Marktbeleuchtung in Neubeuern: Als die Hitze wich, füllte sich der Marktplatz
Es war ein Abend, der die Herzen der Besucher höherschlagen ließ. Der Marktplatz von Neubeuern, ohnehin ein historisches Juwel im Inntal, verwandelte sich für die 61. Marktbeleuchtung in eine Szenerie, die fast zu schön schien, um wahr zu sein. Der Wettergott war den Neubeuerern fast zu wohlgesonnen.

Ein Marktplatz im Lichterglanz: Bei der Marktbeleuchtung in Neubeuern füllten rund 4000 Besucher den historischen Ortskern, während Lichterketten, beleuchtete Fassaden und die Bühne den Abend in eine besondere Sommernachtsstimmung tauchten.
Mit dieser eindrucksvollen Marktbeleuchtung zeigte Neubeuern am Samstag, 27. Juni, einmal mehr, dass die Marktgemeinde zu den besonderen Festorten im Inntal gehört. Nach der erfolgreichen Festwoche der Feuerwehr wurde der historische Marktplatz erneut zur großen Bühne für Musik, Tracht, Brauchtum und sommerliche Begegnung. Die Besucher kamen nicht nur aus Neubeuern und der näheren Umgebung, sondern auch vom Chiemsee, aus dem Wasserburger Raum, vom Irschenberg und aus Tirol. Organisiert wurde die Marktbeleuchtung von der Musikkapelle Neubeuern unter der Leitung von Hans Astner junior.

Dicht besetzte Bierbänke, leuchtende Fenster und Lichterketten unterhalb von Schloss und Burg: Bei der Marktbeleuchtung verwandelte sich der historische Marktplatz von Neubeuern in eine stimmungsvolle Sommernachtskulisse. Schon lange bevor der letzte Sonnenstrahl hinter den fernen Bergen verschwand, füllte sich der Marktplatz mit Leben. Ein Baldachin aus unzähligen Lichterketten spannte sich über die fröhliche Menge, die an den Biertischen Platz nahm, und schuf eine Atmosphäre von warmer Geborgenheit. Doch als die Dunkelheit endgültig hereinbrach, entfaltete sich der wahre Zauber.
Im Vorfeld hatte es wegen der angekündigten tropischen Temperaturen durchaus Überlegungen gegeben, das Fest zu verschieben. Tatsächlich war es einer der heißesten Tage des Jahres, und so kamen am späten Nachmittag zunächst weniger Besucher als sonst. Abhilfe schuf unter anderem eine Sprühanlage unterhalb der Auftrittsbühne.

Auch der Trachtennachwuchs war bei der Marktbeleuchtung mit Freude dabei – eine kurze Pause auf der Bank wurde gleich zum fröhlichen Gruppenbild.
Besonders begehrt waren die schattigen Plätze entlang der Häuser und rund um den Marktbrunnen. Pfarrer Christoph Rudolph hatte zudem zugestimmt, die Pfarrkirche offenzulassen. Immer wieder fanden sich dort Besucher ein, um für einige Minuten Kühle und Ruhe abseits des Festtrubels zu suchen.

Die blauen Dirndlröcke des Trachtenvereins Altenbeuern wurden bei der Marktbeleuchtung zu einem besonderen Blickfang: Im Licht der Bühne zeigten die Tänzerinnen und Tänzer ihr Können vor dicht besetztem Marktplatz.
Das Programm begann um 17 Uhr mit den Kindergruppen der Trachtenvereine Neu- und Altenbeuern. Danach folgte ein Standkonzert der Musikkapelle Neubeuern, ehe der Spielmannszug der Gebirgsschützenkompanie Neubeuern den festlichen Charakter des Abends unterstrich. Gegen 19 Uhr zogen die Mitwirkenden vom Münchner Tor über den Marktplatz auf die Bühne ein.

Benedikt Paul aus Neubeuern setzte mit seinem virtuosen Kuhglockenspiel einen besonderen Akzent im Programm der Marktbeleuchtung – begleitet von Akkordeon, Kontrabass und Musikanten auf der Bühne.
Die offizielle Begrüßung übernahm der 2. Bürgermeister Konrad Stuffer, der zugleich als Moderator durch den Abend führte. Mit dabei waren auch Marisa Stegmüller von der Flötzinger Brauerei, die seit Jahrzehnten Partner des Festes ist, die Musikanten als Ausrichter sowie zahlreiche Mitwirkende aus den Vereinen.

