Brauchtum

JHV der GSK Neubeuern

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Verbundenheit und Engagement prägten die 55. Jahreshauptversammlung der Gebirgschützenkompanie Neubeuern im Gasthaus Ellmaier. Von insgesamt 145 aktiven und passiven Mitgliedern nahmen 42 Schützenkameraden an der Versammlung teil.

Hauptmann Sepp Stadler sprach im Namen der Hauptmannschaft Anerkennung und Dank für die breite Mitarbeit im vergangenen Schützenjahr aus. Besonders gewürdigt wurden dabei auch langjährige Wegbegleiter wie Ehrenhauptmann Günther Hochhäuser, die Ehrenoffiziere sowie Max Tiefenmooser, die durch ihre anhaltende Präsenz und ihr Wirken weiterhin Vorbildfunktion ausüben. Ebenfalls begrüßt wurden der langjährige Begleiter der Kompanie, Altbürgermeister Hans-Jürgen Tremmel, sowie das aktive Mitglied und ehemalige Bürgermeister Hans Nowak, dem insbesondere für die Verteilung der Schützenzeitung gedankt wurde. Stadler betonte, dass dies die enge Verbundenheit der Kompanie mit der Gemeinde widerspiegle. Die Grüße aus dem Rathaus überbrachte Gemeinderat und Kamerad Sebastian Heibler in Vertretung der verhinderten Bürgermeister.

Der Mitgliederstand sei stabil, so Stadler, auch wenn im vergangenen Jahr sechs Kameraden zu Grabe getragen werden mussten. Umso wichtiger bleibe die Verjüngung der Kompanie. Die Freude am Mitwirken – sei es im Spielmannszug, im Schießwesen mit Waffenkunde oder im Traditions- und Kameradschaftsleben – solle neue Mitglieder ansprechen. Die zahlreichen Ausrücktermine verstand Stadler als „Botschaften aus der Heimat“. So habe die Kompanie unter anderem beim Patronatstag in Benediktbeuern sowie beim Bataillonsfest in Bad Aibling überzeugt. Auch die Erfolge bei Schießwettkämpfen mit befreundeten Kompanien unterstrichen die Qualität der Ausbildung und der wöchentlichen Übungsabende. Beim Bundesschießen konnte zudem mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung die größte Kompaniestärke gestellt werden.

Auch im Ortsgeschehen sei die Kompanie ein verlässlicher Partner und wolle dies im laufenden Jahr erneut unter Beweis stellen, etwa bei der Unterstützung der 155-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr. Darüber hinaus werde man die kirchlichen Festtage begleiten sowie an den Schützenwallfahrten in Raubling und Aising teilnehmen. Dies geschehe aus kameradschaftlicher Verbundenheit ebenso wie aus dem gelebten Glaubensbekenntnis. Weiter vertieft werden soll die Freundschaft zu den Südtiroler Schützenkameraden in Burgstall und Montan. Ein Ausflug im vergangenen Jahr mit Besuchen historischer Stätten des Ersten Weltkriegs habe dabei bleibende Eindrücke hinterlassen.

Einen detaillierten Überblick über das Vereinsjahr gab Kompanieschreiber Leutnant Rainer Tremmel mit seinen umfangreichen Aufzeichnungen. Gemeinsam mit Kassenverwalter Erwin Schön erhielt er dafür den dankbaren Applaus der Versammlung. Schön stellte die vielschichtigen Ausgaben der verschiedenen Kassenbereiche – Kompanie, Spielmannszug und Schützen – dar und konnte eine gesicherte Finanzlage aufzeigen. Einnahmen aus dem Christkindlmarkt und dem Weinfest trugen dazu ebenso bei wie die Unterstützung der Südtiroler Kameraden mit Speck- und Maronigaben.

Die Kassenprüfer Hermann Anzenberger und Georg Wachinger bestätigten eine ordnungsgemäße Kassenführung, woraufhin die Versammlung einstimmig Entlastung erteilte. Ein gepflegtes Erscheinungsbild sei das „Spiegelbild der Kompanie“, betonte Stadler. Entsprechend wurde in Uniformteile für die Damen, in Gurte sowie Instrumente für den Spielmannszug investiert. Auch der Sicherheit werde Rechnung getragen, indem möglichst Busse für Ausrücktermine eingesetzt werden. Informiert wurde zudem über die Nichtteilnahme am Alpenregionsfest in Innsbruck. Organisatorische Vorgaben machten eine Teilnahme derzeit unmöglich, so Stadler.

Ein Höhepunkt des laufenden Jahres wird die Mitwirkung als Ehrenkompanie beim Patronatstag in Traunstein am ersten Sonntag im Mai sein. Zu diesem Hochfest der bayerischen Gebirgsschützen stellt die Kompanie auch den Salutzug. Die Vorbereitungen laufen bereits, 20 Kameraden sind dafür gemeldet. Die Ausbildung übernimmt Schützenmeister und Kompanie-Stellvertreter Oberleutnant Georg Winkler, zunächst mit Formal- und Marschübungen.

Aus der Mannschaft kamen zudem zahlreiche Anregungen für künftige Aktivitäten, etwa Arbeitseinsätze am Ölberg und an Feldobjekten. In Planung ist außerdem die Anschaffung einer neuen Kompaniefahne. Die derzeitige Fahne ist seit über 50 Jahren im Einsatz und wurde bereits zweimal renoviert, eine weitere Instandsetzung ist nicht mehr möglich. Der Kassenstand lasse eine Neuanschaffung zu, Details zur Ausführung und zum Zeitpunkt werden derzeit beraten. Im Rahmen der Versammlung wurden auch Ehrungen vorgenommen: Die Bundesmedaille am weiß-blauen Band erhielten in Bronze Peter Schneebichler, in Silber Sepp Amtsbichler, Horst Arimond, Sepp Purainer und Martin Perret. Mit der goldenen Auszeichnung für 50-jährige Verbundenheit wurden Hans Astner und Hans Heinrich geehrt.

Abschließend kündigte Hauptmann Stadler die Maiandacht am 1. Mai an, mit der um ein gutes Vereinsjahr gebeten werden soll.

Bericht und Bilder: Thomas Schwitteck



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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