Leitartikel

Frühjahrssingen in Freilassing

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wenn sich Musik, Humor und Heimatliebe mit wunderschönen Fotos zu einem stimmungsvollen Ganzen verbinden, dann ist wieder Frühjahrssingen in Freilassing. Bereits zum 26. Mal hatte Organisator Hermann Huber in die Aula der Berufsschule geladen – und zahlreiche Besucher folgten gerne dem Ruf unter dem Motto „Im Fruahjahr, wann d’Vogal wieder singan…“.

Dieser Abend voller musikalischer Vielfalt feierte die bayerische Volksmusik in all ihren Facetten. Mit dabei waren die Alpenlandler Musikanten, die Ganghofer Musikanten, das Gesangsduo Eva Schwab und Tamara Kaltenbacher, s’Quartettl, sowie das Männergesangsduo Toni Hornsteiner und Christoph Kriner und das Ziachduo Quirin Kaiser und Hermann Huber. Gemeinsam schufen sie eine Atmosphäre, die gleichermaßen beschwingt wie berührend war. Charmant und mit viel Witz führte Sprecher Heinrich Albrecht durch das Programm. Seine Geschichten und Anekdoten – teils selbst gedichtet – sorgten immer wieder für Lacher und nachdenkliche Momente. Dabei spannte er den Bogen von traditionellen Werten bis hin zu aktuellen Themen wie Umwelt- und Tierschutz. „Diese bodenständige Volksmusik hat ihre Wurzeln im Bauernstand – sie geht ins Herz“, brachte er es auf den Punkt.

Auch optisch wurde den Gästen einiges geboten: Stimmungsvolle Fotografien von Rosi und Hans Fürmann zeigten eindrucksvoll die Schönheit der Region im Wechsel der Jahreszeiten – von verschneiten Landschaften bis hin zu blühenden Frühlingsmotiven, von Gipfelkreuzen bis hin zu Bräuchen, wie dem Leonhardiritt – und unterstrichen in Harmonie mit der Volksmusik die Liebe zur Heimat. „Wir dürfen die Jahreszeiten erleben und uns mit der Natur verbinden“, so Heine Albrecht. Bereits beim Betreten der Aula empfing die Besucher zudem eine liebevoll gestaltete Dekoration des Obst- und Gartenbauvereins, für die Bürgermeister Markus Hiebl der Vorsitzenden Monika Reiter dankte.

Musikalisch eröffnete der schwungvolle “Oberlienzer Dolomitenmarsch“ der Alpenlandler Musikanten den Abend, gefolgt von Polkas und Boarischen, die sofort für gute Laune sorgten. Die hochkarätig besetzte Formation aus Professoren und Orchestermusikern überzeugte mit virtuosem Zusammenspiel und spürbarer Spielfreude.

Ebenso begeisterte das Gesangsduo Tamara Kaltenbacher (auch Zither) und Eva Schwab mit traditionellen Volksweisen und feinen Harmonien, wie beim Mottolied des Abends „Im Fruahjahr, wann d’Vogal wieder singen“ und weiteren Volksweisen, wie „Griaß de God, Biawei“, oder „Du schwarzaugada Bua“. Besondere Akzente setzten auch die Männerstimmen von Christoph Kriner und Toni Hornsteiner, die mit ausdrucksstarken Jodlern und gefühlvollen Liedern das Publikum in ihren Bann zogen. Mit ihrer dynamischen Gestaltung – von kraftvollen Passagen bis hin zu den jodlerischen Höhen in der Kopfstimme – brachten sie die freiheitliche Gesinnung der „Wuiderer“ (Wildschützen) ausdrucksstark rüber. Die beiden Tenöre begleiteten sich ebenfalls selbst auf der Zither und der Kontragitarre, die einen zweiten Hals für die Bordun-Saiten hat. Für zünftige Klänge sorgten außerdem die Ziachspieler Quirin Kaiser und Hermann Huber, zum Beispiel mit dessen „Ziaglgrabn Landler“, während s’Quartettl mit der Konzertgitarristin Karin Scholz, dem Programmverantwortlichen bei BR Heimat, Helmut Scholz an der Zither, Hermann Huber, Gitarre und dem Musikschulleiter in Tegernsee, Erich Kogler am Kontrabass mit Stückl’n wie „Nur koan Stress-Boarischer“ oder mit Herman Hubers „D’Untersberger Mandln” überzeugte.

