Unsere Fotoreportage vom Festsonntag:
Im ersten Teil berichten wir vom traditionellen Aufwecken am frühen Morgen. Dieser zweite Teil zeigt den Kirchenzug und den Festgottesdienst im Nußdorfer Waldpark. Der große Festzug am Nachmittag folgt in einem weiteren Beitrag.
Rund 4.500 Menschen machten sich am Festsonntag gemeinsam auf den Weg zum Festgottesdienst im Nußdorfer Waldpark. Fahnen, Trachten und Blasmusik prägten einen Vormittag, der eindrucksvoll zeigte, wie tief das Gaufest in der Gemeinde und weit darüber hinaus verwurzelt ist.
Der Sonntag, 12. Juli, bildete den festlichen Höhepunkt des 106. Gaufestes des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes und des 130-jährigen Gründungsjubiläums des GTEV „Alpenrose“ Nußdorf. Nachdem der Tag bereits in den frühen Morgenstunden mit dem traditionellen Aufwecken von Vereinsvorstand, Festleiter und Schirmherrin begonnen hatte, füllte sich das Festgelände rasch mit Trachtlern, Musikanten, Fahnenabordnungen und Gästen aus der gesamten Region.

Vor dem Festzelt begrüßten der Erste Vorstand Andreas Mayer, Festleiter Peter Oberauer und Schirmherrin sowie Bürgermeisterin Susanne Grandauer die eintreffenden Vereine und Ehrengäste. Abordnungen aus dem gesamten Inngau kamen nach Nußdorf, begleitet von ihren Musikkapellen und prächtig geschmückten Vereinsfahnen. Auch zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik, Kommunen und Trachtenwesen erwiesen dem Jubelverein die Ehre.

Im Festzelt bot sich bereits am Vormittag ein farbenprächtiges Bild. Lange Reihen von Trachtlerinnen und Trachtlern, Kinder und Jugendliche in ihrer Festtracht sowie die zahlreichen Fahnen zeigten die große Vielfalt der Vereine. Neben den heimischen Gruppen waren auch Gäste aus Siebenbürgen vertreten, deren Trachten mit ihren aufwendigen Stickereien und kräftigen Farben besondere Aufmerksamkeit fanden.
Ein langer Kirchenzug durch Nußdorf
Kurz nach 9 Uhr formierte sich vor dem Festzelt der Kirchenzug. Angeführt wurde er von den Fahnenabordnungen, den Nußdorfer Trachtlern und der Musikkapelle Nußdorf. Dahinter reihten sich die Vereine des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes sowie die Musikkapellen aus Raubling und Rohrdorf ein.

Rund 4.500 Menschen nahmen an dem langen Zug teil. Kinder, Jugendliche und Erwachsene marschierten gemeinsam durch den festlich geschmückten Ort. Federkiele, Mieder, Schalkhüte, farbenprächtige Schürzen und glänzende Musikinstrumente bestimmten das Bild. Die langen Reihen reichten über weite Strecken durch die Nußdorfer Straßen.

Das stabile Sommerwetter bot dafür beste Voraussetzungen. Unter einem nahezu wolkenlosen Himmel säumten zahlreiche Zuschauer die Strecke. Vor Wohnhäusern, an Gartenzäunen und entlang der Straßen warteten Familien und Gäste auf den Kirchenzug. Viele hielten den besonderen Augenblick mit ihren Mobiltelefonen fest, andere grüßten die vorbeiziehenden Trachtler und Musikanten.
Immer wieder öffnete sich der Blick auf die umliegenden Berge und die sommerliche Landschaft des Inntals. Gemeinsam mit den alten Bauernhäusern, den weiß-blauen Fahnen und den langen Trachtenreihen entstand ein Festbild, wie es wohl nur in einer tief im Brauchtum verwurzelten Gemeinde möglich ist.
Festgottesdienst unter dem Blätterdach
Ziel des Kirchenzuges war der Waldpark von Nußdorf. Unter den hohen, schattenspendenden Bäumen hatten sich die Teilnehmer rund um den Altar versammelt. Die natürlichen Gegebenheiten des Waldparks verliehen dem Gottesdienst eine besonders feierliche Atmosphäre. Das grüne Blätterdach wirkte beinahe wie das Gewölbe einer großen Kirche unter freiem Himmel.

