Mit einem voll besetzten Festzelt am Samstagabend und einem traditionsreichen Abschlusssonntag ist das Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes und das 130-jährige Gründungsjubiläum des GTEV Alpenrose Nußdorf zu Ende gegangen. Noch einmal zeigte sich, wie stark dieses Fest von Musik, Tracht, Ehrenamt, Handwerk und gelebter Dorfgemeinschaft getragen war.

Ein voll besetztes Festzelt am Samstagabend beim Bier- und Weinfest

Nußdorf am Inn – Nach einer intensiven Festwoche mit vielen Höhepunkten ist das Gaufest in Nußdorf am Sonntag zu Ende gegangen. Bereits der Samstagabend hatte noch einmal eindrucksvoll gezeigt, welche Anziehungskraft diese Festtage bis zuletzt hatten: Zum Bier- und Weinfest kamen weit über 2000 Besucherinnen und Besucher ins Festzelt. Die Bänke waren voll besetzt, die Bedienungen im Dauereinsatz, und verschiedene Musikgruppen aus der Region sorgten für einen stimmungsvollen Abend.

Bürgermeisterin und Schirmherrin Susanne Grandauer dankte allen Mitwirkenden, Helferinnen und Helfern für ihren großen Einsatz während der gesamten Festwoche.

Schirmherrin und Bürgermeisterin Susanne Grandauer nutzte den Samstagabend, um allen Mitwirkenden für die große Leistung der vergangenen Tage zu danken. „Es war ein großartiges Gaufest – ihr wart großartig“, sagte sie vor dem voll besetzten Festzelt. Es sei ihr eine Ehre gewesen, Schirmherrin einer Veranstaltung zu sein, die weit über Nußdorf hinaus geleuchtet habe.

Besonders würdigte Grandauer die Verantwortlichen des GTEV Alpenrose Nußdorf, allen voran Vorstand Andreas Mayer und Festleiter Peter Oberauer. Einen eigenen Dank richtete sie an die „Gaufestmama“ Angelika Bachler und ihren Mann Peter Bachler. Ebenso ausdrücklich hob sie alle Helferinnen und Helfer hervor, die im Hintergrund gearbeitet hatten – beim Aufbau, bei der Programmgestaltung, bei der Bewirtung und in unzähligen kleinen Details, ohne die ein Fest dieser Größenordnung nicht möglich gewesen wäre. Ohne sie, so machte die Schirmherrin deutlich, wäre „nichts gegangen“.


In sehr persönlichen Worten blickte Grandauer auf die gemeinsam gelebte Zeit während des Gaufestes zurück. Gerade diese fröhliche und harmonische Zeit sei ihr besonders wertvoll gewesen. Für sie bleibe diese Festwoche, wie sie sagte, „ein leuchtender Faden im Gewand des Lebens“.
Am Sonntag folgte dann der letzte Festtag mit Trachten- und Handwerkermarkt sowie dem Gaudirndldrahn des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes. Der Markt gab dem Abschlusssonntag einen ruhigen und familienfreundlichen Rahmen. Zwischen Butterbrezen, Brot, Trachtenzubehör, Lederarbeiten, Taschen, Fächern und weiteren handwerklich gefertigten Waren konnten die Besucherinnen und Besucher durch das Festzelt schlendern, schauen, verweilen und miteinander ins Gespräch kommen.


Im Mittelpunkt stand jedoch das Gaudirndldrahn. Dieser traditionelle Wettbewerb gilt als weibliches Gegenstück zum Gaupreisplatteln. Die Dirndl treten dabei in verschiedenen Altersklassen an, begleitet von einem Burschen, der zur Musik den Plattler tanzt. Bewertet werden unter anderem Haltung, Taktgefühl, Drehung und saubere Ausführung. Was für Außenstehende leicht und spielerisch aussieht, verlangt jahrelange Übung, große Konzentration, Ausdauer und Körperbeherrschung. Wenn sich die Röcke fast waagrecht in die Drehung legen, wird sichtbar, wie anspruchsvoll dieses Brauchtum ist.


Auch das Gruppenplatteln sorgte am Sonntag für starke Bilder und viel Aufmerksamkeit. Kraftvolle Sprünge, exakte Abläufe und das Zusammenspiel der Gruppen zeigten, dass Brauchtum im Inngau nicht museal gepflegt wird, sondern lebendig, sportlich und mit großem Ernst betrieben wird. Bayerisches Brauchtum traf an diesem Abschlusstag sichtbar auf Disziplin, Leidenschaft und Hochleistung.


Bei den Einzelwertungen des Gaudirndldrahns wurden die Siegerinnen in mehreren Altersklassen ermittelt. In der Altersklasse 4 der 15- bis 16-Jährigen gewann Anna-Maria Baumgartner aus Ostermünchen mit 146,5 Punkten vor Veronika Niedermaier aus Emmering und Sophia Kastenmüller, ebenfalls aus Emmering. In der Altersklasse 5 der 17- bis 23-Jährigen setzte sich Christiane Wagner aus Wittibreut mit 147,2 Punkten vor Eva Stallhofer und Sandra Thalbauer, beide ebenfalls aus Wittibreut, durch. Bei den Dirndln über 24 Jahre siegte Johanna Mayer aus Vogtareuth mit 147,2 Punkten vor Katrin Stallhofer und Johanna Wagner aus Wittibreut.

Gaudirndldrahn in Nußdorf am 19. Juli 2026: Siegerin in der Altersklasse 6 (über 24 Jahre, Jahrgang ab 2002) mit Platz 1 Johanna Mayer aus Vogtareuth

Die Pokalwertung gewann Christiane Wagner aus Wittibreut mit 147,7 Punkten knapp vor Johanna Mayer aus Vogtareuth mit 147,6 Punkten und Katrin Stallhofer aus Wittibreut mit 147,0 Punkten. In der Jugendgruppenwertung siegte die Gruppe Antersdorf/Hebertsfelden/Neuötting vor Emmering und den Bairer Winklern; die Nußdorfer Jugendgruppe erreichte den vierten Platz. Bei den aktiven Gruppen gewann Hebertsfelden I mit 194,3 Punkten knapp vor Lauterbach I mit 194,2 Punkten und Wittibreut. Die Nußdorfer Gruppen belegten hier die Plätze zwölf und vierzehn.

Handwerker- und Trachtenmarkt am Sonntag

So setzte der Sonntag einen würdigen Schlusspunkt unter eine Festwoche, die Nußdorf sichtbar geprägt hat. Vom Bieranstich über den Gauheimatabend, den großen Festsonntag mit Gottesdienst und Festzug, das Kesselfleischessen, den Seniorentag, den Kindernachmittag, den Volksmusikabend, das Goaßlschnalzertreffen, die Musikabende bis hin zum abschließenden Gaudirndldrahn zeigte sich ein Fest, das von vielen Händen getragen wurde.

Handwerker- und Trachtenmarkt am Sonntag

Am Ende blieb der Eindruck eines Gaufestes, das weit über den eigentlichen Anlass hinaus Bedeutung hatte. Der GTEV Alpenrose Nußdorf feierte nicht nur sein 130-jähriges Bestehen, sondern machte gemeinsam mit dem Bayerischen Inngau-Trachtenverband sichtbar, wie stark Tracht, Musik, Ehrenamt, Jugend und Dorfgemeinschaft auch heute noch zusammenwirken können.

Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche

 


Redaktion

Rainer Nitzsche

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Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
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