Der Wetterbericht für Fronleichnam verspricht nur Gutes – ideale Voraussetzungen für eine kleine Wanderung. Also nichts wie los: Wir fahren nach Reit, parken beim Seiserhof und nehmen uns vor, über den Bärnsee, das Aschauer Natur-Freischwimmbad und die Abendmahlkapelle wieder zurückzukehren.
Vom Parkplatz geht es zunächst recht unspektakulär auf der Straße hinunter zur RO 14, die von Bernau herüberkommt. Auf dem Radweg folgen wir ihr ein kurzes Stück Richtung Aschau, bevor wir sie an der Abzweigung nach Spöck überqueren. Und siehe da: Schon hier blitzt der Bärnsee zwischen den Bäumen hervor – ein erster kleiner Motivationsschub.
Ein paar Schritte noch Richtung Spöck, dann beginnt der Bärnsee-Rundweg. Eine Infotafel erklärt uns, dass wir uns hier in einer typisch oberbayerischen Moorlandschaft von europäischem Rang befinden – wir nicken anerkennend und fühlen uns gleich ein bisschen naturkundlich gebildeter.
Wir folgen dem Weg in westlicher Richtung. Auf einem schmalen Bohlenweg geht es am See entlang. Eine Gruppe Radfahrer kommt uns entgegen – sie schieben vorsichtshalber ihre Räder, was angesichts der Absturzgefahr durchaus vernünftig wirkt. Den See selbst bekommt man nur gelegentlich zwischen Bäumen und Sträuchern zu sehen – er spielt ein bisschen Verstecken mit uns.
An einem Wegweiser verlassen wir den Rundweg (der weiter Richtung Café Pauli und Höhenberg führt) und schlagen den Weg nach Aschau ein. Bei einer Ferienhausanlage treffen wir wieder auf die RO 14, überqueren sie und erreichen schließlich das Aschauer Natur-Freischwimmbad samt Hochseilgarten. Am kleinen Badesee lockt ein Kiosk – wir geben nach. Einem Weißbier und einer kleinen Stärkung später sind wir wieder halbwegs fit. Die Badegäste schauen beneidenswert entspannt aus… ein Sprung ins Wasser wäre jetzt perfekt, aber unsere Badehosen haben heute leider frei.
Weiter geht es auf einem gut markierten Weg mit Kreuzwegstationen hinauf zur Abendmahlkapelle. Der Ort hat etwas Besonderes: eine verehrte Quelle, ein Altarbild des Heiligen Abendmahls und eine angenehm ruhige Atmosphäre. Außerdem eine tolle Aussicht – inklusive nochmaligem Blick auf den Bärnsee. Hier kommen wir auch mit einer rüstigen 90-Jährigen ins Gespräch, die gerade in respektablem Tempo aus Aschau heraufgewandert ist. Wir überlegen kurz, ob wir unser eigenes Wandertempo überdenken sollten.
Danach führt uns der Weg durch schattigen Wald weiter. Immer wieder öffnen sich kleine Ausblicke auf die Weiler und Kirchen des Chiemgauer Voralpenlandes. Der Pfad ist stellenweise schmal und etwas holprig, aber gut machbar – sogar für ambitionierte Mountainbiker, wie wir bald feststellen: Eine junge Frau zieht locker an uns vorbei.
Schließlich erreichen wir den Weiler Wiesen. Von hier aus geht es entspannt auf einer Teerstraße zurück nach Reit – der gemütliche Ausklang einer rundum gelungenen Tour.
Fazit: Eine wunderschöne, abwechslungsreiche Wanderung mit allem, was dazugehört – Natur, Aussicht, ein bisschen Kultur und sogar ein Hauch sportlicher Demut. Der Chiemgau hat wirklich einiges zu bieten!
Die Strecke verläuft überwiegend auf gut ausgeschilderten Wanderwegen sowie wenig befahrenen Straßen und ist etwa 8 Kilometer lang.


