Am Altar bildete ein mächtiges, mit gelben und weißen Blumen geschmücktes Kreuz den Mittelpunkt. Die zahlreichen Vereinsfahnen waren seitlich aufgestellt und rahmten den Gottesdienst ein. In den vorderen Reihen nahmen die Ehrengäste aus Kirche, Politik und Trachtenwesen Platz, während sich die Trachtlerinnen und Trachtler in einem großen Rund unter den Bäumen versammelten.

Zelebriert wurde der Festgottesdienst von Pfarrer Christoph Rudolph und Pfarrer Dr. Darius Magunda. Kinder und Jugendliche des Jubelvereins wirkten an der Gestaltung mit. Die beteiligten Musikkapellen verliehen der Feier ihren festlichen Klang.
Der Gottesdienst gab dem ereignisreichen Vormittag einen ruhigen und besinnlichen Mittelpunkt. Inmitten der Tausenden Teilnehmer wurde sichtbar, dass ein Gaufest weit mehr ist als ein großer Trachtenumzug. Es verbindet Brauchtum und Geselligkeit mit dem christlichen Glauben, der über Generationen hinweg ein fester Bestandteil des Vereins- und Dorflebens geblieben ist.

Die große Zahl der Mitfeiernden beeindruckte ebenso wie die Ruhe und Aufmerksamkeit während des Gottesdienstes. Kinder saßen im Schatten der Bäume, Trachtler standen in langen Reihen am Rand des Platzes, und die Fahnen der Vereine erinnerten an deren Geschichte, ihre verstorbenen Mitglieder und die Verantwortung, das überlieferte Brauchtum weiterzugeben.
Gemeinsam zurück zum Festzelt
Nach dem Schlusssegen formierte sich der Kirchenzug erneut. Angeführt von der Musikkapelle Nußdorf machten sich die Vereine auf den Rückweg zum Festzelt. Wieder zogen die langen Reihen durch den Ort, vorbei an geschmückten Häusern und zahlreichen Zuschauern.
Besonders eindrucksvoll war die große Beteiligung der Kinder und Jugendlichen. Sie gingen in geschlossenen Reihen mit und machten deutlich, dass die Trachtenvereine nicht allein von ihrer Geschichte leben. Sie besitzen auch eine Zukunft – getragen von jungen Menschen, die Gemeinschaft erleben und bereit sind, Verantwortung in ihren Vereinen zu übernehmen.

Auch die Abordnung des GTEV Roßholzen nahm gemeinsam mit der Musikkapelle Samerberg am Kirchenzug teil. Die roten Westen der Samerberger Musikanten, die Trachten des Vereins und die historischen Häuser Nußdorfs bildeten dabei ein besonders stimmiges Bild.
Am Straßenrand verfolgten Familien mit ihren Kindern den Zug. Solche Begegnungen machten den Vormittag zu einem Fest für die gesamte Gemeinde. Das Gaufest fand nicht nur auf dem Festplatz statt, sondern erfüllte den ganzen Ort mit Musik, Farben und Leben.

Mit der Rückkehr ins Festzelt endete der feierliche Teil des Vormittags. Was blieb, war das Bild einer großen Gemeinschaft, die ihren Glauben, ihre Tracht und ihre Heimatverbundenheit sichtbar miteinander teilte. Der Kirchenzug und der Festgottesdienst im Waldpark gehörten damit zu jenen Momenten, die weit über diesen Festsonntag hinaus in Erinnerung bleiben werden.
Der große Festzug am Nachmittag und die anschließende Vergabe der Ehrengaben werden in einem weiteren Teil der Fotoreportage gezeigt.
Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche




