Gesundheit

Johanniter zum Tag der Wiederbelebung

Johanniter zeigen und üben die Herzdruckmassage in einem Erste‑Hilfe‑Kurs
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Rettungskräfte erleben es immer wieder: Bis zu ihrem Eintreffen hat niemand Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet – laut Statistik ist das in jedem zweiten Fall so. „Dadurch geht kostbare Zeit verloren“, weiß Frank Schulz, Leiter der Johanniter-Rettungswachen in Wasserburg und Rosenheim. Denn ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist lebensbedrohlich, jetzt zählt jede Minute. „Beherzte Hilfe verbessert die Überlebens- und Gesundungschancen erheblich“, betont Frank Schulz anlässlich des Tags der Wiederbelebung am 16. Oktober. „Es ist also sehr sinnvoll, sich mit den Wiederbelebungsmaßnahmen vertraut zu machen. Und vor allem: Trauen Sie sich, zu helfen – egal, ob jeder Handgriff sitzt.“

Mit der Herzdruckmassage beginnen

Wichtig, so die Johanniter, ist bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung vor allem die Herzdruckmassage. Sie sorgt dafür, dass das Blut weiterhin zirkuliert. Es enthält erst einmal genug Restsauerstoff, um das Gehirn und andere lebenswichtige Organe zu versorgen. „Zusätzlich zu beatmen, bevor die Rettungskräfte eintreffen, ist zwar sehr sinnvoll. Falls der oder die Helfende das nicht schafft, kann die Beatmung aber notfalls unterbleiben“, so Schulz. Vielerorts sind inzwischen auch Defibrillatoren zugänglich. Die Geräte geben einen Stromimpuls ab, der das Herz wieder in Gang bringen kann und sollten geholt werden, wenn mehrere Ersthelfer vor Ort sind und die Herz-Lungen-Wiederbelebung so nicht unterbrochen werden muss. „Keine Sorge“, beruhigt der Experte, „das Gerät leitet Sie durch die Reanimation und löst den Stromimpuls nur aus, wenn wirklich Bedarf besteht.“

Auf alle Fälle Hilfe holen

Wer Erste Hilfe leistet, muss nicht befürchten, bei eventuellen Fehlern zur Rechenschaft gezogen zu werden. „Letztlich gibt es nur Eines, was man bei der Ersten Hilfe falsch machen kann – nämlich nicht zu tun“, so Frank Schulz. Helfende sind zudem gegen Schäden abgesichert, die ihnen eventuell selbst entstehen. Die Johanniter weisen zudem auf die gesetzliche Pflicht hin, so gut wie möglich Hilfe zu leisten – falls nicht schon andere helfen. Ausnahmen gelten, wenn die Helfenden sich selbst gefährden würden, eine andere Pflicht wie die Betreuung kleiner Kinder vernachlässigen müssten oder Verletzte die Hilfe ablehnen. Wer nicht helfen kann, ist dennoch verpflichtet, Hilfe zu holen; also die 112 anzurufen oder jemanden zu bitten, das sofort zu tun.

Tipp: Die Johanniter und andere Organisationen bieten regelmäßig Erste-Hilfe-Schulungen an, auch zum Auffrischen. Die nächsten freien Termine und eine Online-Anmeldung findet man unter johanniter.de/oberbayern-suedost.

Text und Bildmaterial: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Ortsverband Oberbayern-Südost


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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