Kultur

Salzburg: Stars von morgen

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Salzburg   –  Seit 2008 findet das Förderprogramm „Young Singers Project“ für den Gesangs-Nachwuchs statt. Heuer gab es 1007 Anmeldungen aus aller Welt, aus denen 14 Sängerinnen und Sänger ausgewählt wurden. Neben Stimmtraining, szenischer Probenarbeit und Lied-Interpretation erhielten sie in Opernproduktionen wie „King Arthur Junior“, „Der Prinz von Homburg“, „Ariadne auf Naxos“, „Werther“ und „Saint François d‘Assise“ kleine Rollen.

Gemeinsam mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Leo Hussain zeigten die Teilnehmer im Haus für Mozart beim Abschlusskonzert ihr Können. Es wurde schnell offensichtlich: Das könnten die Stars von morgen werden. Das Programm war mit Raritäten der Opernliteratur klug ausgewählt. So überraschten der amerikanische Tenor Joshua Berg und der slowenische Bassbariton Blaž Stajnko mit dem Duett „My Tale Shall Be Told“ aus Igor Strawinskys „The Rake’s Progress“. Vortrefflich interpretierte der Schweizer Countertenor Julian Schmidlin die Arie des Oberon aus Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s Dream“. Einfühlsam begleitete ihn Solo-Cellist Florian Simma.

Neben Arien aus Opern von Händel (Alcina, Giulio Cesare in Egitto) und Mozart (La finta semplice, Così fan tutte, Le nozze di Figaro) erfreute man das Publikum mit dem Ensemblestück „There’s Figaro!“ aus „The Ghosts of Versailles“ (1991) von John Corigliano, das von allen Teilnehmern (ebenso der rumänische Bassbariton Marius Aron, der belgische Bariton Leander Carlier, die estnische Mezzosopranistin Brigitta Listra, der ukrainische Bass Ivan Lyvch, die rumänisch-ungarische Sopranistin Imola Máté, die österreichische Mezzosopranistin Anja Mittermüller, der lettische Bariton Daniils Pogoriless und die französische Mezzosopranistin Amandine Portelli) mit Humor interpretiert wurde. Ein Belcanto-Glanzpunkt war die Arie des Aminta aus Mozarts „Il re pastore“. Die italienische Sopranistin Mariam Suleiman betörte mit ihrer runden und raumfüllenden Stimme voller Innigkeit. Die a‑capella-Passagen mit Solo-Geiger Alexander Hohenthal schienen wie ein geheimnisvolles Zwiegespräch. Ganz große Kunst!

Nach der Pause bat Festspielpräsidentin Kristina Hammer um eine Gedenkminute für den am 24. August verstorbenen Unternehmer Klaus-Michael Kühne, der seit 2013 besonders das Projekt für den Sänger-Nachwuchs unterstützte. Für ihn und seine Frau Christina hatte Dvořáks „Rusalka“ eine besondere Bedeutung. Deswegen erklangen Rusalkas „Lied an den Mond“ (hervorragend: Sopranistin Hanna Park aus Südkorea) und die Arie des Prinzen (mit strahlendem Tenor: Jack Lee aus Großbritannien) in Gedenken an den Förderer. Nach Juwelen aus französischen und italienischen Opern beendeten alle YSP-Teilnehmer das Konzert mit „Good People, Just a Moment“ aus Strawinskys „The Rake’s Progress“. Das Publikum war entzückt, und Bravo-Rufe hallten durch die Salzburger Sommernacht.

Text: Daniella Rieger-Böhm – Bilder: SF_Marco Borrelli


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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