Land- & Forstwirtschaft

JHV bei Jagdgenossen in Reit im Winkl

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Über das vor kurzem verabschiedete Jagdgesetz für Bayern und andere Neuigkeiten im Jagdrecht wurde bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Reit im Winkl im Gasthaus Theresenhof informiert. Auch die Verwendung des Pachtschillings kam zur Sprache.

Jagdvorstand Stefan Bichl informierte über Neuigkeiten aus der ARGE Jagd. Dies betraf den Beitritt des BBV (Bayerischer Bauernverband) zum BBLK (Bayerischer Berufsverband landwirtschaftlicher Kooperationen). Hier entstehe die Möglichkeit für die Jagdgenossenschaften, nun auch eine qualifizierte rechtliche Beratung zu erhalten, zum Beispiel bei Verträgen, Beschlüssen und Haftungsfragen. Der BBV dürfe nur fachlich beraten, somit sei der Beitritt zum BBLK ein Mehrwert für die Jagdgenossenschaften ohne zusätzliche Kosten.

Weiter unterrichtete der Jagdvorstand die Anwesenden, dass der BBV und der WBV (Bayerischer Waldbesitzerverband) einen neuen Jagdpachtvertrag für Bayern erarbeitet hätten. Die Ziele seien Klarheit und jagdpraktische Umsetzbarkeit, verlässliche gestalterische Zusammenarbeit zwischen Verpächtern und Pächtern, frühzeitige Konfliktprävention und nachvollziehbare Verfahren, wo Interessen naturgemäß auseinanderlaufen sowie mehr Steuerungsfähigkeit der Jagdgenossenschaften bei gleichzeitig fairen und transparenten Bedingungen für die Pächter. Die Vorstandschaft werde diesen neuen Vertrag bei der nächsten Ausschusssitzung näher ansehen und bei der neuen Jagdvergabe berücksichtigen, so Jagdvorsteher Stefan Bichl.

Auch zum neuen, erst vor kurzem verabschiedeten Jagdgesetz für Bayern nahm er Stellung. Neben der Stärkung des Jagdrechts werde mehr Eigenverantwortung für die Grundbesitzer bei der Rehwildbejagung geschaffen. Voraussetzung dafür sei, dass die neuen Freiheiten auch verantwortungsvoll genutzt würden, um waldverträgliche Wildbestände zu schaffen und beizubehalten. Die Jagdzeiten für Rehböcke und Schmalrehe würden an die veränderten Vegetations- und Klimabedingungen angepasst. Sie würden künftig zwei Wochen früher beginnen, nämlich ab 16. April.

Stefan Bichl wies auch darauf hin, dass es aktuell vom BBV eine Online-Vetranstaltung zur Wildtierrettung gebe. Der nächste Termin sei am Freitag, 10. April, um 20 Uhr.

Jagdpächter Roman Speicher berichtete in seinem Abschussbericht, dass er den Abschuss gegenüber 2024/2025 beibehalten habe. Die häufigsten Abschüsse habe es bei den Füchsen gegeben. Weiter nannte er dabei unter anderem Geißen und Schmalreh, Rehkitze, Böcke, Dachse und Graureiher. Nach seinem Kassenbericht, der zur Zufriedenheit der Anwesenden ausfiel, wurde Kassier Christian Döllerer von den Kassenprüfern Thomas Eglseer und Graz Speicher eine ordnungsgemäße und einwandfreie Kassenführung bescheinigt.

Zur Verwendung des Pachtschillings gab Vorstand Stefan Bichl bekannt, dass dieser als Rücklage auf das Konto gelegt werde, da für das kommende Jahr keine Besonderheiten, Anschaffungen und Ausflüge geplant seien. Er informierte die Anwesenden auch, dass der Viehanhänger ab jetzt in Entfelden beim „Groaßen“ im Stall untergestellt sei. Wer ihn brauche, bekomme auf Anfrage die Zahlen für das Schloss und könne ihn abholen. Schließlich bedankte sich der Jagdvorsteher beim Jagdpächter Roman Speicher und seinen Mitgehern für die reibungslose und unkomplizierte Zusammenarbeit und für das spendierte Jagdessen im Anschluss an diese Jahreshauptversammlung.

Bericht und Fotos: Sepp Hauser –  Die Jagdgenossenschaft Reit im Winkl hielt ihre Jahreshauptversammlung. Unser Bild zeigt jeweils von links in der vorderen Reihe Jagdpächter Roman Speicher, Schriftführerin Angelika Geisreiter und Kassier Christian Döllerer, hinten Jagdvorstand Stefan Bichl und Beisitzer Florian Rieder.

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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