Der Trachtenverein Neubeuern zeigte bei der Marktbeleuchtung unter anderem den Sterntanz und setzte mit roten Röcken und geschmückten Bögen einen farbenprächtigen Akzent im Bühnenprogramm.
Als die größte Hitze vorüber war, änderte sich das Bild deutlich. Ab etwa 19.30 Uhr strömten die Gäste auf den Marktplatz, die Bierbänke füllten sich, und am Ende haben mehr als 4 Tausend Besucher die Marktbeleuchtung miterlebt.

Der Spielmannszug Neubeuern, als feste musikalische Einheit in die Gebirgsschützenkompanie Neubeuern integriert, begleitete den Einmarsch zur Marktbeleuchtung mit festlichem Klang.
Auf der Bühne entwickelte sich ein dichtes Programm aus Musik, Tanz und alpenländischem Brauchtum. Die Nußdorfer Goaßlschnalzer, die Hafenstoana Alphornbläser, die Voraktiven aus Altenbeuern, die Musikkapelle Neubeuern und D’ Talbachbuam sorgten für Stimmung.

Ein augenzwinkernder Moment am Rand der Marktbeleuchtung: Pfarrer Christoph Rudolph nahm vor dem Pfarrhaus Platz – passend neben dem Schild „Pfarrer mit Parkausweis Nr. 1 frei“.
Die Trachtenvereine aus Neu- und Altenbeuern zeigten unter anderem Auerhahn, Schlagplattler, Sterntanz, Amboßpolka, Bankei-Tanz und Holzhacker. Ein besonderer Blickfang waren dabei die farbenprächtigen Dirndlröcke: die roten Röcke des Trachtenvereins Neubeuern beim Sterntanz ebenso wie die blauen Röcke des Trachtenvereins Altenbeuern, die sich im Tanz über die Bühne drehten und im Abendlicht eindrucksvoll zur Geltung kamen.

Zwischen historischen Häusern, grünen Hängen und der Kulisse von Schloss und Burg wurde die Marktbeleuchtung in Neubeuern schon am frühen Abend zu einem besonderen Festort.
Einen besonderen Akzent setzte Benedikt Paul aus Neubeuern mit seinem Kuhglockenspiel. Paul ist weit über das Inntal hinaus als Musiker bekannt und beherrscht dieses außergewöhnliche Instrument seit Jahrzehnten mit großer Präzision und Musikalität. Mit seinen fein gestimmten Kuhglocken gibt er alpenländische Melodien zum Besten und zeigt, wie eigenständig und klangvoll diese seltene Form der Musik sein kann. Zudem ist Benedikt Paul Dirigent der Musikkapelle Samerberg.

Die Hafenstoana Alphornbläser sorgten bei der Neubeurer Marktbeleuchtung für einen besonderen Klangmoment – eindrucksvoll in Szene gesetzt auf der Bühne am historischen Marktplatz.
Mit beginnender Dunkelheit entfaltete die Marktbeleuchtung schließlich ihren ganzen Zauber. Tausende Kerzen erstrahlten an Fenstersimsen, Türöffnungen und Hauseingängen. Zusammen mit den Lichterketten über dem Marktplatz, den historischen Fassaden und der Kulisse unterhalb von Kirche, Schloss und Burg entstand jene besondere Atmosphäre, für die die Neubeurer Marktbeleuchtung seit vielen Jahren bekannt ist.

Das Service-Team hatte bei der Marktbeleuchtung alle Hände voll zu tun – bei tropischen Temperaturen war zwischendurch auch für die Chefin der Bedienungen eine kurze Erfrischung willkommen.
Bis nach Mitternacht blieb der Marktplatz gut gefüllt. Auf den Bänken wurde gegessen, getrunken, geredet und gelacht, während auf der Bühne musiziert, getanzt und geplattelt wurde. Bei einer frisch gezapften Maß Bier oder spritzigen Sommergetränken genossen die Gäste die ausgelassene Stimmung und die Begegnungen mit Freunden und Nachbarn.

Neben Musik, Tracht und Brauchtum kam auch die Verpflegung nicht zu kurz – die Hendl waren bei der Marktbeleuchtung ein gefragter Klassiker. Der Duft von Steckerlfisch, Grillfleisch und süßen Köstlichkeiten zog über den Platz und ließ jedem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Bei einer frisch gezapften Maß Bier oder spritzigen Sommergetränken genossen die Gäste die ausgelassene Stimmung und die Begegnungen mit Freunden und Nachbarn.
In Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz aus Rohrdorf, der heimischen Feuerwehr, den Musikanten, den Vereinen und vielen Helfern wurde die Marktbeleuchtung zu einem gelungenen Festabend. Neubeuern zeigte sich damit erneut als Hochburg des Feierns: traditionsbewusst, gastfreundlich und mit einem Marktplatz, der an solchen Abenden seine ganze Kraft entfaltet.
Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche


