In einer Pressekonferenz stellte Intendant Carl Philip von Maldeghem, zusammen mit den Leitungsteams der Sparten, das Programm der Spielzeit 2026/2027 vor. Bernhard Utz, kaufmännischer Direktor, gab eine Zwischenbilanz der laufenden Spielzeit. Diese liest sich durchwegs positiv: In bislang acht Monaten erreichte man über 100.000 Besucher in 302 Vorstellungen. Dies ergibt eine Auslastung von ca. 83 Prozent. Auch der leichte Anstieg (um 2 Prozent) bei den Abonnements sei erfreulich. Ebenfalls positiv sei die Nachfrage bei der Sparte „Junges Land“: Mit 24 Prozent liegt der Anteil des jüngeren Publikums relativ hoch.
Die Produktionen des Musiktheaters beginnen mit italienischer Oper: Rossinis „L’italiana in Algeri“ hat am 19.9.26 im Landestheater Premiere, gefolgt von Puccinis „Tosca“ im Großen Festspielhaus, in halb-szenischer Fassung, am 31.10.26.
Eine Neu-Entdeckung ist Jacques Offenbachs Operette „Robinson Crusoé“, deren Premiere am 17.01.27 über die Bühne geht. In Kooperation mit den Schwetzinger Festspielen wird die Barock-Oper „L‘amore artigiano“ (Die Liebe unter Handwerkern) am 8.Mai 2027 zum ersten Mal im Landestheater gespielt. Dieses „Dramma giocoso“ von Florian Leopold Gassmann basiert auf einem Libretto von Carlo Goldoni, dessen Komödie „Krach in Chioggia“ am 3. Oktober 2026 im Landestheater Premiere hat.
In Anspielung auf dieses Stück (Originaltitel: „Le baruffe chiozzotte“), das mit allgemeiner Versöhnung endet, bemerkte Schauspieldirektor Nuran David Calis schmunzelnd: „Wir beginnen die Spielzeit mit einer Umarmung.“
Eine Uraufführung kann man ab 4. Juni 2027 erleben: Hollywood-Komponist David Buckley hat den Bestseller „Der geheime Schlüssel zum Universum“ von Lucy und Stephen Hawking als Oper vertont. Bekannteres erwartet das Publikum mit zwei Wiederaufnahmen: Humperdincks „Hänsel und Gretel“ (ab 15.11.26) und „Die kleine Zauberflöte“ (ab 6.3.27). Auch die Musical-Produktionen „Not the Messiah“ (ab 12.09.26) und „The Sound of Music“ (ab 18.12.26) sind Wiederaufnahmen. Dagegen können die Zuschauer den Film-Klassiker „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ ab 5. Dezember 26 als österreichische Erstaufführung erleben. Im Probenzentrum Aigen wird das Musical „Ciao Bella“ am 23. April 2027 uraufgeführt.
Zeitlosen Themen widmet sich die Sparte Schauspiel. Sophokles‘ „Antigone“ (ab 24. Sept. 2026 in den Kammerspielen) thematisiert den Konflikt zwischen Gesetz und Gewissen, Gehorsam und Zivilcourage. Stefan Zweigs „Schachnovelle“ ist ab 21. November 2026 als dramatisierte Fassung zu sehen. Stefan und Lotte Zweigs „Declaração“ (Erklärung) mit dem Motto „Ich habe das Leben zu sehr geliebt“ hat am 27. November 2026 Premiere und wird abwechselnd in den Kammerspielen und auf Schloss Leopoldskron aufgeführt.
Am 18. Januar 2027 wird in den Kammerspielen „Das Enthüllungsstück“ in einer Uraufführung zu sehen sein, in Kooperation mit der investigativen Redaktion DOSSIER, wobei journalistische Recherche in theatrale Form übersetzt wird. Schauspieldirektor Nuran David Calis kündigte es so an: „Es wird einem (…) die Füße wegziehen.“
Weitere Uraufführungen 2027: „Das österreichische Fußballwunder“ (ab 6. Februar), „Hystéria“ (ab 17. März), „Die Erfindung des Paradieses“ (ab 10. April). Letzteres ist eine Bearbeitung von Aischylos‘ Tragödie „Die Perser“, wobei der iranisch-österreichische Autor Amir Gudarzi einen Perspektivwechsel mit dem Thema „Die Erfindung des Paradieses“ vornimmt.
In den Kammerspielen läuft, in englischer Sprache, ab 18. November 2026 eine dramatisierte Fassung von George Orwells Satire „Animal Farm“. In der Reihe „Erinnerungsraum Theater“ wird von 5. bis 7. März 2027 das Zeit-Stück „Menschen-Safari in Sarajewo“ gezeigt.
In der Sparte Tanz eröffnet ein Stargast die Saison: Weltklassetänzer Friedemann Vogel gestaltet am 5. und 6. September 2026 unter dem Motto „Die Seele am Faden“ einen gemeinsamen Abend mit dem Salzburger Ensemble. Die Neuinterpretation des Ballettklassikers „Giselle“ (ab 13. März 2027) findet ein Pendant in dem von Clubmusik inspirierten Projekt „BODyBEAT“ (ab 19. Mai 2027). Chefchoreograf Reginaldo Oliveira setzt mit der Wiederaufnahme von „Fridas Welt“ (ab 10.10.26) seine erfolgreiche Arbeit fort.
Die Sparte „Junges Land“ startet am 3. Nov. 2026 mit einer Bearbeitung des Familienstücks „Rennschwein Rudi Rüssel“. Ebenfalls für jugendliches Publikum sind Stücke über politischen Widerstand („Edelweißpiraten“, ab 14. Jan. 2027), den Umgang mit Emotionen („Anna und die Wut“, ab 26. Februar 2027), erste Liebeserfahrungen („Fucking fucking schön“, ab 15. April 2027) und Selbstakzeptanz („Kleiner Werwolf“, ab 13. Mai 2027).
Eine Neuerung im Kundenservice bzw. im „Ticketing-System“: Ein übersichtlicher Webshop bietet ab der neuen Spielzeit einen online-Zugang zu Eintrittskarten, Abonnements, Termintausch und Weiterleitungsfunktionen für gebuchte Tickets.
Text: Helmut Rieger
Fotos: Daniella Rieger-Böhm (1+2), Salzburger Landestheater (3+4)







