Land- & Forstwirtschaft

Empfehlungen zur Wildtierrettung

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wie jedes Jahr steht die Setzsaison des Rehwilds vor der Tür – zeitgleich mit den ersten Schnitten im Grünland. Weil Grünlandflächen als Setzhabitat beim Rehwild sehr beliebt sind, sollten Bewirtschafter von Wiesen jetzt mehrere wichtige Ziele gleichzeitig im Blick behalten: den Schutz von Wildtieren vor dem Mähtod, eine hohe Futterqualität sowie den dafür richtigen Erntezeitpunkt mit ständigem Blick aufs Wetter.

Nach der sehr langen Vegetationsperiode im vergangenen Jahr ist dieses Jahr damit zu rechnen, dass die Kitze früher gesetzt werden; umso ratsamer ist es, das Verhalten von Rehen gut zu erkennen und die Wildtierrettung auf den Flächen gezielt darauf abzustimmen. Nicht zuletzt aus diesem Grund bietet die Landwirtschaftsverwaltung auch in diesem Jahr Informationsveranstaltungen zum Thema Wildtierrettung an. Dabei bekommen Teilnehmer fachliches Hintergrundwissen aus Wissenschaft und Praxis an die Hand, um die eigenen Strategien zur Wildtierrettung für die kommende Futterernte verbessern zu können.

So beantwortet zum Beispiel Stefan Thurner vom Institut für Landtechnik (ILT) der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Frage, welche Maßnahmenkombinationen helfen können, um Wildtiere bei der Mahd besser zu schützen. Als Koordinator des Forschungsprojekts Wildtierrettungsstrategie stellt er die aktuellen Empfehlungen aus dem von der LfL und der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e. V. entwickelten Mäh-Knigge vor. Ergänzt wird dieser durch neue Forschungsergebnisse aus einem Verbundprojekt mit der Technischen Universität München und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Dort sind neueste Erkenntnisse zur Wildbiologie eingeflossen, wie auch Erfahrungen zum Einsatz verschiedener Maßnahmen der Wildtierrettung. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage, wie sich Schutzmaßnahmen noch gezielter an tatsächliche Bedingungen anpassen lassen – etwa im Verlauf der Setzzeit, je nach Landschaftsstruktur oder in Abhängigkeit vom Mähfortschritt auf angrenzenden Flächen. Gerade diese Verbindung aus Forschung und Praxis macht die Erkenntnisse besonders wertvoll.

Schritte für eine erfolgreiche Wildtierrettung sollten schon vor dem Mähen beginnen. Deshalb ist es ratsam, frühzeitig alle Beteiligten einzubinden: den Revierpächter, der wichtige Hinweise zu Setzflächen geben kann, ebenso wie ehrenamtliche Wildtierretter vor Ort. Wird die Mahd nicht selbst durchgeführt, sollten auch Lohnunternehmer oder der Maschinenring rechtzeitig eingebunden werden. Denn das Ziel sollte sein, die Gefährdung von Wildtieren mit vereinten Kräften auf ein Minimum zu reduzieren. Das kommt nicht nur den Wildtieren zugute, sondern auch den Nutztieren durch qualitativ hochwertiges Futter.

Handlungsempfehlungen und Checklisten finden Interessierte im Internetangebot der LfL (Der LfL-Mähknigge: https://www.lfl.bayern.de/maehknigge) sowie bei den Informationsveranstaltungen (https://www.lfl.bayern.de/ilt/pflanzenbau/gruenland/394943/index.php) am Freitag, 27. März und Freitag, 10. April., jeweils ab 20 Uhr  online.

Veranstaltungstermine: Freitag, 27. März Webex-Link: https://bayern.webex.com/bayern/j.php?MTID=m5782045bc686f238c36e359d21bf8342

Bericht und Foto: Bayerisches Landwirtschaftsministerium / Lukas Müller, ALB Bayern



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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