Rein instrumental spielten auch die Ganghofer Musikanten schneidig auf beim „Zwerksde-Boarischen“, dem Edeltrio Landler oder einer Polka aus Hermann Hubers Feder. Mit Flöte, Oboe und Fagott, sowie den Streichinstrumenten Violine und Kontrabass bildeten sie das Pendant zu den Blechbläsern der Alpenlandler Musikanten. Ein augenzwinkernder Höhepunkt war schließlich das „Musi-Radl“ rund um die Liebe – inklusive eines humorvollen Gedichts “ans Everl”, das mit einer überraschenden Pointe für Heiterkeit sorgte.
Zum großen Finale präsentierten alle Mitwirkenden gemeinsam die „Bergler Polka“ – dirigiert von Hildegard Nitzinger im Publikum (ehemals Dirigentin der Musikkapelle Thundorf-Straß), die für dieses Anliegen überraschend von Markus Hiebl einen Palmkätzchenzweig als Taktstock bekam.Ein Abend, der zeigte, wie herzerfrischend und verbindend Volksmusik sein kann – und der mit den Darbietungen bodenständiger Volksmusik der bayerischen Kultur eine Liebeserklärung machte.

Das Frühjahrssingen wurde vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet und wird am 12. April und am 08. Mai jeweils um 19:05 Uhr auf BR Heimat gesendet.

Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka 

-Bürgermeister Markus Hiebl begrüßt alle zum Frühjahrssingen und hier besonders Sprecher Heine Albrecht.Brigitte Janoschka.

– Die Ganghofer Musikanten rund um Hermann Huber auf der Ziach (von rechts), sowie Franziska Aschauer, Flöte, Zoltan Laluska, Violine, Elena Hofer, Oboe, Ann-Sophie Hauer Wörgrath, Fagott, Ingo Nagel, Kontrabass und Verena Meurers-Zeiser, Harfe

– Rosi und Hans Fürmann trugen mit wunderschönen Fotos zum stimmungsvollen Gesamtkonzept bei.

– Die Alpenlandler Musikanten (von links) mit Georg Kreiseder, Hackbrett, Andreas Kofler, Ventilposaune, Peter Fliecher, Flügelhorn, Michael Gruber, Klarinette, Quirin Kaiser, Ziach, Roland Eitzinger Tuba und Verena Hofer, Harfe

-Das Ziachduo mit Hermann Huber und Quirin Kaiser

– Alle lauschen gebannt dem Duo Tamara Kaltenbacher und Eva Schwab.

-S’Quartettl mit Konzertgitarristin Karin Scholz (von rechts), Erich Kogler, Kontrabass, Helmut Scholz vom bayerischen Rundfunk, Zither und (vorne) Hermann Huber, Gitarre (dahinter die Ganghofer Musikanten)

– Das Duo Tamara Kaltenbacher und Eva Schwab sangen traditionelle bayerische Volksweisen.

-Toni Hornsteiner, Gesang und Zither, sowie Christoph Kriner mit der Kontragitarre jodelten, dass es eine Freude war.

– Rosi und Hans Fürmann steuerten stimmungsvolle Fotos zum gelungenen Gesamtkonzept bei.

-Hildegard Nitzinger wurde zum Schluss von Bürgermeister Markus Hiebl gebeten, die Schlussdarbietung aller Musikanten zu dirigieren. Als Taktstock sollte ein Palmkätzchenzweig dienen.

-Bürgermeister Markus Hiebl bedankt sich bei der ersten Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Monika Reiter, für die stimmungsvolle Dekoration.

-Der geschmackvolle Blumenschmuck stammte vom Obst- und Gartenbauverein.

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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