kommunen, darunter auch Schnaitsee, entwickelt und bewertet die LAG passgenaue Projektideen vor Ort. Sie sorgt dafür, dass Fördergelder gezielt in Initiativen fließen, die – wie der Neubau der Wasserwachtshütte – das Ehrenamt, die Sicherheit und das kulturelle sowie gesellschaftliche Miteinander in der Region nachhaltig stärken.

Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger betonte in seinen Dankesworten, dass das Förderprogramm LEADER kein Selbstläufer sei, sondern viel lokales Engagement erfordere. Gleiches gilt für den Erhalt der Ortsgruppe der Wasserwacht. Hier würdigte er auch die Arbeit der Ehrenamtlichen. Dem schloss sich Thorsten Brandstätter an, der zudem den beiden anwesenden Bürgermeistern für die gute Zusammenarbeit einen großen Dank aussprach.

Neue Hütte soll bis 1. Mai bezugsfertig sein

Technischer Leiter Jonathan Auer ging neben Dankesworten am Mittwochabend auch auf das Projekt an sich und die nächsten Schritte ein. Entstehen wird eine Hütte mit einer Fläche von vier auf acht Metern – ähnlich der alten Arbeitsstätte –, jedoch wird das neue Bauwerk schwimmfähig konstruiert. Unter den Holzbau aus modifiziertem Blockbau mit Dreischichtplatten werden Pontons gesetzt. Hierdurch passt sich die Hütte an den Wasserstand an, ähnlich dem System der neu angelegten Schwimmplattform auf dem See und des neuen Stegs. Die neue Wachstation wird darüber hinaus einen Sanitäts- und einen Gemeinschaftsraum bieten sowie eine Terrasse mit direktem Blick auf die wichtigen Überwachungsbereiche.

Während innen schon einige Abbauarbeiten stattgefunden haben, soll ziemlich zügig der Abriss der alten Hütte erfolgen. Denn die Pontons werden voraussichtlich Ende November bis Anfang Dezember geliefert und sollen dann auch noch vor Weihnachten montiert werden.

Helfer und Holzspenden gesucht

Nach den Feiertagen soll das Aufstellen des Holzbaus folgen. Als Zieltermin für die Fertigstellung gilt der 1. Mai, damit die Unterkunft zur neuen Badesaison beziehbar ist. Verbleibende Restarbeiten werden schrittweise im Lauf der Saison erledigt.

Interessenten für die Übernahme der alten Rundholz-Blockbau-Hütte können sich übrigens noch bis zum 25. Oktober bei Jonathan Auer melden, da diese zum Selbstabbau zur Verfügung steht.

Neben Materialspenden freuen sich die Ehrenamtlichen auch über motivierte Bauhelfer – bevorzugt handwerklich Begabte oder Ausgebildete –, Hilfskräfte sowie Brotzeit- und Getränkespenden. Die Ortsgruppe bedankt sich herzlich bei allen bisherigen Unterstützern, Vereinen und Firmen sowie bei Manfred Heistracher, der anlässlich seines Geburtstags zu Spenden für das Projekt aufgerufen hatte.

Text und Bildmaterial: Manuel Hinmüller


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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